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Änderungen an der Petition
am 14.04.2026
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Sofortige Rücknahme der Vergütungskürzung. Stopp aller weiteren Kürzungspläne. Keine Zweiklassenversorgung. Therapie nach Bedarf – für alle Erkrankten!
Psychische Erkrankungen sind eine der größten gesundheitspolitischen Krisen unserer Zeit. Die Antwort des Systems: Kürzung. Immer mehr Kürzung.
Ab dem 1. April 2026 wird die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent abgesenkt — gegen die ausdrückliche Ablehnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die bereits Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht hat. Zusätzlich hat die Finanzkommission Gesundheit am 30. März 2026 einen Bericht mit 66 weiteren Vorschlägen vorgelegt. Überproportional viele treffen erneut die Psychotherapie — darunter die Rückführung in die Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV), die Streichung der Kurzzeittherapie-Zuschläge und die Abschaffung der fachärztlichen Grundversorgungsförderung. Die DPtV-Bundesvorsitzenden Dr. Enno Maaß und Dr. Christina Jochim: „Versorgungsfeindliche und katastrophale Kürzungen sind mittlerweile salonfähig in der GKV. Wir sind entsetzt."
Wer trifft diese Entscheidungen — und wer fehlt am Tisch? Die FinanzKommission Gesundheit besteht aus zehn Wissenschaftlern: Prof. Dr. Wolfgang Greiner (Vorsitz, Gesundheitsökonomie), Prof. Dr. Jonas Schreyögg (Gesundheitsmanagement), Prof. Dr. Leonie Sundmacher (Gesundheitsökonomie), Prof. Dr. Verena Vogt (Versorgungsforschung), Prof. Dr. Amelie Wuppermann (Finanzwissenschaft), Prof. Dr. Dr. Eva Winkler (Medizinethik), Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach (Allgemeinmedizin), Prof. Dr. Michael Laxy (Public Health), Prof. Dr. Dagmar Felix (Sozialrecht), Prof. Dr. Gregor Thüsing (Arbeitsrecht). Kein einziges Mitglied kommt aus der Psychotherapie, Psychiatrie, Psychologie oder Traumaforschung. Kein Betroffenenvertreter. Keine klinische Praxis. Eine Kommission entscheidet über Millionen psychisch kranker Menschen — ohne deren Welt zu kennen.
Psychotherapie macht gerade 1,5 Prozent der GKV-Gesamtausgaben aus. Krankenhäuser: 32,7 Prozent. Arzneimittel: 17,7 Prozent. Ausgerechnet dort, wo am wenigsten ausgegeben wird, wird zuerst gespart. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erwirtschaften nach Praxiskosten nur halb so viel wie Hausärzte — und können anders als Ärzte keine Privatpatienten quersubventionieren. Die Kürzung trifft eine Berufsgruppe, die bereits heute am unteren Rand der vertragsärztlichen Vergütung arbeitet.
22 Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden laut COPSY-Studie unter psychischen Auffälligkeiten — fünf Prozent mehr als vor der Pandemie. Angststörungen bei jugendlichen Mädchen stiegen 2019–2024 um 53 Prozent. 51 Prozent aller Jugendlichen berichten aktuell von psychischen Belastungen. Psychische Erkrankungen erhöhen das Risiko für Schulabbruch, Studienabbruch und Frühberentung massiv — 53 Prozent aller Frühberentungen gehen auf psychische Ursachen zurück. Im Jahr 2024 nahmen sich 10.372 Menschen das Leben — 7,1 Prozent mehr als im Zehnjahresschnitt. Über 100.000 Suizidversuche — alle fünf Minuten einer. Volkswirtschaftliche Kosten durch psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit 2021: 42,9 Milliarden Euro.
In Bayern warten Menschen bereits 97 Tage auf einen Therapiebeginn. In Kliniken werden Angebote abgebaut, Personal fehlt. Statt Therapie: Medikamente und Apps. Apps können keine Psychotherapie ersetzen — sie haben keine Empathie, keine Lebenserfahrung, keine Fähigkeit zur tragfähigen therapeutischen Beziehung. Bindungsorientierte Psychotherapie ist für Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen unverzichtbar — und vielerorts kaum noch realisierbar. In unserer Selbsthilfegruppe „Stress- und Traumafolgestörungen" mit über 5.600 Mitgliedern erreichen uns wöchentlich Berichte über katastrophale Versorgungszustände in Kliniken und im ambulanten Bereich.
Die Bundespsychotherapeutenkammer nennt die Kürzung „skandalös". KBV-Chef Dr. Andreas Gassen: „fatale Entscheidung zulasten psychisch kranker Menschen." DPtV, bvvp und der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte stehen geschlossen dagegen.
Diese Petition wird initiiert von der BAGbN – Bundesarbeitsgemeinschaft für bedarfsgerechte Nothilfe (bagbn.info), der MH Akademie – Michaela Huber Psychotraumatologie und dem International Institute for Psychology (IIfP). Wir vertreten Betroffene, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Fachleute aus Psychotherapie, Psychologie, Psychiatrie und Traumaforschung im deutschsprachigen Raum und international.
Wir — Betroffene und Fachleute gemeinsam — fordern: Stoppt den Kahlschlag. Der Staat hat die Pflicht, die Versorgung psychisch erkrankter Menschen sicherzustellen. Diese Pflicht wird bereits heute nicht mehr erfüllt. Weitere Kürzungen sind keine Sparmaßnahme. Sie sind eine Entscheidung gegen die verletzlichsten Menschen unserer Gesellschaft.
Petition gestartet:
31.03.2026
Sammlung endet:
30.09.2026
Region:
Deutschland
Kategorie:
Gesundheit
Leider scheint auch den Entscheidungsträgern überhaupt nicht klar - oder egal - zu sein, dass nicht (oder zu spät) stattfindende Psychotherapie Folgeerkrankungen mit sich bringt. Keine Ahnung wie viele Erkrankungen von Haus- oder Fachärzten therapiert werden, deren Termine "blockieren" und dem Gesundheitssystem Kosten verursachen, die eigentlich durch eine gezielte Psychotherapie verhindert oder gelindert werden könnten oder sogar eigentlich dort behandelt werden MÜSSTEN!
Noch kein CONTRA Argument.
Es ist mir unverständlich, wieso eine die Gesellschaft stützende Kraft so dramatisch beschnitten werden soll. Angeblich um Geld einzusparen.
Was dabei übersehen wird ist:
der vergleichsweise geringe Betrag der tatsächlich gespart wird,
die Patienten und deren Familien und Arbeitgeber, die alle in zweiter Reihe von den Therapien profitieren. An einem Pat. hängt ja meisten noch ein Familiensystem oder es geht auch darum seine Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wieder herzustellen.
Es geht natürlich auch um die Einkünfte der Psychotherapeuten, die traditionell deutlich unter denen aller andere Fachärzte lagen und erst in den vergangenen zwei Jahren leicht angehoben und auf Niveau von Kinderärzten gebracht wurden (die niedrigsten Verdiener sind Psychiater, Kinderärzte und Psychotherapeuten im System der gesetzlichen Krankenkassen).
Diese minimale Erhöhung, die durch 20 Jahre Klageverfahren, die alle gewonnen wurden, jetzt zurückgenommen wurden, sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir Psychotherapeuten haben seit mehr als 20 Jahren gegen jede Abrechnung geklagt, weil sie unangemessen niedrig war und wir haben jedes Verfahren gewonnen. Alle drei Monate einen Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen ist für uns Routine. Das war schon absurd: die Verwaltungsgerichte wurden beschäftigt, es kostete immense Summen an Zeit, Personal und Geld allerorten, statt uns vorneweg ordentlich zu bezahlen.
Vor wenigen Tagen habe ich die Nachzahlung aus 2012 erhalten, natürlich ohne Zinsen. Das heißt ich klage sowieso schon – wie alle meine Kollegen – gegen das zu niedrige Honorar, erhalte 14 Jahre später Recht und eine Nachzahlung, wie alle Kollegen. Der Umgang mit uns Therapeuten und unseren Patienten einschließlich der dadurch entstehenden Kosten ist einfach nur absurd und kann nur emotional durch Ablehnung von Psychotherapie begründet sein und durch Uninformiertheit und die Tatsache, dass psychisch Kranke keine Lobby haben jedenfalls keine zahlungskräftige.
Dass wir uns in Deutschland 97 Gesetzliche Krankenkassen leisten – natürlich alle mit einer eigenen Verwaltung, IT, Struktur, Personal usw. usf. und dass das immense Kosten verursacht und seit Jahren nicht richtig bekämpft wird – ja, ja es hat eine Reduktion von 160 Krankenkassen auf 97 stattgefunden, wow! Ist das toll? Nein, das ist Versagen. 160 Krankenkassen waren der noch größere Skandal.
Aktuell noch 97 Krankenkassen zu dulden ist auch ein Skandal.
Es wir Aktionismus betrieben und dabei nicht dort gespart, wo w
Weil psychische Erkrankungen noch immer nicht gesehen werden. Ich leide seit frühester Jugend unter schweren Depressionen und stehe mittlerweile mit einem GdB von 30 und Gleichstellung mit einer Schwerbehinderten kurz vor der Rente - arbeitsunfähig. Als Altenpflegefachkraft kann ich meinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Und keine Hilfe in Sicht...
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Ich bin selber seit mehreren Jahren auf der Suche nach einem Therapieplatz und es ist jetzt schon so schwer einen Platz zu bekommen. Damit würden die Menschen die wirklich krank sind keine Hilfe bekommen und ausgesucht hab ich mir das definitiv nicht