Petition addressed to:
Bürgermeister, Senat, BSW, Bezirksverwaltung, Bezirkspolitik
Alsterdorf ist unser Zuhause. Ein Viertel, in dem wir uns kennen, in dem wir füreinander da sind, in dem Nachbarschaft noch etwas bedeutet. Ein Quartier, das lebt – und das wir nicht dem Verfall überlassen wollen.
Doch genau das passiert gerade. Still. Ohne dass es jemand weiß.
WAS KAUM JEMAND WEISS:
Wohnen ist in Teilen von Alsterdorf seit fast 60 Jahren verboten – und Politik und Verwaltung wollen es so.
Die Brachflächen, die Leerstände, die verwaisten Gebäude entlang der Alsterdorfer Straße – sie sind kein Zufall. Sie sind das sichtbare Ergebnis einer Entscheidung, die niemand öffentlich kommuniziert hat.
100% Gewerbe. Kein Wohnen. In allen Etagen. In jedem Gebäude. Mitten in unserer Nachbarschaft. So haben es Bezirk und Senat festgelegt – ohne uns zu fragen. Ohne es öffentlich zu sagen.
Und während Hamburg laut über Wohnungsnot redet, wird dieses Verbot gerade still und heimlich noch weiter verschärft. Unser Viertel verdient keine Gewerbemonotonie und keinen weiteren Verfall – es verdient neue Impulse, echtes Leben, eine Zukunft.
Wir sagen: Das ist falsch. Alsterdorf ist und bleibt ein Mischquartier – Wohnen und Gewerbe gehören zusammen. Und das ist gut so.
Dafür fordern wir:
1. Transparenz und Dialog: Der Bezirk soll Bürger*innen klar und verständlich informieren, was hier baurechtlich gilt – Wohnen verboten, 100% Gewerbe gewünscht – und welche Konsequenzen das für alle hat, die hier leben, wohnen und investieren wollen. Darauf aufbauend: ein echter, ergebnisoffener Dialog mit allen Beteiligten.
2. Wohnen und Gewerbe neben- und miteinander ermöglichen – durch Überprüfung und Neuausweisung des Gewerbegebiets als Urbanes Gebiet (MU), Mischgebiet (MI) oder Allgemeines Wohngebiet (WA) mit gewerblichem Erdgeschossbesatz. Alsterdorf war schon immer ein gemischtes Quartier – das Baurecht muss das endlich widerspiegeln. Die rechtlichen Instrumente existieren. Sie werden nur nicht angewendet.
3. Neuausrichtung der laufenden Bebauungsplanverfahren (Alsterdorf 7 und 8, 2. Änderung): Statt bestehende Nutzungsmöglichkeiten noch weiter einzuschränken, sollte die Bezirksversammlung diese Verfahren nutzen, um das Gebiet in Richtung Mischnutzung weiterzuentwickeln. Das Planungsrecht macht das möglich. Weitere Verschärfungen in einem Gebiet, das sich seit Jahrzehnten nicht entwickelt, sind der falsche Weg.
4. Schutz aller bestehenden Wohnnutzungen im Gebiet – niemand darf seine Wohnung verlieren, und kein Eigentümer darf daran gehindert werden, bestehenden Wohnraum zu erhalten und zu sanieren.
5. Ermöglichung von Neubau und Sanierung mit Mischnutzung: Gewerbe im Erdgeschoss, Wohnen in den Obergeschossen – so wie es entlang der Alsterdorfer Straße 239–245 und am Heubergredder bereits vorbildlich funktioniert.
6. Differenzierte Einzelfallbetrachtung statt pauschaler Gebietsurteile – jedes Grundstück, jede Immobilie, jede Situation verdient eine faire, individuelle Prüfung.
Reason
Alsterdorf ist mein Zuhause. Vielleicht auch Ihres.
Ein Viertel mit Geschichte, mit Charakter, mit Menschen, die hier leben und arbeiten. Ein Quartier, das lebt – und das wir lieben. Aber gehen Sie einmal bewusst durch die Alsterdorfer Straße. Sie sehen es sofort: Brachflächen, die seit Jahren brach liegen. Leerstehende Gebäude, die langsam verfallen. Lücken im Straßenbild, die kein Mensch schön findet. Gehwege, die an verwaiste Grundstücke grenzen, statt an lebendige Erdgeschosse.
Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis einer politischen Entscheidung – einer, die kaum jemand kennt. Und die gerade dabei ist, noch schlimmer zu werden.
ALSTERDORF. EIN QUARTIER, DAS LEBT. UND EIN BAURECHT, DAS ES AUSBREMST.
Alsterdorf verdient mehr. Unser Viertel verdient neue Impulse, neues Leben, neue Möglichkeiten. Wir wollen, dass hier wieder etwas entsteht – für alle, die hier wohnen, arbeiten und leben.
WOHNEN VERBOTEN. SEIT 1968.
Der Bebauungsplan Alsterdorf 8 weist dieses Quartier seit fast 60 Jahren als reines Gewerbegebiet (GE) aus. Wohnnutzung ist baurechtlich unzulässig – in allen Etagen, in jedem Gebäude. Jedes heute sichtbare Wohngebäude stammt aus der Zeit vor 1968 und wird lediglich geduldet – ohne dauerhaften Bestandsschutz, ohne Zukunftssicherheit.
Das amtliche Gewerbekonzept 2018 des Bezirks belegt in seiner eigenen Bestandsanalyse: Das Gebiet wird zu lediglich 39% typisch gewerblich genutzt – 58% entfallen auf Dienstleistung, Handel, Wohnen und soziale Infrastruktur. Das ist kein Gewerbegebiet. Das ist ein Mischquartier – schwarz auf weiß, aus dem eigenen Konzept der Behörde.
Das jüngste Gewerbekonzept 2025 dient nun jedoch als Ablehnungsgrund für konkrete Wohnungsbauprojekte – obwohl es selbst keinerlei Steuerungswirkung entfaltet hat.
GANZ HAMBURG REDET ÜBER WOHNUNGSNOT. IN ALSTERDORF WIRD WOHNRAUM AKTIV VERHINDERT.
Hamburg gilt offiziell als angespannter Wohnungsmarkt. Neue Rechtsinstrumente wie die Baulandmobilisierung und der Wohnungsbau-Turbo (§ 246e BauGB) wurden eigens geschaffen, um Wohnungsbau auch dort zu ermöglichen, wo er bisher nicht zulässig war. In Alsterdorf wird eine andere Praxis gelebt: starres Festhalten an Entscheidungen aus dem Jahr 1968. Das ist keine Nachlässigkeit. Das ist eine bewusste politische Entscheidung.
Das Bezirksamt Hamburg-Nord erklärte offiziell: „Es ist erklärtes Ziel von Bezirkspolitik und -verwaltung, an diesem Gewerbestandort mit seiner vitalen Gewerbestruktur festzuhalten." (Begründung 2. Änderung B-Plan Alsterdorf 8, 2025)
Kein Wohnen in Alsterdorf – nicht für Familien, Studierende oder Auszubildende, nicht im Bestand, nicht im Neubau, auch nicht zu 100% gefördert, auch nicht mit § 246e BauGB.
Zwei aktuelle Beispiele:
Alsterdorfer Straße 260: Im Hinterhof stehen leerstehende, sanierungsbedürftige Wohngebäude. Der Eigentümer will investieren und Wohnraum erhalten – das ist ihm baurechtlich untersagt. Er wird gezwungen, stattdessen Gewerbe zu bauen.
Alsterdorfer Straße 254: Der Eigentümer hat angeboten, unter Einbeziehung gewerblicher Erdgeschossnutzungen 100% geförderten Wohnraum für Auszubildende und Studierende zu realisieren. Ein förmlicher Antrag wurde gestellt. Das Grundstück liegt an drei Seiten umgeben von Wohnbebauung – direkt gegenüber einem denkmalgeschützten Wohngebäude. Die Reaktion: Ablehnung.
Zwei Eigentümer. Zwei konkrete Angebote. Zwei Mal: Nein.
ES GEHT AUCH ANDERS.
Entlang der Alsterdorfer Straße 239–245 und am Heubergredder zeigt sich, was möglich ist: Läden und Gewerbe im Erdgeschoss, Wohnungen darüber – klassische, funktionierende Mischnutzung. Belebt. Urban. Lebenswert.
DIE LÖSUNGEN EXISTIEREN BEREITS.
Es braucht keine neuen Gesetze – nur den Willen aller Beteiligten vorhandene Instrumente zielgerichtet anzuwenden anzuwenden! Neues Baurecht für unser Alsterdorf!
Urbanes Gebiet oder Mischgebiet (MI) oder Allgemeines Wohngebiet (WA) mit gewerblichen Erdgeschossnutzungen: lebendige Straßen, sichere Wohnperspektiven.
Keiner dieser Wege wird bisher auch nur ernsthaft geprüft.
WAS WIR WOLLEN:
Wohnen in Alsterdorf endlich wieder möglich machen. Nicht statt Gewerbe – sondern gemeinsam mit ihm. Gewerbe und Handwerk im Erdgeschoss, Wohnraum darüber. Alsterdorf war immer ein Quartier, in dem Menschen leben und arbeiten. Es wird Zeit, dass das Baurecht die Realität endlich anerkennt.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition und teilen Sie sie, damit wir endlich Gehör bekommen.
Fehlender Wohnraum