Im Jahr 2015 tritt in Baden-Württemberg der neue Bildungsplan für die allgemeinbildenden Schulen in Kraft. Seit gut einem Jahr arbeiten die Bildungsplankommissionen an dessen Erstellung. Im November 2013 wurde in dem Arbeitspapier „Bildungsplanreform 2015 - Verankerung der Leitprinzipien“ die Verankerung von fünf Leitprinzipien dargelegt: Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention & Gesundheitsförderung sowie Verbraucherbildung.

Die Pläne unterschätzen den irritierenden, ideologisch-indoktrinatorischen Einfluß der Kirchen durch den Religionsunterricht.

Wir unterstützen nachdrücklich, Gläubige und Kirchenanhänger nicht zu diskriminieren. Bestehende Diskriminierung soll im Unterricht thematisiert werden.

Forderungen

Wir fordern eine Ergänzung des Papiers „Bildungsplanreform 2015 - Verankerung der Leitprinzipien“.

Wir fordern…

…ein klares Zeichen der Bildungsplankommission zu einer unvoreingenommenen Pädagogik und ein „Nein“ zur Überbetonung der Kirchen und ihrer Interessen.

…den Erhalt des vertrauensvollen Verhältnisses von Schule und Elternhaus und den sofortigen Stopp eines propagierenden Religionsunterrichts.

…ein uneingeschränktes „Ja“ zum Wissenschaftsprinzip in Schule, Unterricht und Lehrerbildung und lehnen ideologische Kampfbegriffe und Theoriekonstrukte ab.

…die Orientierung an den Werten unseres Grundgesetzes, das die persönliche Würde und die Gleichheit vor dem Gesetz nicht über eine falsch verstandene bzw. eindimensionale Auslegung des Schutzes von Ehe und Familie stellt (GG Art. 1 und 3).

…die Suizidgefährdung bei homosexuellen Jugendlichen nicht nur als Problemanzeige zu benennen, sondern konkrete Präventionsmaßnahmen anzugehen, darunter die Abschaffung eines die persönliche, auch sexuelle, Entwicklung des einzelnen störenden Religionsunterrichts. Die von Krichen geforderte Tabuisierung von Homophobie an Schulen fördert die Vertiefung und nicht die Überwindung dieses Problems. Dagegen müssen die Landesregierung und der Landtag ein Zeichen setzen.

…eine Gewaltprävention gegen alle Formen von Ausgrenzung. Ausgrenzendes Handeln durch Kirchen unter dem Etikett „christliches“ Handelns ist als solches zu thematisieren.

Begründung

  1. Wir nehmen die Würde des Einzelnen und den Respekt vor dem Einzelnen sehr ernst.

  2. Was in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kontrovers ist, muss auch in Bildungsprozessen kontrovers dargestellt werden: wir treten für Weltoffenheit, Toleranz sowie Respekt vor jedem Menschen und seiner unantastbaren Würde ein. Wir setzen uns für eine Bildung ein, die Kinder und Jugendliche stark macht, eine eigene Identität auszubilden und ihre Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern.

  3. Eine konstruktive Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus wird durch ideologisch geprägten und die freie Persönlichkeitsentfaltung irritierenden Religionsunterricht empfindlich gestört.

  4. Wir sind für eine wissenschaftlich orientierte Pädagogik in Schule, Unterricht und Lehrerbildung und gegen ideologische Theoriekonstrukte – wie z.B. der Kirchen.

  5. Eine verantwortungsvolle Pädagogik, wie sie der Bildungsplan mit seinen Leitprinzipien und Bildungsstandards vorsieht, verfolgt das Ziel, niemanden an der Schule auszugrenzen und zu diskriminieren. Gegenseitige Achtung und Respekt sind Aufgabe aller Beteiligten im Bildungsbereich. Der Bildungsplan hat eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und sollte alle relevanten Träger der Zivilgesellschaft einbeziehen. Die Behandlung der Formen von Ausgrenzung an den Schulen unseres Landes müssen Aspekte wie sexuelle Identität neben den Aspekten ethnische Herkunft, Behinderung, Alter, Geschlecht, Weltanschauung/Religion etc. gleichberechtigt behandeln.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

Pro

Ist es nicht außerdem paradox, den Schülern übermitteln zu wollen, dass Gott die Welt erschaffen hätte und in der nächsten Stunde Biologie ansteht? Also das kann ich nicht nachvollziehen. Sowohl in Religion muss man sich bemühen, eine gute Note zu erlangen, als auch in Biologie, obwohl man doch nur an eines beider Theorien glauben kann? Für mich stellt sich jetzt hier die Frage, auf was die Schule hinaus will? Will sie uns widersprüchliche Theorien auf den Hals zwängen oder uns vortbilden? (15 Jahre, W)

Contra

Ist Religionsunterricht nicht das einzige Fach bei dem ein Schüler das Wissen selber weiter entwickeln darf und für sich selber bestimmen kann? Ist es nicht der Sinn des Lebens, der dabei deutlich gemacht wird, wenn das fehlt , was kommt dann der Gesellschaft entgegen? Kein Ethikunterricht kann das ersetzen, das Lernen der Unterschiede der Gesellschaft,kultureller Begegnungen und Konfikte, es ist Teil unserer Geschichte. Man sollte aber entscheiden dürfen: Philosophie oder Religion, so kenne ich das als Schülerin und so funktioniert es auch ausgesprochen gut.