region: Berlin
Construction

Wiederaufbau des Kaufhauses am Herrmannplatz im Stil des ursprünglichen Baus von 1929

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Berliner Senat
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  1. Launched 30/08/2019
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Fotos: Facebook-Gruppe "Roaring Berlin": www.facebook.com/groups/roaringberlin/ www.facebook.com/media/set/?set=oa.1136272816564784&type=3


Das Kaufhaus am Herrmannplatz könnte wiederaufgebaut werden. Der österreichische Investor Signa bekundet starkes Interesse, dies vollständig mit eigenem Geld zu tun, ohne öffentliche Mittel. Der Bezirksbürgermeister von Neukölln Martin Hickel (1,2) und die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (1,3) haben ihre Unterstützung bekundet.

Nur leider gehört dieses Grundstück bereits zu Kreuzberg-Friedrichshain. Die Bezirkspolitiker Florian Schmidt, Monika Herrmann machen offenbar von ihrem faktischen Vetorecht Gebrauch und versuchen, das Projekt zu verhindern. Daher die Forderung:

Der Berliner Senat soll sich der Sache annehmen, und die Blockade des Projekts beenden.

Quellen: (1) www.bz-berlin.de/berlin/neukoelln/gruener-baustadtrat-will-karstadt-neubau-am-hermannplatz-verhindern (2) www.berliner-woche.de/neukoelln/c-bauen/buergermeister-begruesst-karstadt-neubau-haendler-fuerchten-verdraengung_a221410 (3) www.tagesspiegel.de/berlin/streit-mit-baustadtrat-schmidt-wirtschaftssenatorin-pop-will-karstadt-replik-am-hermannplatz/24960752.html

Reason

1) Das Kaufhaus wurde in den letzten Kriegstagen von den Verbrechern der Waffen-SS gesprengt. Es geht darum, ein Gebäude zu rekonstruieren, welches Krieg und NS-Terror zum Opfer gefallen ist.

2) Das Gebäude steht für den Art-Deco-Stil der 1920er Jahre und ähnelt stilistisch dem Empire-State-Building in New York.

3) Angesichts der aktuellen Bautätigkeiten um den Hauptbahnhof herum, mit den riesigen Gebäudeklötzen, deren Fassaden an Barcodes erinnern, ist es um so wichtiger, der Rückkehr der Ästhetik der Weimarer Republik Raum zu geben, kurzum: Es geht auch darum, dass die Stadt wieder schöner wird.

4) Dieses Thema betrifft nicht nur den Kiez, sondern die gesamte Stadt. Die Fokussierung der Gegner des Wiederaufbaus auf die Beeinträchtigung des sozialen Gefüges im "Kiez" beinhaltet eine Sichtweise auf Berlin als eine Ansammlung von Dörfern und provinziellen Kleinstädten. Der Stil der 1920er gab der Stadt die Aura einer Metropole. Diese Rekonstruktion würde dazu beitragen.

5) Der Herrmannplatz ist in den letzten Jahrzehnten Inbegriff eines sozialen Brennpunkts. Es ist eine Chance, und das wird in Neukölln auch so gesehen, aus diesem Zustand auszubrechen, ohne Einsatz öffentlicher Gelder.

6) Es ist wichtig, beide Parteien zu Wort kommen zu lassen:

Signa:

  • Ziel ist es, ein gemischt genutztes sowie lebendiges Quartier für alle Berliner/Innen und deren Besucher/Innen zu entwickeln.

  • Im neuen Quartier wird die Nahversorgung mit Karstadt und Dienstleistungen weiterhin ein zentraler Bestandteil bleiben. Zudem sollen Flächen für Büros, Wohnungen, Hotel, Sport und lokale Institutionen wie Vereine oder soziale Einrichtungen entstehen. Durch öffentliche Nutzungen wie eine große Markthalle, eine allen zugängliche Dachterrasse und kulturelle Veranstaltungen wird das Quartier zu einem Ort für jedermann. Ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept sorgt für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität rund um den Hermannplatz.

  • Für Besucherinnen und Besucher, die bei einem Kaffee den Blick über Berlin genießen wollen, soll es – wie im früheren Karstadt Hermannplatz – eine großzügige Dachterrasse geben.

Gegenargumentation: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg: - Bedingt durch hohe zu erwartende Abriss- und Neubaukosten ist mit hohen Mieten zu rechnen. Die geplante Fassadenrekonstruktion ist nur noch eine Hülle für ansonsten austauschbare Nutzungen. Eine Replik, die befürchten lässt, dass sie in ihrer Wirkung nicht authentisch ist.

  • Das geplante Gebäude ist durch seine dominante Kubatur geprägt und überragt deutlich den kleinteiligeren und niedrigeren umgebenden Bebauungsmaßstab. In die bestehende kleinteilige Parzellenstruktur des Umfeldes wird ein dominierender und das Umfeld beherrschender, sich über mehrere Grundstücke erstreckender Monumentalbau geplant.

  • Das historische Karstadt-Kaufhaus war zum Zeitpunkt seiner Errichtung das modernste und eines der größten Europas. Der Standort Hermannplatz war vor dem Krieg völlig anders geprägt, hatte eine zentralere, über die Bezirke hinausreichende Funktion und mit der Hasenheide eine für Berlin übergeordnete Freizeit- und Vergnügungsachse. Die bestimmende und beeindruckende Geste der historischen Kubatur und Architektursprache lassen sich aus der Vorkriegssituation herleiten und verstehen.

  • Heute stellt sich die Situation sowohl in Kreuzberg als auch in Neukölln völlig anders dar. Diese ist insbesondere geprägt durch die soziale Situation der umliegenden Gebietsbewohner, die soziokulturelle Lage und besonders die Einkommensstruktur; sowie auch das schwierige Thema Sicherheit. (leider kein Platz mehr...)

7) Zur Argumentation des Bezirksamts: - Aufgrund hoher Umbaukosten sei mit hohen Mieten zu rechnen. Ist diese Kalkualtion nicht das Problem eines privaten Investors?

  • Dominante Kubatur: Inwiefern ist ein dominanter Bau verwerflich? Ist in der städtebaulichen Entwicklung das Nicht-Auffallen ein Mehrwert?

  • Standort Herrmannplatz: Der Platz hatte also vor dem Krieg eine über den Bezirk hinausreichende Funktion, und die Hasenheide war eine übergeordnete Freizeit- und Vergnügungsachse. Hat diese Gegend es etwa nicht verdient, diese durchaus positiv konnotierte Rolle wieder einzunehmen?

  • Soziale Situation, soziokulturelle Lage, Sicherheit: Warum soll empfundener "sozialer Aufstieg" mit Wegziehen verbunden sein? Inwiefern ist das "schwierige Thema Sicherheit" ein Argument gegen Investition und Aufwertung?

8) Weiteres Statement des Investors: "Wir haben von Anfang an auf Dialog gesetzt" www.tagesspiegel.de/berlin/geplante-karstadt-rekonstruktion-im-stil-der-20er-wir-haben-von-anfang-an-auf-dialog-gesetzt/24976136.html


Quellen: Benko: www.signa.at/de/real-estate/berlin-hermannplatz/

Bezirksamt: www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung.842018.php?fbclid=IwAR10q7AUC3pg8JjGYU817CP1xZVkhm8xYYKoCpFLFJfRYdl_BJ-nvkGJkOY

Thank you for your support, Dr. Harald Stein from Berlin
Question to the initiator

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pro

Not yet a PRO argument.

contra

Es gibt viele wichtigere Dinge. In die existierende Anlage ist auch Geld geflossen und Arbeit. Diese dann umbauen zu wollen, erscheint mir sinnlos angesichts des Wohnungsmangels, wo eher gebaut werden müsste

Why people sign

  • 1 day ago

    Für die Ästhetik und Zukunft des Hermannplatzes

  • 3 days ago

    Wäre gut für das Stadtbild

  • 5 days ago

    Ich fühle mich überrannt vom reflexhaften Dagegensein. Ja, der Kiez wird seit Jahren teurer und voller (und dreckiger). Warum soll er denn dann nicht schöner werden? Es ist ja nicht so, dass die Mieten sinken, wenn der Umbau nicht kommt. Auch kann niemand den Investor daran hindern, die Verkaufsfläche in einem nicht umgebauten Karstadt zu verkleinern. Auch seine politische Gesinnung wird sich durch eine Verhinderung des Umbaus nicht ändern lassen. Ich wünsche mir einen konstruktiven Dialog, der zu einer Berücksichtigung der ja durchaus berechtigten Anliegen der Nachbarschaft führt.

  • 5 days ago

    wer gibt uns schon verlorene wertvolle Gebäude, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind, wieder zurück? Nur ganz, ganz wenige. So eine Chance, darf man sich doch nicht entgehen lassen.

  • 7 days ago

    weil entlich mal was wiederhergestellt wird wie es einst mal ausgesehen hat

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