Region: Bavaria
Education

Wir wollen eine wirkliche Schulwahl für autistische Kinder!

Petition is directed to
Bayerisches Kultusministerium
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  1. Launched 21/01/2021
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Laut Bayerischen Kultusministerium stehen in Bayern Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf alle Möglichkeiten offen. Von einem “vielfältigen differenzierten und durchlässigen Schulwesen” ist die Rede. Dabei hätten die Eltern ein starkes Wahlrecht. Eltern autistischer Kinder könnten diese Formulierung fast als Hohn bezeichnen. 

Denn für autistische Kinder gibt es keine wirklichen Optionen, von einem passgenauen Bildungsweg, der für jedes Kind gefunden wird, kann man absolut nicht sprechen.

2008 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Darin verpflichteten sich die Vertragsstaaten zu einem integrativen Bildungssystem auf allen Ebenen. In Bayern wurde daraufhin das Bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) zum 1.8.2011 angepasst. Ziel laut Artikel 30b ist die Schulentwicklung aller Schulen zu einer inklusiven Schule.

Aber wo stehen wir da bis jetzt bald 10 Jahre später? Schaut man auf die Seite des Kultusministeriums, so findet man heraus, dass aktuell von rund 6.000 Schulen aus allen Schularten lediglich 356 Inklusionsschulen sind.

Auf dem Papier sieht es gut aus, Zusammenarbeit mit den Förderzentren der unterschiedlichen Förderschwerpunkte, der mobile sonderpädagogische Dienst der entsprechenden Förderschule kommt zur Unterstützung von Lehrkräften, Schülern und Eltern, Lehrkräfte der Förderzentren unterrichten gemeinsam oder stundenweise die Schüler und Schülerinnen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Hinzu kommen unterschiedliche Modelle wie Kooperationsklassen oder Partnerklassen. So möchte man Eltern eine große Wahlmöglichkeit geben, so dass in Absprache mit der Schule der bestmögliche Bildungsweg für das Kind gefunden werden kann.

Fakt ist: Es gibt allgemein zu wenig Lehrkräfte. So bleibt kaum die Zeit, Inklusion mit allen Folgen zu betreiben. Das Umfeld für autistische Schüler und Schülerinnen anzupassen, geeignetes Lehrmaterial extra vorzubereiten, Ruhezonen einzurichten etc. Es fehlen am Ende einfach informierte Lehrkräfte, die ausreichend Erfahrung mit Autismus haben.

Mangelhafte Informationen und wenig Verständnis für Autisten führt nach wie vor zu Schulausschluss.

Sobald es um herausfordernde Verhaltensweisen geht, die im schlimmsten Fall nicht nur zu Störungen im Unterricht führen, sondern eine Gefahr für die eigene Person, die der anderen Schüler und Schülerinnen und für die Lehrkräfte darstellt, ist der Weg der Inklusion meist zu Ende. Dabei kommt dieses Verhalten nicht allein verschuldet durch das betreffende Kind zustande, sondern durch eine Reihe Faktoren, die eben auch von den Schulen ausgehen.

Da Bildung Ländersache ist, fordern wir deshalb von der Bayerischen Staatsregierung und dem Bayerischen Kultusministerium:

  • Schulen mit einem Förderschwerpunkt Autismus und dass dies nicht nur neue Förderzentren mit sich bringt, sondern auch allgemeine Inklusions-Schulen mit Spezialisierung auf diesen Förderschwerpunkt. Der sonderpädagogische Förderschwerpunkt sozial-emotional reicht nicht aus! Und auch wenn viele durchaus in dieses Profil passen oder auch in die Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung, Lernen und Sprache, so ist das nicht die Lösung. Es braucht ein, mit Autisten, ausgearbeitetes Förderkonzept, was genug Flexibilität aufweist um auf die Vielschichtigkeit von Autismus einzugehen.
  • Lehrpersonal muss bereits in der Ausbildung allgemein mit dem Thema Inklusion ausgebildet werden und sich dessen bewusst sein, wie vielseitig Inklusion ist. Es bedeutet auch sich mit Verhaltensauffälligkeiten auseinanderzusetzen, die nicht mit elterlicher Erziehung behoben werden können. Autismus bringt viele Herausforderungen mit sich, die unterschiedliche Lösungen brauchen und flexibel auf jedes einzelne autistische Kind angepasst werden müssen.
  • Es bedarf der regelmäßigen Aufklärung zum Thema Autismus für alle Lehrkräfte, Schüler und auch Eltern! Ein offenes Miteinander seitens der Familie des autistischen Kindes ist dafür natürlich Voraussetzung. Regelmäßige Veranstaltungen, in denen Autisten als Sprecher eingeladen werden, sollten verpflichtend werden. Elternabende, in denen Eltern von autistischen Kindern Lehrer, Erzieher und andere Eltern aufklären. Mobbing muss verhindert werden! Eltern müssen aufgeklärt sein, wenn sie ihr Kind an einer Schule mit Inklusions-Profil haben. Nur aufgeklärte Eltern haben aufgeklärte Kinder!
  • Gibt es keine erfolgreiche Inklusionsmöglichkeit, dann sollte für autistische Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit von Home-Schooling bestehen. Die Möglichkeit einer Online-Schule ist für viele die einzige Möglichkeit einen Abschluss ihren kognitiven Fähigkeiten entsprechend zu erreichen, den sie in den allgemeinen Schulen nicht erreichen würden. Es sollte nicht auf der Grundlage, der damit einhergehenden sozialen Isolierung, untersagt werden. Eine Genehmigung zur Aussetzung von Präsenzunterricht und Kostenübernahme einer Online-Schule sollte dafür deshalb selbstverständlich sein.

Reason

Bildung ist ein Recht, das allen Kindern gleichermaßen zusteht. Dafür sollten wir alle kämpfen!

Wir Eltern autistischer Kinder wollen uns nicht mehr länger für eine Schulart entscheiden müssen, die am Ende als einzige Wahl noch zur Verfügung steht, nur weil die fehlende Umsetzung geeigneter Maßnahmen für eine erfolgreiche Inklusion autistischer Kinder in einer allgemeinen Schule dazu führt. Wir möchten endlich eine wirkliche Chance für unsere Kinder.

Wir möchten für unsere Kinder eine Wahl, keine vorgeschriebene Option, die am Ende ein Kompromiss ist, der das ganze Leben entscheidet! Unsere Kinder haben ein Recht auf uneingeschränkten Zugang zu Bildung!

Jeder Ausschluss von einer allgemeinen Schule, lediglich aufgrund der autistischen Verhaltensweisen, ist ein Verstoß mehr gegen die verbindliche Zusage zur UN-Behindertenrechtskonvention!

Thank you for your support, Angela Bodschwina from Geisenhausen
Question to the initiator

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Why people sign

  • Nicole Warmuth Wasserlosen

    on 09 Feb 2021

    Es muss gelingen jedes Kind mit förderbedarf in jeder Schule zu integrieren! Denn auch Kinder mit sonderpäthagogischen sonderbedarf fallen aus allem heraus und werden von jedem außen vor gelassen

  • on 04 Feb 2021

    Weil ich selbst Mama eines autistischen Kindes bin..

  • Bartkowiak Melanie Fürstenfeldbruck

    on 04 Feb 2021

    Weil ich helfen will

  • on 02 Feb 2021

    Weil meine Freundin mit ihrem autistischen Jungen schon seit fast einem Jahr zu Hause sitzt, da es niemanden gibt der diesen Jungen in eine Förderschule begleiten könnte .

  • Simone Hengstler Bad Münstereifel

    on 02 Feb 2021

    Mein Sohn ist Autist. Eigentlich ist er Schüler einer Förderschule E+S, aber dort haben seine Lehrer kaum Ahnung vom Thema Autismus. Durch falsche Erwartungen und Einstellung der Lehrkräfte hat mein Sohn viele negative Erfahrungen gemacht. Deshalb möchte ich ihn schon seit 3 Jahren (sein 2.Schulj.) zuhause unterrichten. Seit Corona ist es endlich möglich. Wir machen Fortschritte. Es gibt eine Fernschule, die passen würde, aber das Schulamt kennt diese Möglichkeit gar nicht, daher ist eine Kostenübernahme nicht sicher. Mein Budget als Alleinerziehende ist jedoch begrenzt, gerade weil ich nicht genügend Arbeitsstunden pro Woche leisten kann, obwohl ich unter "normalen" Bedingungen gerne wieder Teilzeit arbeiten möchte. Ich wünsche mir daher mehr Aufklärung und Toleranz zum Thema Autismus und Lernorte/-bedingungen.

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