Im Juli 2016 hat die Stadtverordnetenversammlung Amöneburg den ersten Schritt gemacht, ein Tankstellenprojekt am sog. "Amöneburger Kreisel" zu genehmigen. Bei dem geplanten Standort handelt es sich um freie Natur, angrenzend an das Naturschutzgebiet Radenhäuser Lache. Derzeit erstellt der Investor ein Landschaftsbildgutachten, das die "Einpassung der geplanten Tankstelle in die Landschaft" belegen soll.

Wir, eine Initiative von Bürgerinnen und Bürgern, denen die Natur und das einzigartige Landschaftsbild Amöneburgs am Herzen liegen, sind gegen eine Tankstelle an diesem Standort. Wir möchten diese unwiderrufliche Verschandelung der Landschaft verhindern!

Begründung

Warum wir gegen eine Tankstelle an der grünen Seite des Berges sind:

  1. Unwiderrufliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes

Amöneburg gilt als einzigartige, überregional bekannte Naturschönheit. Unsere Schätze sind die historische, geologische und natürliche Kulturlandschaft mit dem NIZA, Naturschutzgebiet, Natura 2000-Gebiet Radenhäuser Lache, Wanderwege. Eine Tankstelle kann nicht versteckt werden. Sie soll auffallen und Verkehr anziehen. Sonst ist sie zwecklos. Die „Einpassung einer fünfeinhalb Meter hohen Tankstelle in die Landschaft“ ist nicht möglich. Eine beleuchtete Tankstelle entwertet das landschaftliche Erscheinungsbild („Licht-Smog“). Sie steigert nicht den Erholungswert und sichert nicht die natürlichen Grundlagen für die Entwicklung der Stadt. Der im Projektantrag erwähnte Bezug zum ATMEN - Projekt am früheren Steinbruchgelände bleibt unklar. Naherholungsgebiet, Natur und Tankstelle passen nicht zusammen.

  1. Splittersiedlung

Größer als die bekannten Tankstellen in Kirchhain: Die angeblich "kleine“ Tankstelle wird 6 Fahrspuren plus LKW-Spur haben. Mit 3.700 qm wird sie doppelt so groß wie das 1999 gerichtlich untersagte Tankstellenprojekt in der Nähe. Ein halber Fußballplatz wird zubetoniert, und das in der Natur! Für Gewerbe gibt es ausgewiesene Gewerbegebiete in Amöneburg! Eine Tankstelle bleibt nicht allein. Auch wenn das heute bestritten wird, sind nach unserer Überzeugung weitere Gewerbeansiedlungen an der grünen Seite von Amöneburg vorprogrammiert.

  1. Erhebliche Verkehrsbelastung

Es ist eine drastische Zunahme des Verkehrs auf der Straße in Richtung Amöneburg, insbesondere durch LKW, bei nur einer Zu- und Abfahrt für die Tankstelle, zu befürchten, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit.
Lärm- und Abgasbelastung nehmen zu. Der Investor verneint die Bedeutung der Bundesstraße 62, obwohl sie im Antrag an die Stadt als Begründung für die Tankstelle genannt wird. Er ist Mitglied bei LKW-Logistikplattform Tankpool24. Der Betrieb von 22:00 bis 06:00 Uhr ist als Automatentankstelle vorgesehen. Daher rechnen wir insbesondere mit einer massiven Zunahme des überregionalen LKW-Verkehrs, der die Tankstelle auch nachts anfährt.

Dem stehen wenige angebliche „Vorteile“ gegenüber:

  1. Ersparnis von ein paar Kilometern zur nächsten Tankstelle.
  2. Sechs Arbeitsstellen (2 Vollzeit- und 4 Aushilfsstellen im Niedriglohnsektor). Wir müssen davon ausgehen, dass anderswo Arbeitsstellen wegfallen.
  3. Gewerbesteuer-Einnahmen voraussichtlich unter 5.000 € im Jahr (Schätzung auf Basis des Gewinns Fa. Lagotka in 2014 – neuere Zahlen lagen nicht vor). Das ist gerade mal 1% der Gewerbesteuer in der gesamten Gemeinde!

Einige Einwohner mehr, die wegen der schönen Landschaft herziehen, bringen der Gemeinde langfristig viel höhere Einkommensteuer-Anteile!

Die angeblichen Vorteile sind nicht nachvollziehbar

In wenigen Wochen wurden bereits viele Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Zahlreiche Bürger und Naturschutz-Verbände (BUND, NABU, HGON und die „Aktionsgemeinschaft Schutz des Ohmtals“) sind gegen die Tankstelle oder sehen das geplante Projekt zumindest kritisch. Die Idee einer Tankstelle bzw. eines Gewerbegebiets in der Nähe ist nicht neu und wurde bereits in zwei Gerichtsverhandlungen und Urteilen von 1999 und von 2009 abgelehnt. Damals lag das Vorhaben nur 200 m entfernt. Welche Argumente haben sich seitdem verändert?

FAZIT:

Die wenigen Vorteile wiegen die erheblichen Nachteile nicht auf! Helfen Sie daher mit, gemeinsam mit unserer Bürgerinitiative dieses Projekt zu stoppen. Es ist weder im Interesse Amöneburgs noch der Allgemeinheit.

Tankstellen gehören in ausgewiesene Gewerbegebiete – nicht in die Natur!

Verantwortlich: BI gegen eine Tankstelle an der grünen Seite des Berges: Katharina Weber, Andreas Möller-Forst, Winfried Nau, Amöneburg, im Mai 2017 Mail-Kontakt: keine-tankstelle-amoeneburg@gmx.de

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Neuigkeiten

  • Sehr geehrte Unterstützer der Initiative gegen eine Tankstelle an der grünen Seite der Amöneburg,

    mittlerweile hat der Investor seine Planung konkretisiert. Die Stadtverwaltung Amöneburg wird ab 22.Mai für einen Monat die Planung zur Änderung des Flächennutzungsplanes und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zur Einsicht durch die Öffentlichkeit auslegen. Da wir nicht davon ausgehen, dass unsere Argumente gegen eine Tankstelle an dieser Stelle mitten in der Landschaft entkräftet werden, wollen wir weiterhin gegen dieses Projekt vorgehen.

    Bitte informieren Sie sich durch persönliche Einsichtnahme in die Unterlagen in der Stadtverwaltung oder online auf der Internetseite der Stadt über das Projekt, machen Sie ggf. Einsprüche geltend, und besuchen Sie die Informationsveranstaltung der Initiative gegen die Tankstelle am Freitag, den 1. Juni um 19.30 Uhr in den Bürgerstuben, Karlstraße 2 in Amöneburg.

    Mit freundlichen Grüßen,

    die Initiative gegen eine Tankstelle an der grünen Seite der Amöneburg.

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.