Petition richtet sich an:
Stadtpolitik Potsdam
Wir fordern eine Lösung für die Gruppe der Potsdamer Nachbar*innenschaft und die Rückgabe des Gebäudes für eine Nutzung zu Projekt-, Kultur- und Wohnzwecken.
Begründung
Heute, am 22. Mai 2026 wurde ab 7 Uhr das Grundstück Tornowstraße 40 von Polizei und Ordnungsamt geräumt. Das Gebäude stand seit zweieinhalb Jahren leer, eine zeitnahe Nutzung ist nicht in Sicht.
In der Woche, in der die Gruppe Potsdamer Nachbar*innenschaft das Gelände genutzt hat, ist unglaublich viel entstanden:
Das Gebäude wurde zum Wohnen hergerichtet. Die Verkehrssicherheit des Geländes wurde durch eine Baumpflegerin hergestellt. Die Bausubstanz wurde durch einen Architekten geprüft. Dabei wurden keine Mängel bzw. Gefahrenstellen festgestellt, welche eine Wohnnutzung einschränken würden. Beete wurden angelegt. Bäume gepflanzt. Ein Nachbar*innenschaftsfest hat stattgefunden. Es gab fast täglich ein offenes Buffet für alle. Kinder wie Erwachsenen haben an dem Ort Tischtennis, Fußball und Kicker gespielt, die Stimmung war fröhlich, voller Energie und Tatendrang.
Der Elan der jungen Menschen, die auf der Suche nach Wohnraum innerhalb kürzester Zeit einen Raum für Begegnung, zum Wohnen und für viele neue Ideen geschaffen haben war beeindruckend. Eine Fahrradwerkstatt sollte wieder entstehen. Eine Holz- und Tischlerwerkstatt war geplant. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in der akuten Potsdamer Wohnkrise, wie es anders und besser laufen kann.
Wir, die Unterzeichnenden, sind entsetzt über die plötzliche Räumung, die ohne vorherige Ankündigung und trotz einer mündlichen Zusage der Stadt, dass bis nach Pfingsten nichts passieren wird, durchgeführt wurde. Wir fordern eine Lösung für die Gruppe der Potsdamer Nachbar*innenschaft und die Rückgabe des Gebäudes für eine Nutzung zu Projekt-, Kultur- und Wohnzwecken.
Wohnen in Potsdam wird mehr und mehr zum Luxus. Wir haben unsere Stadt verkauft und die Gentrifizierung breitet sich zunehmend aus. Soziokulturelles leben ist an den schönen Stätten dieser Stadt kaum noch möglich. Als Potsdamer frage ich mich, für wen wird diese Stadt aufgewertet. Mitmenschen die hier aufgewachsen sind und diese Stadt mitgestaltet haben werden verdrängt. Das Grundrecht zu Wohnen, hängt nirgendwo so sehr vom Geldbeutel ab, wie in Potsdam.
Ich fordere meine Heimatstadt zurück, für die Mitmenschen mit denen wir in den 90igern die Häuser dieser Stadt vor dem Verfall und den Spekulanten geschützt haben.
Wie war diese Stadt doch einst lebendig. Nun ist sie tot. Die letzten soziokulturellen Stätten kämpfen ums Überleben. Werden sie den Kampf gegen die Hypergentrifizierung verlieren? - Es wäre schade.
Für mich waren diese Orte immer wichtig, um nicht zu sagen, der Grund, warum ich hier leben wollte. Ich brauche keine strahlenden Fasaden, hinter denen Menschen wohnen, die nicht mit mir zusammen leben, teilen und gestalten wollen.
PS. Sehr geehrte Frau Aubel,
Mir scheint, sie wollen auch nicht.