Education

Wir wünschen uns ein neues "Bafög to go"

Petition is directed to
Bundesministerium für Bildung und Forschung
24 Supporters 24 in Deutschland
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  1. Launched 04/08/2019
  2. Collection yet 5 months
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Mit unserem "Bafög to go" wollen wir ein neues wirkungsvolles Instrument gegen den Fachkräftemangel und für lebenslange Lernmöglichkeiten schaffen. Außerdem wäre es wunderbar dazu geeignet endlich Hartz IV zu überwinden.

Wir brauchen endlich ein Recht auf Bildung und deren finanzielle Unterstützung! Das "Bafög to go" wäre auch ein wunderbarer Friedensstifter und Harmonisierer zwischen den Bevölkerungsschichten in Deutschland. Denn es schafft Gerechtigkeit und Möglichkeiten für alle.

Kennzeichen:

  • 1000-1500 Euro/Monat je nach persönlicher Situation
  • Rückzahlungsfrei
  • Berufsfreiheit
  • Sanktionsfrei
  • Für Erst- und Mehrfachausbildungen sowie Studium
  • Lebenslange Möglichkeiten
  • Fordern durch Fördern

Bildungsgutscheine und auch das AFBG sollten 3 jährige Ausbildungen oder auch ein Studium von 4 Jahren fördern können.

Warum gibt es in Deutschland noch keinen Rechtsanspruch auf Bildung und Weiterbildung für alle Alterslagen? „Fordern durch Fördern“ wäre ein neuer schöner wohlwollender Leitgedanke für Novellierung oder für unsere Idee vom "Bafög to go"

Reason

Begründung und Wissenswertes am Beispiel der Erzieher/innenausbildung hier in Berlin und bisheriger Bafögmodelle wie Aufstiegsbafög (AFBG), früher Meisterbafög, § 27 SGB II vom Jobcenter und Arbeitsagentur und co im Beispiel der Erzieherausbildung in Berlin: Momentan können AFBG- Bezieher bei den Erzieherausbildung nur 2 staatliche Fachschulen (Jane-Addams OSZ und Ruth- Cohn OSZ) mit Sonderklassen besuchen. Weil nur 2 Ausbildungsjahre von 3 unterstützt werden waren es 2018 nur 15 (!) risikobereite Quereinsteiger im Erzieherberuf berlinweit! Dabei kann alleine die Jane-Addams Schule OSZ 14 (!) Erzieherklassen parallel ausbilden. Doch seitens der Abiturienten kommen nur noch wenige Anmeldungen für das Schuljahr 2019. Wenn wir jetzt nicht die Chancen schaffen, das willige Quereinsteiger sich direkt in die Vollzeitklassen der Erzieherfachschulen einschreiben können, dann sind bald auch die staatlichen und kostenlosen Schulen nur noch mit Stellenabbau und Alternativnutzungen beschäftigt.

Das Aufstiegsbafög (AFBG) wird nur für einen Zeitraum von 2 Jahren bewilligt und stellt den Abschluß vieler Ausbildungen in Frage. Niemand scheint in der Lage zu sein diese Ausbildungsförderung auf 3 Jahre zu novellieren. Nach den 2 Jahren muss eine Kreditsumme von über 10.000 € zurückgezahlt werden…und das bei einem Mangelberuf ? Fehlende Planungssicherheit hält viele von der Ausbildung ab. Informiert man sich auf der Hotline zum Aufstiegsbafög (AFBG) steht diese Förderung offiziell nur der Erstausbildung bzw. der beruflichen Weiterentwicklung der Sozialassistenten zur Verfügung. Es wurden zwar auch Anträge von Quereinsteigern aus anderen Berufsfeldern genehmigt, doch echte Planungssicherheit ist aufgrund der Rechtslage hier nicht gegeben…und die Angst vor Überschuldung und vorzeitigem Ausbildungsabbruch bleibt. Den lebenserfahrenen Quereinsteigern sollten mehr Gelegenheiten zur beruflichen Umorientierung geboten werden und gerade der Erzieherberuf würde profitieren von ihren Qualitäten. Gerade Zweitausbildungen und Studienabschlüsse im mittleren Alter versprechen höchsten Kompetenzzuwachs.

Die Vollzeitschulausbildung zum Erzieher über 3 Jahre incl. verschiedener Praktikas bietet eine hochwertige Schulung und Praxiserprobung in verschiedenen Einrichtungen und Altersklassen der Kinder und ist besonders für Quereinsteiger geeignet. Der § 27 SBG II, der gerne zur alternativen Finanzierung des 3. Ausbildungsjahres des AFBG benannt wird ist zum jetzigen Stand nicht anwendbar. Im § 27 SGB II steht, das „alleine wirtschaftliche Notwendigkeiten“ nicht zur Beantragung der Unterstützung ausreichen. Eine Grundsicherungszusage über einen kompletten Ausbildungszeitraum wäre auch ok und hilfreich… nur auf solche einfachen Ideen kommt niemand.

Die berufsbegleitende Ausbildung in gleicher Ausbildungszeit mit 24 Praxisstunden und 20 Theoriestunden pro Woche ist eine sich selbstfinanzierende Option in Berlin, bei der niemand eine Bildungsfinanzierung benötigt. Jedoch ist diese Ausbildungsform nicht jedermanns Sache, denn die Doppelbelastung von langen Schultagen und 24 h Kitaalltag pro Woche ist nicht unerheblich und geht auf Kosten der schulischen Inhalte und Resilienzkräfte des Auszubildenden bzw Quereinsteigers. Außerdem stehen nicht genügend berufsbegleitende Ausbildungsstellen zur Verfügung, um auch nur ansatzweise den Berliner und deutschen Bedarf an Erziehern zu decken.

Über Arbeitsagenturen und Jobcenter wurden in der Vergangenheit mehr Bildungsgutscheine bzw. Bildungswünsche abgelehnt als bewilligt ! Warum Bildungsgutscheine Einzelfallentscheidungen sind und in einer Zeit des Fachkräftemangels und von sprudelnden Steuerquellen abgelehnt werden erschließt sich uns nicht ! Tatsache ist das solche abgelehnten Weiterbildungswilligen danach vom Jobcenter und Arbeitsagentur gerne als „Erzieherhelfer“ in die Kitas geschleust werden. Zu Anfang dieser Praxis wurden Erzieherhelfer noch 6 Monate auf ihre künftige Tätigkeit (die Unterstützung der Erzieher + Unterstützung im Servicebereich) geschult und vorbereitet. Mittlerweile ist es so, dass diese Schulungen entfallen und Quereinsteiger oder Arbeitslose ohne Schulung in die Kitas gelangen. Es reicht dazu ein 6 wöchiges sozialpädagogisches Praktikum in einer Kita oder ähnliches. Diese Entwicklung beobachten wir mit Sorge und Kopfschütteln, von der Nachhaltigkeit ganz zu Schweigen. Die Entwicklung, das Bildungswillige von der Arbeitsagentur/ Jobcenter ausgebremst werden und in den Billiglohnsektor gelotst werden ist gesellschafts- und arbeitsmarktpolitisch nicht verantwortbar und nebenbei noch demütigend für motivierte Antragsteller.

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