Wir fordern die politisch Verantwortlichen eindringlich auf, die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen und Entscheidungen zu treffen, um die erreichte künstlerische Qualität der Oper erhalten, fortführen und Planungssicherheiten für die Bühnen der Stadt Köln über das Interim hinaus gewährleisten zu können.

Die Stadt Köln hat einen Intendanten gesucht, der die schwere Aufgabe übernimmt, die Oper Köln durch die Sanierungsphase zu leiten und zugleich wieder zu einem national und international führenden Haus zu machen. Diesen Intendanten hat sie In Uwe Eric Laufenberg gefunden. Unter seiner Leitung hat die Oper Köln in den letzten beiden Spielzeiten eine künstlerische Qualität erreicht, die durch Nominierungen, Auszeichnungen, exzellente Kritiken und den begeisterten Zuspruch des Publikums bestätigt wird.

Die eingeforderte Qualität und die damit verbundenen Erfolge werden erbracht. Trotzdem sieht sich die Oper Köln mit einer Politik konfrontiert, die nicht in der Lage ist, ihre eigenen im Kulturentwicklungsplan 2009 formulierten, notwendigen Maßnahmen umzusetzen, und die es riskiert, dass die auch von ihr immer wieder bestätigte künstlerische Entwicklung der Oper Köln zusammenzubrechen droht. Das wiegt besonders schwer, da die Sanierung beschlossen wurde und drei Jahre Interim bevorstehen, in der Planungssicherheiten für einen spielfähigen Betrieb unerlässlich sind.

Bei einer Sondersitzung des Betriebsausschusses der Bühnen der Stadt Köln, die nach einem Dringlichkeitsantrag der Fraktionen von CDU und FDP angesetzt wurde, konnte durch die Haltung der Fraktionen von SPD und GRÜNEN wieder kein Beschluss gefasst werden. Der von der Leitung der Bühnen erstellte Wirtschaftsplan wurde dem Oberbürgermeister und der Kämmerin vorgelegt, von diesen aber nicht unterzeichnet.

Die Oper Köln spielt wieder in der obersten Kategorie. Trotz eines Etats, der jetzt schon weit unter dem liegt, was andere Opernhäuser erhalten, trotz einer Mitarbeiterzahl, die in allen Abteilungen das unterste Limit längst erreicht hat. Durch weitere Einsparungen würden auch in Zukunft Stellenstreichungen nötig, die einen Erhalt und die Fortführung der künstlerischen Qualität ebenfalls unmöglich machen.

Die erreichte künstlerische Qualität unserer Oper Köln ist der Verdienst des Intendanten Uwe Eric Laufenberg. Mit seinen kreativen, innovativen Ideen, die er mit Begeisterung und größter Kompetenz mit uns, seinen Mitarbeitern, umzusetzen weiß, war und ist er ein Garant für gelebte und erlebte, berührende, leidenschaftliche Oper auf höchstem Niveau. Für die Bedeutung und die Ausstrahlung der Stadt Köln ein Glücksfall.

Der Intendant Uwe Eric Laufenberg hat nun die vorzeitige Auflösung seines Vertrages zum Ende der Spielzeit 2012/13 angeboten. Das dieser für die Oper begeistert kämpfende Künstler in diese Entscheidung getrieben wurde und keinen anderen Ausweg mehr sieht, ist ein Desaster für unsere Oper, für die Stadt Köln und stellt der Kulturpolitik ein Armutszeugnis aus, für die ein Kulturdezernent maßgeblich Verantwortung trägt, in dieser Stadt Prof. Georg Quander.

Das Taktieren und Verschieben von Verantwortlichkeiten der Fraktionen von SPD und GRÜNEN, haben es unmöglich gemacht in einem Dialog Lösungsmöglichkeiten zu finden, die Planungssicherheiten für die kommende Spielzeit, für das Interim und darüber hinaus geben.

Dringend benötigte Entscheidungen wurden immer wieder verschoben. Die nächste Spielzeit soll nun mit einem Kredit finanziert werden. Der wurde zwar genehmigt, aber keine Zusicherung gegeben, das Vertragsabschlüsse für die kommende Spielzeit gemacht werden können. Ein Widerspruch, der die katastrophale Folge hat, dass es fraglich ist, wie und in welcher Form die Spielzeit 2012/13 stattfinden kann.

Die künstlerische Qualtiät würden wir nicht halten, geschweige denn weiter entwickeln können und ein Intendant von Format mit diesen Qualitäten ist nicht zu ersetzen.

Der Oberbürgermeister Herr Jürgen Roters und der Kulturdezernent Herr Prof. Georg Quander haben das Angebot der vorzeitigen Vertragsauflösung Uwe Eric Laufenbergs selbstverständlich und leichtfertig angenommen. Die Veröffentlichung einer Mitteilung in der lokalen Presse über die eventuelle Vertragsauflösung, lastet man nun auch Herrn Laufenberg an und es steht deshalb der einvernehmlichen Vertragsauflösung die Androhung einer Kündigung gegenüber.

All das läßt den Eindruck entstehen, dass die Oper ein lästiger, überflüssiger und nicht gewollter Bestandteil des kulturellen Lebens in dieser Stadt ist und man mit der versuchten Demontage des Intendanten einen ersten entscheidenden Schritt getan hat, sich der Oper zu entledigen.

Die Zukunft und die Existenz unserer Oper Köln ist gefährdet.

Wir setzen ein starkes Zeichen für unseren Intendanten Uwe Eric Laufenberg, denn wir wollen auch in Zukunft auf höchstem Niveau begeisternde Oper für unser Publikum gestalten.

Begründung

Der Bedarf nach Oper ist ein grundsätzliches Bedürfnis sehr vieler Menschen, was sich in den großen Zuschauerzahlen und den begeisterten Reaktionen des Publikums ausdrückt.

Oper ist ein wichtiges Kulturgut und trägt dazu bei, eine Stadt wie Köln attraktiv zu machen und als Kulturstandort Beachtung zu finden.

Wenn Oper Qualität hat und regional, überregional und international Beachtung findet, leistet sie einen wichtigen Beitrag für den erfolgreichen Tourismus in einer Stadt, der wiederum eine wichtige städtische Einnahmequelle ist. In Städten wie München, Zürich und besonders Dresden etc. lebt ein großer Teil der touristischen Infrastruktur nur von den Besuchern der Opernhäuser. Nicht nur in dieser Hinsicht gehört die Oper zu den wesentlichen Faktoren einer wirtschaftlich orientierten Standortpolitik. Dies gilt besonders, das zeigen Untersuchungen, wenn es um die Anziehungskraft für hochqualifizierte Mitarbeiter geht, für Konzernzentralen, Forschungs- und Entwicklungszentren, etc.

So zeigte sich auch beim Gastspiel der Kölner Oper in China mit Wagners "Ring des Nibelungen", das landesweit in China übertragen wurde und für große Publicitiy sorgte, wie äußerst positiv sich dies auf die Wahrnehmung der Stadt Köln, auch und gerade in wirtschaftlicher Hinsicht ausgewirkt hat.

Oper trägt entscheidend zur Bildung von Kindern und Jugendlichen bei. Die Oper Köln im Besonderen durch die seit 15 Jahren bestehende Kinderoper und durch die Arbeit der Abteilung Theater und Schule der Bühnen, die zahlreiche Projekte mit den Schulen realisiert. Kindern und Jugendlichen wird ermöglicht Oper kennenzulernen und zu erleben. Als Zuschauer oder sogar aktiv auf der Bühne, wie in der vergangenen Spielzeit bei Carl Orffs gefeierter "Carmina Burana". Kinder haben einen ursprünglichen Zugang zur Musik und die Form der Oper gibt ihnen die Möglichkeit Spannungsvolles hörend und sehend miteinander zu verbinden und zusätzlich spielerisch menschliche, soziale, geistige und seelische Fähigkeiten zu entwickeln, die sie zu lebensfähigen und lebensfreudigen Menschen machen können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Unterstützer UNSERER Oper Köln!

    Am 11.06.2012 wurde die Petition eingereicht. Bis heute ist der Empfang nicht bestätigt worden.
    Die Hoffnung einer Bestätigung des Eingangs und eine Prüfung der Petition besteht nicht mehr, da unserem Intendanten Uwe Eric Laufenberg am Donnerstag, den 21.06.2012 fristlos gekündigt wurde.

    Unsere Forderung nach den notwendigen finanziellen Mitteln, die Planungssicherheiten geben für die Zeit des Interims und über diese hinaus und die Fortführung der erreichten künstlerischen Qualität mit unserem Intendanten Laufenberg kann somit nicht mehr erfüllt werden.

    Unsere Befürchtungen haben sich mit dieser fristlosen Kündigung bestätigt. Eine Oper auf hohem Niveau ist in der Stadt Köln nicht erwünscht.

    Wir sorgen uns um Uwe Eric Laufenberg, der die Oper Köln trotz aller Widrigkeiten, unter schwersten Bedingungen und mit einem nachweislich niedrigen Etat auf ein Spitzenniveau gebracht hat. Durch hohe Kompetenz und mit Idealismus motivierte er uns Mitarbeiter mit ihm Begeisterndes für unser Publikum zu leisten.

    Wir sorgen uns um UNSERE Oper Köln, denn wir sehen nicht, wie Interimszeit und Rückkehr in das sanierte Opernhaus künstlerisch und damit wirtschaftlich erfolgreich gestaltet werden sollen.

    Wir sorgen uns um unser Publikum.

    Wir sorgen uns um uns.

    Astrid Schubert
    Sängerin des Opernchores, im Namen der Mitarbeiter der Oper Köln

  • Liebe Unterstützer UNSERER Oper Köln!

    Unsere Petition "WIR für UNSERE Oper Köln" wurde eingereicht.

    Ein guter Zeitpunkt, denn die Zeit des Interims hat begonnen, die von uns allen das Äußerste abverlangen wird. Eine organisatorische und künstlerische Herausforderung, die es zu meistern gilt.

    Die letzte Vorstellung in unserem Opernhaus mit "Die Meistersinger von Nürnberg" am 07. Juni wurde mit Jubelstürmen gefeiert und wir, die Mitarbeiter mit unserem Intendanten Uwe Eric Laufenberg.
    Das macht dankbar, glücklich und gibt Kraft für die Zukunft.
    Wir wollen den eingeschlagenen künstlerischen Weg mit unserem Intendanten weitergehen, für unser Publikum und mit unserem Publikum.
    Leider wird es auch in den kommenden Wochen und Monaten nötig sein, dafür weiter zu kämpfen und Mittel und Wege zu finden, damit die Ratsmehrheit von SPD und Grünen, der Oberbürgermeister Herr Roters und der Kulturdezernent Herr Prof. Quander eine Entscheidung treffen, die Planungssicherheit gibt und eine Grundlage sein kann für die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit des Intendanten Laufenberg.

    Astrid Schubert

Pro

"... Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich ‚Subventionen‘ nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen.... Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert." Richard von Weizsäcker, 1991

Contra

Die sanierte Kölner Oper wird - im besten Fall - rund eine halbe Milliarde Euro kosten. Der anschließende Betrieb wird dauerhaft eine finanzielle Belastung sein. In einer Stadt, die nahezu pleite ist und die ihre Schulen verrotten läßt, ist solch eine Luxusausgabe nicht vermittelbar, zumal in zwei schnell zu erreichenden Nachbarstädten bereits Opernhäuser bestehen. M.E. reichen 10-12 nicht subventionierte Opernhäuser in Deutschland völlig aus, um das Kulturgut "Oper" zu bewahren, weil besonders die gehobene und finanziell unabhängige Mittelschicht von dem Angebot gebrauch macht.