Mit der Petition soll erreicht werden, dass sich die Bundesregierung verstärkt für die Zukunftsprojekte ihrer Hightech-Strategie unter Einbeziehung der Disziplinen Herstellung, Lieferung, Instandhaltung, Recycling und Nutzung einsetzt.

Begründung

Das heutige Wirtschaften findet auf sehr unterschiedlichen Leistungsniveaus statt. Bei der Warenherstellung mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Ablaufgestaltung und Abwicklung ist es relativ hoch. Bei allen anderen Disziplinen, auch weil dort Ablaufgestaltung kaum existiert, ist es dagegen gering. Zukünftiges Wirtschaften erfolgt wertschöpfungsorientiert, nachfragegesteuert, digitalisiert, automatisiert. Waren werden über den gesamten Lebenszyklus administriert, Abwicklungen aller Disziplinen gestaltet und koordiniert.Informationsdienste sind die Leistungsträger. Sie überwinden Organisationsgrenzen kommunikativ im Internet, operativ in den Datenmodellen logistischer Prozessablaufketten. Mit ihnen werden logistische Standorte versorgt, entsorgt und vernetzt, in dicht besiedelten Ballungsgebieten, in dünn besiedelten Flächengebieten. Über Jahrzehnte entsteht ein digitalisiertes, automatisiertes, ökonomisch leistungsstarkes, ökologisch vorbildliches globales Logistiknetzwerk, das Arbeits-, Dienstleistungs-, Investitionsgüter- und Gebrauchsgütermärkte nachhaltig auslastet.Wertschöpfungsketten verändern sich mit der Zeit. Im Wettbewerb um die schnelle, bedarfsgesteuerte Warenversorgung siedeln Produzenten ihre Fertigungen absatznah an, versorgen Verbraucher über vernetzte Produktions- und Lieferketten direkt. Aus neuem Wissen entstehen neue Berufsfelder, technische Systeme, IT-Anwendungen. Im diesem Zukunftsszenario erzielen Informationsdienste bereits ohne Investitionsaufwand erheblichen ökonomischen Nutzen. Dafür nehmen Anwender Abhängigkeiten in Kauf, die sich schnell zu Abhängigkeiten ganzer Volkswirtschaften entwickeln! Noch ist nicht bekannt, wer als erster ServiceProvider Informationsdienste ankündigen wird und damit über die globale Gestaltungshoheit des Wirtschaftens verfügt. Deutschland nimmt an diesem Wettbewerb nicht teil, fokussiert sich vielmehr auf die Warenherstellung und sucht in den Unternehmen nach potentialträchtigen Verbesserungspotentialen. Die Warenlieferung, das strategische Zentrum des Wirtschaftens, ist dort allerdings nicht zu finden. Hierfür ist eine unternehmensübergreifende, marktorientierte Sicht erforderlich. Bis der ServiceProvider seinen Leistungsbetrieb aufnimmt, muss die deutsche Volkswirtschaft warten. Und erst, wenn Schnittstellen dafür bereitstehen, können selbstentwickelte Systeme, Dienste, Anwendungen in das globale Logistiknetzwerk eingebunden werden. Dazu gehören dann auch alle Industrie 4.0-Anwendungen.Entwickelt sich dieses Szenario real, wird Deutschland die Gestaltungshoheit über das zukünftige Wirtschaften entzogen. In der Folge gehen langfristige Auslastungspotentiale von Arbeits-, Dienstleistungs-, Investitionsgüter- und Gebrauchsgütermärkten wieder verloren.Soll dieses sehr realitätsnahe Szenario noch verhindert werden, muss sehr schnell und zielführend gehandelt werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Neuigkeiten

  • Pet 3-18-30-703-032335

    Wirtschaftspolitik


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 30.03.2017 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen teilweise entsprochen
    worden ist.

    Begründung

    Mit der Petition soll erreicht werden, dass sich die Bundesregierung verstärkt für die
    Zukunftsprojekte ihrer Hightech-Strategie unter Einbeziehung der Disziplinen
    Herstellung, Lieferung, Instandhaltung, Recycling und Nutzung einsetzt.
    Zur Begründung der Petition wird ausgeführt, dass das heutige Wirtschaftsleben auf
    sehr unterschiedlichen Leistungsniveaus stattfinde. Bei der Warenherstellung sei das
    Leistungsniveau wegen einer kontinuierlichen Verbesserung der Ablaufgestaltung und
    Abwicklung sehr hoch. Dagegen seien bei allen anderen Disziplinen – auch, weil dort
    die Ablaufgestaltung kaum existiere – die Leistungsniveaus sehr gering. Zukünftiges
    Wirtschaften werde wertschöpfungsorientiert, nachfragegesteuert, digitalisiert und
    automatisiert erfolgen. Zukünftig würden die Informationsdienstleister die
    Leistungsträger des Wirtschaftens sein. Die Abnehmer dieser Dienstleistungen
    nähmen Abhängigkeiten in Kauf, die sich schnell in Abhängigkeiten der Volkswirtschaft
    entwickeln könnten. An diesem Bereich des Wettbewerbs nehme Deutschland jedoch
    nicht teil, da es sich zu sehr auf die Warenherstellung fokussiere. Somit werde
    Deutschland die Gestaltungshoheit über das zukünftige Wirtschaften entzogen. In
    dessen Folge gingen langfristige Auslastungspotenziale von Arbeits-,
    Dienstleistungs- , Investitionsgüter- und Gebrauchsgütermärkten verloren. Auf die
    weiteren Ausführungen in der Petition wird verwiesen.
    Es handelt sich um eine Petition, die auf den Internetseiten des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht wurde und zur Diskussion bereitstand. Der Petition
    schlossen sich 21 Unterstützer an und es gingen 6 Diskussionsbeiträge ein.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich

    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:
    Die Bundesregierung setzt sich für eine umfassende, ressortübergreifende
    Innovationspolitik ein. Dabei folgt die Forschungs- und Innovationspolitik der
    Bundesregierung dem Leitbild eines innovativen Deutschlands. Die Hightech-Strategie
    der Bundesregierung bildet hierfür den Rahmen und gibt Leitlinien für eine kohärente
    Forschungs- und Innovationspolitik vor. Die neue Hightech-Strategie basiert auf fünf
    Säulen:
    1. Prioritäre Zukunftsaufgaben,
    2. Besserer Transfer,
    3. Höhere Innovationsdynamik,
    4. Verbesserter Rahmen,
    5. Stärkerer Dialog.
    Mit der neuen Hightech-Strategie werden thematische Prioritäten bei Forschung und
    Innovation gesetzt, die von großer Innovationsdynamik geprägt sind und
    wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand versprechen. Zu den sechs prioritären
    Zukunftsaufgaben zählen „Digitale Wirtschaft und Gesellschaft“, „Nachhaltig
    Wirtschaften und Energie“, „Innovative Arbeitswelten“, „Gesundes Leben“, „Intelligente
    Mobilität“ und „Zivile Sicherheit“.
    Ihre Umsetzung erfolgt durch eine Vielzahl von Maßnahmen und Aktivitäten der jeweils
    involvierten Ressorts. Im Rahmen dieser Aktivitäten können auch spezifische
    Teilbereiche aufgegriffen werden, wie zum Beispiel die Rahmenbedingungen zum
    Bereitstellen von Informationsdiensten als Serviceprovider. So wird der in der Petition
    angesprochene elektronische Markt bereits mit einer hohen Priorität in der Hightech-
    Strategie adressiert, da die digitale Wirtschaft eine von den sechs prioritären
    Zukunftsaufgaben ist. Des Weiteren findet sich das Thema auch in dem
    Zukunftsprojekt „Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft“ wieder.
    Deutschland ist als einer der weltweit führenden Innovationsstandorte technologisch
    und wirtschaftlich gut aufgestellt. Dies ist auch deshalb von Bedeutung, da sich der
    globale Innovationswettbewerb verschärft, neue Wettbewerber auf die internationalen
    Märkte drängen und Unternehmen bei der Wahl ihrer Standorte für Forschung und
    Entwicklung flexibler werden. Die Wertschöpfungsketten werden internationaler und
    komplexer.

    Vor diesem Hintergrund begrüßt der Petitionsausschuss die neue Hightech-Strategie
    der Bundesregierung, die wichtig ist, um mit zukunftsfähigen Innovationen
    Deutschlands Position als führende Wirtschafts- und Exportnation zu stärken. Er sieht
    mit der Hightech-Strategie der Bundesregierung die thematischen Prioritäten bei
    Forschung und Innovation breit gesetzt. Bezogen auf die Ausführungen in der Petition
    sieht der Petitionsausschuss deshalb keinen konkreten Handlungsbedarf. Er
    empfiehlt, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen teilweise
    entsprochen worden ist.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.