Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Alle reden von Zuwanderung und Integration, keiner redet über uns. Dabei stehen wir freiberuflichen DozentInnen in der ersten Reihe, wenn es um die Integration von Zuwanderern geht. In den Integrations-Sprachkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und in anderen Sprachkursen vermitteln wir die deutsche Sprache und Kultur und ermöglichen es so den MigrantInnen, hier zu leben und zu arbeiten. In diesen Kursen arbeiten fast ausschließlich hochqualifizierte FreiberuflerInnen – für ein sehr geringes Honorar, ohne Anspruch auf Krankengeld oder Urlaubsvergütung. Es besteht zudem Sozialversicherungspflicht ohne die Möglichkeit, sich etwa – wie andere FreiberuflerInnen - der Künstler-Sozialkasse oder einem ähnlichen Verband anzuschließen. Wir fordern - Honorarfortzahlung im Krankheitsfall - Honorare, die am tariflich festgelegten Gehalt für angestellte LehrerInnen im Schuldienst ausgerichtet sind - Eine faire Urlaubsregelung: Mindestens 24 Tage bezahlten Urlaub im Jahr - eine Angliederung an die Künstlersozialkasse oder einen ähnlichen Verband

Nicht nur für Honorarkräfte in den BAMF-Kursen, sondern für Fortbildungskräfte allgemein sehen wir den Bund in der Pflicht, hier entsprechende Regelungen für diesen wichtigen Berufsstand zu treffen. Wir denken, es ist jetzt höchste Zeit zu handeln, denn kaum jemand ist noch bereit, zu unseren Bedingungen zu arbeiten. Und was wird aus der Zuwanderung, wenn die Sprachvermittler fehlen?

Begründung

Wir leisten wichtige Integrationsarbeit, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Es gibt immer weniger qualifizierte Lehrkräfte, die zu unseren Bedingungen arbeiten wollen. Zurzeit strömen die Menschen nach Deutschland, sie brauchen möglichst schnell solide Sprachkenntnisse. Unsere Arbeitsbedingungen müssen sich ändern, sonst gibt es bald keine Lehrer/innen für Deutsch als Fremdsprache mehr.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Hallo!
    Vielen Dank dafür, dass so viele unterzeichnet haben. Es sind leider nicht genügend Unterschriften zusammen gekommen, aber die Sache hatte einen Teilerfolg: Einige DaF-Gruppen haben sich vernetzt und wissen voneinander. Es ist geplant, Kommentare aus der Petition zunächst für eine Veranstaltung zum Thema DaF auszuwerten,und einige sammeln Unterschriften auf Papier weiter. Für Infos: msaatkamp@web.de.

    Vielen Dank!

Pro

Honorarlehrkräfte sind nicht freiwillig freiberuflich, so absurd es klingen mag, aber sie haben gar keine andere Wahl. Und Honorare bestimmen sie auch nicht selbst. Behandelt werden sie aber wie Selbständige. Es ist dringend notwendig, das zu ändern. Das, was vom Honorar übrig bleibt, grenzt an den Mindestlohn. Ist es gerecht bei hochqualifizierten Kräften mit Hochschulabschluss und mehrjähriger Erfahrung? Definitiv nicht!

Contra

Wenn unsere lieben Politiker keine Asylanten mehr hereinbitten würden, könnten Sie sich mit der sinnvollen Ausbildung unserer deutschen Schüler und Studierenden beschäftigen und somit einen wirklich wertvollen Dienst am Volk leisten!