Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, Ordnungsbürgermeister Dr. Clemens Maier
Nilgänse gehören inzwischen zum Stadtbild von Stuttgart. Viele Menschen freuen sich über die Tiere an unseren Seen, Parks und Grünanlagen – andere stören sich an Kot, Lärm oder dem territorialen Verhalten während der Brutzeit. Nun wird in Stuttgart über den Abschuss der Tiere diskutiert. Doch wer Tiere tötet, obwohl wirksame Alternativen nicht einmal konsequent ausgeschöpft wurden, handelt vorschnell. Die Stadt selbst hat erst vor kurzem ein auf drei Jahre angelegtes Wildgänsemanagement gestartet, um genau diese Fragen wissenschaftlich zu untersuchen. Trotzdem wird bereits jetzt über Abschüsse gesprochen. Dabei ist die Wirksamkeit solcher Maßnahmen umstritten: Abschüsse können lokal kurzfristige Effekte haben, lösen das Problem aber häufig nicht dauerhaft. Gleichzeitig schreibt das Tierschutzgesetz vor, dass Tiere nur als letztes Mittel getötet werden dürfen!
Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit Wildtieren in unserer Stadt – ohne Symbolpolitik und ohne vorschnelle Gewalt gegen Tiere.
Wir fordern: Nicht-tödliche Maßnahmen müssen vollständig ausgeschöpft und wissenschaftlich ausgewertet werden, bevor überhaupt über Abschüsse nachgedacht wird!
Begründung
Stuttgart muss zeigen, dass Konflikte zwischen Mensch und Tier verantwortungsvoll gelöst werden können. Der Abschuss von Nilgänsen darf nicht zur schnellen Standardantwort werden, nur weil andere Maßnahmen Zeit, Planung und Konsequenz erfordern.
Bereits heute werden in Deutschland jedes Jahr tausende Nilgänse geschossen – trotzdem wächst die Population weiter. Gleichzeitig fehlen in Stuttgart weiterhin belastbare Daten darüber, wie groß die tatsächlichen Schäden sind und welche Maßnahmen langfristig am besten wirken.
Es gibt zahlreiche Alternativen: Eieraustauschprogramme, Vergrämung durch Hütehunde, technische Vergrämung, bessere Fütterungsverbote oder eine Anpassung von Grünflächen und Uferbereichen. Viele dieser Maßnahmen werden bereits in anderen Städten eingesetzt. Und die meisten sollten sich auch als deutlich kosteneffizienter erweisen, was in Anbetracht des Sparhaushalts ein weiteres Argument ist.
Die Frage ist deshalb nicht, ob gehandelt werden soll – sondern wie. Eine moderne Stadt muss zuerst die Lösungen ausschöpfen, die Konflikte reduzieren, ohne Tiere zu töten.
Deshalb setzen wir uns gemeinsam für ein Nilgänsemanagement ein, das wissenschaftlich, verhältnismäßig und tierschutzkonform ist.
Auch Nilgänse sind Lebewesen und haben ein Recht zu Leben.