Petition gegen das geplante Rechenzentrums im Ortsteil Eiche

Petition richtet sich an:
Gemeinde Ahrensfelde, Bürgermeister/in, Gemeindevertretung

321 Unterschriften

Sammlung beendet

321 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet Oktober 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Gemeinde Ahrensfelde, Bürgermeister/in, Gemeindevertretung

Wir fordern die Gemeinde Ahrensfelde auf,
das geplanten Rechenzentrum im Ortsteil Eiche im Rahmen der 9. Änderung des Flächennutzungsplans sowie des Bebauungsplans „Rechenzentrum Eiche“ nicht weiterzuverfolgen bzw. in dieser Form abzulehnen.

Begründung
Das geplante Rechenzentrum widerspricht wesentlichen öffentlichen und örtlichen Interessen. Nach Abwägung der vorliegenden Gutachten, Planunterlagen und Stellungnahmen ergeben sich insbesondere folgende Kritikpunkte:

1. Unverhältnismäßiger Energiebedarf und Klimaziele
Das Rechenzentrum ist laut Projektunterlagen auf eine elektrische Leistung bis zu 100 MW ausgelegt.
Damit gehört es zu den energieintensivsten Anlagen Brandenburgs.
Ein derartiger Einzelverbrauch steht in deutlichem Spannungsverhältnis zu den kommunalen und landesweiten Klimaschutzzielen.
Die vorliegenden Planunterlagen zeigen keine nachvollziehbare Strategie zur Versorgung mit erneuerbarer Energie oder zur Einbindung in eine kommunale Wärme- und Stromplanung.
Auch das Abwärmekonzept bleibt auf einer theoretischen Ebene und benennt keine konkreten Abnehmerstrukturen.

2. Lärmbelastung und Schallgutachten
Das Schallgutachten (KSZ, Juli 2025) arbeitet mit Geräuschkontingenten nach DIN 45691 und schließt eine Einhaltung der TA-Lärm-Werte unter idealisierten Annahmen.
Die tatsächlichen Dauergeräusche aus Kühlung, Lüftung und Netzersatzanlagen sind nicht gemessen, sondern modellhaft berechnet.
Eine Gesamtsimulation für Dauerbetrieb mehrerer Module liegt nicht vor.
Die prognostizierten Werte an den nächstgelegenen Wohnhäusern bewegen sich je nach Gebietstyp zwischen 34 und 44 dB(A) – was bei ununterbrochenem 24-Stunden-Betrieb eine spürbare Dauerbelastung darstellen kann.
Die Gutachter selbst weisen auf Prognoseunsicherheiten hin.

3. Verkehr und Erschließung
Der Bau eines 100-MW-Rechenzentrums erfordert umfangreiche Bodenbewegungen, Betonarbeiten und Materialanlieferungen über mehrere Jahre.
Das Verkehrsaufkommen während der Bauzeit ist in den Unterlagen nicht quantifiziert.
Im Regelbetrieb rechnet das Gutachten zwar nur mit etwa 100 Pkw und 4 Lkw pro Tag, jedoch fehlen Aussagen zur Spitzenbelastung während Bau und Inbetriebnahme.
Die Baustraßenerschließung über den Mehrower Weg und landwirtschaftliche Flächen bedeutet zudem einen Eingriff in den Außenbereich, der landschaftsplanerisch bewertet werden muss.

4. Fehlender kommunaler Nutzen
Das Vorhaben bindet über zehn Hektar Fläche und erfordert erhebliche Infrastruktur- und Energieinvestitionen.
Die Zahl der dauerhaften Arbeitsplätze bleibt in den Unterlagen ungewöhnlich gering (typisch < 50 Personen bei Anlagen dieser Größenordnung).
Auch die Höhe und Nachhaltigkeit potenzieller Gewerbesteuereinnahmen sind nicht belastbar dargelegt – insbesondere bei konzernübergreifenden Betriebsstrukturen.
Ein direkter kommunaler Mehrwert für Ahrensfelde ist derzeit nicht erkennbar.

5. Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes
Das geplante Bauvolumen umfasst mehrere zehntausend m² Nutzfläche und verändert das Ortsrandbild von Eiche erheblich.
Zwar sind Erdwälle und Bepflanzungen vorgesehen, doch erreichen diese keine vollständige Abschirmung gegenüber der offenen Landschaft.
Die Höhenentwicklung technischer Aufbauten und Schornsteine ist im Planverfahren nicht begrenzt und wird erst in einem nachgelagerten Genehmigungsschritt konkretisiert.
Damit bleibt die visuelle Wirkung und Fernsichtbeeinträchtigung unklar.
Auch eine Bewertung der Nachtbeleuchtung fehlt bislang.

6. Beteiligung und Bürgerwille
Die Unterlagen zeigen, dass wesentliche technische Parameter (Leistung, Energieversorgung, Kaminhöhen, Leitungsführung) erst in nachgelagerten Verfahren festgelegt werden.
Damit kann die Öffentlichkeit keine vollständige Abwägung vornehmen.
Eine frühzeitige und transparente Diskussion der energetischen, ökologischen und verkehrlichen Gesamtwirkungen ist daher gerechtfertigt.
Die Petition versteht sich nicht als Blockade, sondern als Ergänzung zur formalen Beteiligung, um kritische Detailfragen in die politische Debatte einzubringen.

Forderung
Wir fordern daher die Gemeindevertretung der Gemeinde Ahrensfelde auf,

  1. die Planverfahren zum Rechenzentrum Eiche zu stoppen,
  2. alternative, gemeinwohlorientierte Nutzungen für das betroffene Areal zu prüfen, und
  3. die Bürgerinnen und Bürger in einem Bürgerentscheid über Großvorhaben dieser Art künftig verbindlich mitbestimmen zu lassen.

Begründung

Wir, die Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils Eiche, sehen uns durch die geplante Ansiedlung eines großflächigen Rechenzentrums unmittelbar betroffen – in unserer Lebensqualität, in der Entwicklung unseres Ortes und in der Zukunft unserer Gemeinde.

Diese Petition soll ein sichtbares Zeichen setzen: Eiche will gehört werden. Wir fordern, dass die Gemeindevertretung Ahrensfelde den klaren Bürgerwillen respektiert und die Planungen zum Rechenzentrum stoppt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Bürgerinitiative der Bürger von Eiche, Ahrensfelde
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 18.10.2025
Sammlung endet: 17.04.2026
Region: Ahrensfelde
Kategorie: Bauen

Neuigkeiten

  • Ein wichtiger Teilerfolg für Eiche – danke für eure Unterstützung!
    Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    gestern waren rund 30 Bürgerinnen und Bürger bei der Sitzung der Gemeindevertretung dabei. Vielen Dank an alle, die gekommen sind und unserer Petition ein Gesicht gegeben haben!
    Auf meine Bitte hin beantragte ein Gemeindevertreter, die Behandlung unserer Petition vorzuziehen. So konnten auch Menschen mit familiären Verpflichtungen unsere Rede gleich zu Beginn verfolgen. Einige Unterstützer kamen ebenfalls zu Wort. Unsere Botschaft wurde deutlich: 321 Menschen haben sich gegen das geplante Rechenzentrum an DIESEM Standort ausgesprochen.
    Aus allen Fraktionen und vom Bürgermeister gab es Beiträge. Dadurch wurde sichtbar, wie unterschiedlich die Positionen innerhalb der Gemeindevertretung sind. Frau Emmerich leitete die Sitzung fair – auch dafür mein Dank.
    Die Gemeindevertretung hat einstimmig beschlossen, unsere Petition in das öffentliche Beteiligungsverfahren aufzunehmen. Sie muss damit im weiteren Verfahren mit abgewogen werden. Dieser einstimmige Beschluss bedeutet keine einstimmige Unterstützung unserer Forderung. Aber unser Anliegen liegt nun ausdrücklich auf dem Tisch.
    Für mich ist das ein erster, sehr wichtiger Teilerfolg. Wir haben Aufmerksamkeit geschaffen und, so mein Eindruck, zum Nachdenken angeregt. Es ist deutlich geworden: Dieser Standort findet in Eiche keineswegs ungeteilte Zustimmung.
    Über die Zukunft des Projekts ist damit noch nichts entschieden. Deshalb brauchen wir weiterhin eure Unterstützung und eine sichtbare Präsenz bei den kommenden Sitzungen:
    📅 Mittwoch, 11. November 2026, 19 Uhr: Ortsbeirat Eiche
    📅 Donnerstag, 12. November 2026, 19 Uhr: Ausschuss für Wirtschaft, Bauwesen, Umwelt und Natur
    📅 Montag, 16. November 2026, 19 Uhr: Gemeindevertretung Ahrensfelde
    Welche Punkte zum Rechenzentrum jeweils behandelt werden und wo die Sitzungen stattfinden, teilen wir mit den veröffentlichten Tagesordnungen mit.
    Nicht jeder kann an jedem Abend dabei sein. Lasst uns die Termine deshalb untereinander aufteilen. Wer einen Abend übernehmen kann, meldet sich bitte bei mir mit dem passenden Datum. Niemand muss eine Rede halten – schon eure Anwesenheit zeigt, dass unser Anliegen weiter von vielen getragen wird.
    Es geht um unser Zuhause und die langfristige Entwicklung unseres Ortes. Gestern haben wir gemeinsam einen wichtigen Schritt gemacht. Bleiben wir dran!
    Euer Marco

  • 321 Unterschriften – zeigen wir gemeinsam die Menschen dahinter!
    Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    am Montag, 19. Oktober, um 19 Uhr wird unsere Petition gegen das geplante Rechenzentrum in Eiche in der Sitzung der Gemeindevertretung im Gemeindesaal behandelt.
    Zuvor möchte ich euch über einen wichtigen Vorgang informieren: Anfang Oktober habe ich festgestellt, dass meine rund 60 Seiten Einwendungen in den vorgelegten Abwägungsunterlagen nicht berücksichtigt waren. Dies habe ich gegenüber der Gemeinde gerügt.
    In der Ortsbeiratssitzung am 14. Oktober wurde mir dazu mündlich mitgeteilt, dass ein Systemfehler gefunden worden sei. Dabei seien auch weitere bislang übersehene Einwendungen aufgetaucht und nachträglich bearbeitet worden. Die ergänzenden Unterlagen wurden dem Ortsbeirat erst am Abend vor seiner Sitzung übergeben. Eine schriftliche Antwort auf meine Rüge steht weiterhin aus.
    Dieser Vorgang zeigt, wie wichtig es ist, dass wir das Verfahren aufmerksam begleiten und auf die vollständige Berücksichtigung unserer Einwendungen achten.
    Am Montag geht es um unsere Petition. 321 Menschen haben sie unterstützt. Ich möchte, dass die Gemeindevertreter auch die Menschen hinter diesen Unterschriften wahrnehmen.
    Bitte kommt dazu! Niemand muss eine Rede halten oder Fachfragen beantworten. Einfach anwesend sein, zuhören und zeigen: Die Zukunft unseres Ortes liegt uns am Herzen.
    Montag, 19. Oktober 2026
    19 Uhr · Gemeindesaal
    Sitzung der Gemeindevertretung
    Eure Unterschrift hat unsere Position dokumentiert. Eure Anwesenheit gibt ihr ein Gesicht.
    Euer Marco

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