Region: Greiz
Dialogue
Education

Wir fordern Klasse 1 bis 4 in der Hohenleubener Grundschule zu unterrichten

Petition is directed to
Thüringer Landtag,Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Menister Holter
1.016 Supporters
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  1. Launched 23/07/2020
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Wir wünschen uns, dass unsere Kinder in einer gemeinsamen Schule beschult werden. Dafür bietet Hohenleuben gute Voraussetzungen mit viel Platz (große Außenfläche, großer Hortbereich, durch überschaubare Umbaumaßnahmen Platz für mindestens 6 Klassen). Wir wünschen uns die dafür notwendigen Investitionen. Dazu gehört auch die dringend notwendige Schulsanierung.

Wir wünschen uns dringend Planungssicherheit. Die vom Kreistag beschlossene Schulnetzplanung lässt leider zu, dass es jedes Schuljahr zu neuen Veränderungen kommen kann. Darunter leiden alle unmittelbar Beteiligten. Eltern und Lehrer wollen langfristig planen können und nicht von ei-nem Jahr zum nächsten. Wir wollen neue Lehrer gewinnen und nicht die wenigen, die wir haben, durch solche bildungs- und kommunalpolitischen Schachzüge verlieren.

Wir wünschen uns, dass mehr Eltern dazu motiviert werden, aktiv am Schulalltag teil zu nehmen (auch durch ehrenamtliche Einbindung, Gestaltung von Schul-AGs usw.). Hohenleuben ist ein Ort mit einem sehr aktiven Vereinswesen. Das lässt sich nutzen, um die Schule attraktiver werden zu lassen. Unser Verein möchte beispielsweise Geld und Arbeitskraft zur Verfügung stellen, um eine Weitsprunganlage auf dem Schulgelände zu bauen. Die Genehmigung dafür liegt vor. Aber lohnt sich diese Investition überhaupt noch?

Wir wünschen uns, dass aktiv nach neuen Lehrkräften gesucht wird. Es gibt zwar eine Stellenaus-schreibung für eine/n Grundschullehrer/in für Hohenleuben, aber nicht für Hohenölsen. Warum? Und nach unserer Rechnung werden mindestens zwei neue Lehrende benötigt! Es sei denn, es ist fest eingeplant, dass eine Klasse mit über 34 SchülerInnen nicht geteilt wird.

Wir wünschen uns, dass unsere Kinder in Klassen mit maximal 30 Schülern beschult werden und dass diese Obergrenze gesetzlich verankert wird. Große Schulen mögen ökonomisch sinnvoller sein als kleine. Es geht aber um mehr als reine Be-triebswirtschaft. Es geht um die Frage, für welche Art von Politik Sie und Ihr Ministerium stehen. Geht es um den Erhalt dörflicher Strukturen? Soll der ländliche Raum attraktiv bleiben? Sollen Bür-gerInnen aktiv und demokratisch in Entscheidungsprozesse einbezogen werden?

Wir bitten Sie, das umzusetzen, was Sie sich in ihrem Ministerium als Ziel gesetzt haben. Kleine Schulen mögen nicht besonders wirtschaftlich sein. Das sind sie aber erst recht nicht, wenn sie in zwei Teile geteilt werden.

Uns ist klar, dass es mittelfristig eine tragbare Lösung für Hohenleuben und Hohenölsen und den gesamten Einzugsbereich geben muss. Dieses sollte aber nicht als schnelle Notlösung passieren, die vielleicht jedes Jahr erneut überdacht werden muss. Unsere Kinder sind keine Waren, die man ein- und auslagert, wie es der Platz der Schulen hergibt.

Bitte helfen Sie uns und unserem kleinen Ort, unsere Schule zu erhalten!

Reason

Uns wurde Mitte Juni mitgeteilt, dass aufgrund von Lehrermangel zwei kleine Grundschulen (Hohenleuben und Hohenölsen) zu einer zusammengeschlossen werden sollen. Da aber die Schüler laut Schulamt weder in die eine Schule (Hohenleuben mit viel Platz, aber kleineren Klassenräumen) noch in die andere Schule (Hohenölsen mit großen Klassenräumen, aber zu wenig Platz für alle Kinder) passen, sollen die Schulbezirke passend gemacht werden. Alle Kinder sollen dann in die Schule Hohenölsen gehen, obwohl dies der deutlich kleinere Ort und die deutlich kleinere Schule ist und ein Großteil der Kinder fortan mit dem Schulbus kommen sollen. Nach Protest wurde die entsprechende Beschlussvorlage im Kreistag zurückgenommen und der ursprüngliche Plan von Schulamt und Landrätin war nicht mehr zu verwirklichen.

Es wurde bekannt, dass es wohl mehr um die Schaffung eines zentralen Rechenzentrums in den Räumen der Grundschule Hohenleuben geht. Die Landrätin Frau Schweinsburg legte mündlich dar, dass damit nur noch zwei Klassen Platz in der Grundschule Hohenleuben hätten. Dies haben wir klar abgelehnt. Wir bekamen aber immer mehr der Eindruck, dass unsere Kinder ein Störfaktor bei diesen Plänen sind.

Wie uns am 13.7. (vier Tage vor dem letzten Schultag!) mitgeteilt wurde, werden nun beide Schulen zusammengeschlossen und die Klassen aufgeteilt: Die Klassen 1 und 2 werden ab September in Hohenölsen, die Klassen 3 und 4 in Hohenleuben beschult. Es wird dadurch eine zusätzliche Erzieherin benötigt und die Frage nach fehlenden Lehrkräften wird gelöst, indem die Direktorin wie bis-her eine Klasse übernimmt. Es sollen also 4 Lehrerinnen (inklusive Direktorin) plus 4 (aktuell nur 3) Erzieherinnen die Kinder an zwei Schulstandorten betreuen. Davon hat die zukünftige 2. Klasse nach Aussage der Direktorin 34 Kinder!

34 Kinder! Diese Kinder haben in Hohenleuben ein katastrophales erstes Schuljahr hinter sich. Drei Monate reguläre Beschulung, dann ist die Lehrerin zwei Monate krank. Notbeschulung. Corona kommt. Bis zum Ende des Schuljahres ist die Klassenlehrerin krank. Jetzt kommen viele Kinder, die das Schuljahr wiederholen plus Kinder aus Hohenölsen dazu, die in Deutsch nach einer anderen Methode unterrichtet wurden. Das alles in einer viel zu großen Klasse, in einer neuen Schule, mit neuer Lehrerin und Erzieherin. Unsere Schule ist ein wichtiger Standortfaktor. Sie entscheidet unter anderem darüber, ob Familien hier leben möchten oder nicht. Sie lässt eine kleine Kommune zusammenwachsen. Das alles möchten wir erhalten. Und die Demografie der nächsten Jahre spricht für diesen Erhalt.In dieser ganzen Zeit hätten wir Eltern und BürgerInnen von Hohenleuben uns gewünscht, dass es gemeinsame lösungsorientierte Gespräche gibt. Stattdessen werden wir vor immer neue vollendete Tatsachen gestellt. Aus unserer Enttäuschung, Trauer und Hilflosigkeit darüber wird zunehmend Frust und Wut. Und wir haben Angst, dass jedes neue Schuljahr neue Entscheidungen mit sich bringt. Nicht zum Wohle der Kinder, nicht zum Wohle der Eltern, nicht zum Wohle der Lehrerinnen (die Klassen mit annähernd 30 SchülerInnen oder mehr dauerhaft haben), sondern zum Wohle des Schulamtes, des Kreisamtes oder der Landrätin.

Da die Schülerzahlen in den nächsten Jahren in allen Schulen stetig steigen werden, wird diese aus unserer Sicht Notlösung das Problem des Lehrermangels, Schulausfällen etc. auch nicht beheben, sondern nur verschieben.

Thank you for your support, Stefanie Soch from Hohenleuben
Question to the initiator

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