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Nachricht zu einer abgeschlossenen Petition
am 30.06.2023Liebe Unterstützer:innen,
mit etwas Verspätung möchten wir euch heute über das Ergebnis der Petition, bzw. den Beschluss des Landtages informieren. Die erst mal nüchterne Formulierung lautet:
„Die Eingabe (Petition) wird der Landesregierung als Material überwiesen. Im Übrigen ist die Einsenderin über die Sach- und Rechtslage zu unterrichten.“
Äh… wie bitte? Falls euch das jetzt etwas ratlos macht – das ging uns erst mal genauso. Deshalb hier eine Erklärung: Es bedeutet konkret: „Der Landesregierung wird empfohlen, das Vorbringen der Einsender bei der Ausarbeitung eines einschlägigen Gesetzentwurfs, beim Erlass von Richtlinien oder bei sonstigen Verwaltungsmaßnahmen zu prüfen und gegebenenfalls zu verwerten.“
Da unsere Forderung aber derzeit noch gegen den aktuell geltenden Erlass und damit die Rechtslage verstößt, kann ihr nicht vollumfänglich entsprochen werden – deshalb sind wir über die derzeitige „Sach- und Rechtslage“ noch einmal informiert worden.
In der beiliegenden Stellungnahme der Landesregierung heißt es u.a. zur Begründung: der Wunsch nach einer zweiten Abholzeit bzw. einer Flexibilisierung wäre nicht erst durch die Petition bekannt geworden, es hätte bereits vorher viele Anfragen zu dieser Thematik gegeben. Und die anstehende Novellierung des Erlasses „Die Arbeit in der Ganztagsschule“ werde u.a. dieses Thema in den Fokus rücken.
Mit anderen Worten: Es wird bereits an einer Flexibilisierung gearbeitet und unsere Forderung wird dabei im besten Falle „verwertet“.
Und was heißt das jetzt?
Wir sehen das so: Das ist natürlich kein so klares, deutliches JA, wie wir es uns erhofft hatten. Die Formulierungen sind uns zu vage und wir hätten gerne Konkreteres zur Umsetzung in der Stellungnahme gehört. Und letztlich bleibt es so nach wie vor im Ermessen der Landesregierung, wie die Abholmöglichkeiten zukünftig umgesetzt werden.
Und trotzdem ist es auch eine gute Nachricht, weil die Forderung nach einer zweiten Abholzeit NICHT abgelehnt wurde. Denn es hätte auch heißen können, der Landtag sieht keine Möglichkeit oder keinen Anlass der Forderung zu entsprechen. Und gut ist auch, das uns noch einmal schriftlich bestätigt wurde, dass eine Flexibilisierung der Abholzeiten bei der Überarbeitung des Erlasses in den Blick genommen wird und man bemüht ist „eine ausgewogene Regelung zu finden, die für alle Beteiligten gewinnbringend und praktikabel ist.“
Nach Aussage des Kultusministeriums soll diese Regelung bis Ende des Jahres 2023 stehen und der neue Erlass zum Schuljahr 2024/2025 in Kraft treten.
Also, liebe Landesregierung, liebes Kultusministerium, wir nehmen euch beim Wort! Denn wir Familien in Niedersachsen warten dringend auf eine gewinnbringende und praktikable Überarbeitung des „Ganz oder gar nicht“-Ganztags!
Wir hoffen sehr, dass wir mit unserem Engagement etwas bewegen konnten und blicken mit großen Erwartungen auf das Schuljahr 2024/2025!
An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen Unterstützer:innen der Petition bedanken! Danke für eure Stimmen und für eure vielen motivierenden Worte und wichtigen Kommentare.
Wenn ihr weiterhin informiert bleiben möchtet, dann folgt uns gern bei Facebook: www.facebook.com/flexiblerganztag/
oder schaut auf unsere Webseite vorbei: flexiblerganztag.de/
Eure Initiative Flexibler Ganztag -
Hier die original Nachricht aus dem Kultusministerium
am 18.04.2023An die Unterstützer der
Initiative flexibler Ganztag
Hannover, 11. April 2023
Ihr Schreiben zum Thema weitere Abholzeit
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben uns mit dem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, den Ausbau des Ganztags mit einer Steigerung der Qualität zu verknüpfen und auch die Rhythmisierung des Schulalltages weiterzuentwickeln. Bei der aktuellen Überarbeitung des Runderlasses zur Arbeit in der Ganztagsschule wird deshalb auch der Hinweis der Erziehungsberechtigten zur Einführung einer weiteren Abholzeit aufgenommen.
Wichtig ist für uns dabei die Berücksichtigung der bisherigen Qualitätsmerkmale in den verschiedenen Bereichen des bisherigen Runderlasses und deren Vereinbarkeit mit dem Wunsch nach flexibleren Abholmöglichkeiten. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht - geleitet durch die Qualitätsmerkmale in Ganztagsschulen und insbesondere im Hinblick auf die Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit und der Chancengleichheit der Schülerinnen und Schüler - mehr als nur Betreuung anzubieten. Auch das muss im Interesse der Schulabläufe berücksichtigt werden.
Wir sind bei der Umsetzung bestrebt, den Schulleitungen ein möglichst unkompliziertes Verfahren für die Flexibilisierung und Gestaltung der Abholmöglichkeiten zu ermöglichen.
Für mich ist klar, dass die Schulen bei der Organisation und Umsetzung des Ganztags auf eine gute Planung und damit einhergehende Kooperation mit Eltern, Schulgemeinschaft und Kooperationspartnern angewiesen sind und Planungssicherheit für Verlässlichkeit eine große Rolle spielt.
Ich bedanke mich deswegen ausdrücklich für Ihr Engagement und dass Sie sich vor Ort einbringen. Ich hoffe auch weiter auf Ihre Unterstützung und Rückmeldung aus diesem für uns alle wichtigen Bereich!
Mit freundlichen Grüßen
Julia Willie Hamburg -
Endlich Antwort aus dem Kultusministerium!
am 18.04.2023Liebe Unterstützer:innen,
danke an alle, die unsere Mailvorlage genutzt haben und an die Kultusministerin geschrieben haben! Die Antwort von Kultusministern Hamburg hat viele von euch sicher schon direkt erreicht. Für alle anderen möchten wir sie hier noch einmal teilen.
Wir fassen zusammen: Die Flexibilisierung des offenen Ganztags wird bei der aktuellen Überarbeitung des Runderlasses berücksichtigt. Das ist super! Doch wann und wie genau? Darauf gibt es in dem Schreiben leider noch keine konkreten Antworten.
Erst durch eine Presseanfrage haben wir nun erfahren, dass eine Umsetzung der Flexibilisierung zum kommenden Schuljahr 2023/2024 leider noch nicht kommen wird, sondern erst zum Schuljahr 2024/2025 angestrebt wird.
Bei allem Verständnis für die Komplexität des Themas – das ist enttäuschend für uns alle. So viele Eltern, die auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie hoffen, müssen sich nun noch ein weiteres Schuljahr gedulden, so viele Kinder weiterhin auf gemeinsame Familienzeit, den Besuch von Sportverein, Musikschule oder einfach Zeit zum Spielen oder Treffen mit Freunden verzichten.
Wie es nun weiter geht?
Morgen, am 19. April wird nun endlich über die Petition im Petitionsausschuss beraten und in der nächsten Plenarsitzung des Landtags Anfang Mai entschieden.
Außerdem wollen wir versuchen, mit dem entsprechenden Fachreferat, das die konkrete Änderung im Erlass erarbeitet, ins Gespräch zu kommen und uns auch dort für eine familienfreundliche Umsetzung stark machen.
Wir bleiben dran und halten euch weiter auf dem Laufenden.