127 Unterschriften
Petition richtet sich an: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, Ministerin für Bildung: Dr. Ute Eiling-Hütig; Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD), Schulaufsicht Förderschulen; Landeshauptstadt Mainz, Schulamt
Stellen Sie sich vor, Sie werden als Elternteil regelmäßig gebeten, Ihr Kind kurzfristig nicht in die Schule zu schicken, sondern möglichst zu Hause zu behalten. Grund: Personalmangel. An der Peter-Jordan-Schule in Mainz erleben wir als Eltern regelmäßig und tagelang diese Situation. Die unzuverlässige Schulversorgung bedeutet für uns Familien eine große Herausforderung.
- Wir Eltern müssen Betreuung, Pflege und Beruf innerhalb kürzester Zeit neu organisieren, kurzfristig Urlaub nehmen, Arbeitszeit reduzieren oder Termine absagen.
- Unsere Kinder verlieren Unterricht, Förderung und soziale Teilhabe. Regelmäßige Unterrichts- und Betreuungsausfälle gefährden die tatsächliche Verwirklichung des Rechts auf gleichberechtigte Bildung (Art. 24 der UN-Behindertenrechtskonvention und Art. 3 Abs. 3 Satz 2 Grundgesetz).
- Wirtschaft und Arbeitsmarkt werden ebenfalls von der unzuverlässigen Beschulung belastet. Betroffene Eltern (Arbeitnehmer) müssen kurzfristig ihrer Arbeit fernbleiben, Arbeitszeit reduzieren oder entscheiden sich irgendwann ganz aus dem Erwerbsleben ausscheiden, um Beruf und Pflege vereinbaren zu können.
Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die Beschäftigten an Förderschulen Außerordentliches leisten, sich sehr engagiert für unsere Kinder einsetzen und wir ihnen sehr dankbar sind. Diese Petition richtet sich ausdrücklich nicht gegen sie, sondern soll ihnen die Voraussetzungen verschaffen, die ihre wichtige Arbeit fordert.
Wir fordern:
- Sicherstellung einer verlässlichen Beschulung von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen auch bei kurzfristigen Personalausfällen.
- Entwicklung und Finanzierung verbindlicher Vertretungs- und Notfallkonzepte für Förderschulen.
- Jährliche Veröffentlichung von Daten zu Personalbesetzung, Unterrichtsausfall und Förderausfall an Förderschulen.
- Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte im Bereich der sonderpädagogischen Förderung.
- Sicherstellung einer den besonderen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler entsprechenden räumlichen und sächlichen Ausstattung.
Wir erwarten, dass die zuständigen Akteure in Verwaltung und Politik nicht nur ihre jeweiligen Verantwortlichkeiten wahrnehmen, sondern gemeinsam und koordiniert für einen verlässlichen Schulbetrieb zusammenarbeiten.
Begründung
Rückmeldungen anderer betroffener Familien aus anderen Teilen Deutschland zeigen uns, dass die Situation an der Peter-Jordan-Schule kein Einzelfall ist, sondern ähnliche Herausforderungen auch an anderen Förderschulen bestehen. Eine aktuelle Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bestätigt, dass Förderschulen in Rheinland-Pfalz am Limit sind und die Strukturen der Realität nicht mehr standhalten.
Eine Behinderung darf nicht dazu führen, dass der Schulbesuch zur täglichen Lotterie wird, weil der Staat die erforderlichen personellen und organisatorischen Voraussetzungen nicht sicherstellt.
Ein offizielle Petition zum gleichen Thema wurde auch beim Landtag Rheinland-Pfalz eingereicht.
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
02.10.2026
Sammlung endet:
01.04.2027
Region:
Rheinland-Pfalz
Kategorie:
Bildung
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