Erhalt der letzten Bäume am Südschnellweg in Hannover (ca. 1,6 km Trassenwald)

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Präsidentin des niedersächsischen Landtags Hanna Naber, Ministerpräsident Olaf Lies, Verkehrspolit. Sprecher*innen der Fraktionen im Bundestag und im niedersächsischen Landtag, Petitionsausschuss des niedersächsischen Landtags

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Petition addressed to: Präsidentin des niedersächsischen Landtags Hanna Naber, Ministerpräsident Olaf Lies, Verkehrspolit. Sprecher*innen der Fraktionen im Bundestag und im niedersächsischen Landtag, Petitionsausschuss des niedersächsischen Landtags

Wir wollen den Tunnelbau in Hannover-Döhren nicht gefährden, aber nach Planungen der niedersächsischen Landesstraßenbaubehörde wird auch die knappe Hälfte des Trassenwaldes, die rechts und links des Südschnellwegs noch übrig ist, bis spätestens 2026 gerodet werden. Das wollen wir verhindern!
Im Januar 2024 wurden bereits mehr als 3 ha natürlich gewachsener ca. 60 Jahre alter Waldbestand gerodet, ein Großteil des südlichen Trassenwalds zwischen dem Sportplatz in Ricklingen und dem Sportplatz in Döhren, der den Autofahrer*innen Schatten und dem FFK-Teich Sichtschutz geboten hatte.
Und es ist geplant, weitere ca. 3 ha am Südschnellweg zu roden, insbesondere auf der Nordseite des Schnellwegs, darunter auch ein Großteil der Bäume zwischen dem Dreiecksteich - einem beliebten Badesee - und dem Südschnellweg, sowie ein Streifen vom urwüchsigen Ricklinger Holz.
Denn im September 2021 wurde durch einen Planfeststellungsbeschluss die Verbreiterung des Südschnellwegs in Hannover auf Autobahnbreite mit 25,6 m (statt derzeit 14,5 m) in einem ca. 1,8 km langen Abschnitt (Westabschnitt) ermöglicht. Ebenso wurde die Erhöhung des Dammes um bis zu 1,5 m ermöglicht - beides damit der Aushub des Tunnelbaus in Döhren untergebracht werden kann, also praktisch eine Erddeponie im Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet! Angeblich soll die Erhöhung dem Hochwasserschutz dienen, aber bei einem „100jährigen Hochwasser“ ist die aktuelle Höhe ausreichend. Gegen extremere Hochwasser sind Maßnahmen im Oberlauf von Leine und Beeke der einzig sinnvolle Schutz, sonst würden weite Bereiche von Ricklingen überschwemmt.
Der Ausbau des Südschnellwegs widerspricht - so wie er geplant ist - der notwendigen Verkehrswende für die beschlossene Klimaneutralität von Stadt und Region Hannover in 2035 (Reduzierung des Individualverkehrs um 50% und mehr öffentlicher Verkehr).

Wir fordern:

  • Den Wert alter Bäume und von natürlich gewachsenem Wald anerkennen! Natürliche Lebensgrundlagen müssen für nachfolgende Generationen erhalten bleiben (Artikel 20a Grundgesetz). Echte Verkehrswende jetzt!
  • Keine weiteren, unnötigen Rodungen in der Leinemasch! Die restlichen ca. 3 ha kostbaren Trassenwaldes müssen erhalten bleiben, statt in ca. 2 Jahren alles zu roden, vgl. Karte.
  • Keine Erhöhung des Dammes im Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet für den Aushub des Tunnelbaus in Döhren (keine Erddeponie im Landschaftsschutzgebiet)! Der Tunnelaushub kann für sinnvolle Projekte verwendet werden.
  • Transparenz in den Verfahren: Zugang zu den Berichten des niedersächsischen Verkehrs-ministeriums über dessen Prüfung der beiden Alternativen „Sanierung im Bestand“ und „Kompromisslösung“, wie es in den meisten Bundesländern bereits üblich ist, und wie Verkehrsminister Olaf Lies es uns mündlich bereits 2023 zugesagt hat.
  • Kein Baubeginn der Brücken solange diese Prüfungsunterlagen nicht von unabhängigen Gutachter*innen überprüft worden sind und solange das Planfeststellungsverfahren für den Westabschnitt noch nicht rechtskräftig ist (vgl. HAZ-online vom 14.12.23).
  • Ab sofort eine viel stärkere Gewichtung des Klimaschutzes und der Erhaltung der Biodiversität bei allen Entscheidungen zur Verkehrsplanung (vgl. u.a. neue Studie des österreichischen Umweltbundesamtes im Auftrag der drei Verbände BUND, DIE GÜTERBAHNEN und NABU und das Klimaurteil des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte).
  • Gesundheitsschutz und Lebensqualität müssen stärker gewichtet werden, denn Lärmschutz-wände bieten im Gegensatz zu Trassenwäldern den Badegästen und Erholungsuchenden keinen Schutz vor Autoabgasen und vielem mehr (Ökosystemleistungen).
  • Die Kaltluftquelle für die südlichen Stadtteile und die Kaltluftschneise in die Innenstadt, Calenberger Neustadt und Linden Süd für die Gesundheit der Bewohner*innen erhalten
  • Keine vorgeschobenen Sicherheitsargumente: Eine Rettungsgasse kann bereits heute problemlos gebildet werden (vgl. HAZ vom 04.10.22 und zahlreiche Augenzeugenberichte)
  • Klimaschutz, Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss erhöhen durch Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 bis 80 km/h.
  • Kürzere Bauzeit und Ersparnis von Millionen Steuergeldern durch Alternativlösungen, diese sind juristisch und bautechnisch immer noch möglich.

Reason

Der restliche Trassenwald (weitere ca. 3 ha) am Südschnellweg, insbesondere auf der Nordseite des Schnellwegs, darunter auch ein Großteil der Bäume am Südufer des Dreiecksteichs, ist wertvoll: Diese Bäume, auch viele gesunde Altbäume, bieten einen Sichtschutz sowie eine natürliche Filterung der Autoabgase für die Badegäste, Jogger*innen und andere Erholungssuchende, CO2-Reduzierung und Sauerstoffproduktion. Sie sind unerlässlich für die Gesundheit von Mensch und Tier. Solche Flächen sind auch nach dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zu erhalten, und sie würden nur für die Unterbringung des Erdaushubs vom Tunnelbau in Döhren gerodet werden. Der Lebensraum vieler weiterer seltener Tier- und Pflanzenarten würde dadurch zerstört.

Bei einer Sanierung im Bestand mit Ersatz der beiden maroden Brücken ist die Tunnellösung nicht gefährdet, weil diese Alternativvariante mit einer Teilaufhebung des Planfeststellungsbeschlusses im Westabschnitt ermöglicht werden kann, was verwaltungstechnisch einfach wäre. Die Teilaufhebung ermöglicht noch eine geringe Verbreiterung. Wir favorisieren die Sanierung im Bestand, weil dadurch auch der Rest des südlichen Trassenwaldes bei den Kleingärten und zwischen dem Sportplatz in Ricklingen und dem Landwehrkreisel komplett erhalten werden kann, sowie auch die Kleingärten, wo noch eine Klage anhängig ist. Und weil sie zur Klimagerechtigkeit beiträgt.

Hilfsweise sehen wir aber in der Kompromisslösung "RQ21-Süd" eine realistische Alternative (Regelquerschnitt 21 m - wie im Tunnel - statt 25,6 m Autobahnbreite gemäß Planfeststellungsbeschluss für die 1,8 km bis zum Landwehrkreisel, vgl. Pressemitteilung). So bliebe immerhin der wertvolle nördliche Trassenwald komplett erhalten, ebenso auch ein 7 bis 9 m breiter Streifen des noch erhaltenen südlichen Trassenwaldes, denn die Standstreifen werden bei dieser Variante durch Nothaltebuchten ersetzt. Zudem müsste durch den Wegfall der Dammerhöhung für den Tunnelaushub der Dammfuß auch nicht um zusätzliche bis zu 4,5 m verbreitert werden. Diese KompromisslösungRQ21-Süd“ könnte in einem vereinfachten Änderungsverfahren durchgeführt werden. Sie gefährdet daher die Tunnellösung in Döhren auch nicht.

Wir fordern grundsätzlich mehr Transparenz in den Verfahren, insbesondere Einblick in die Prüf-berichte der bisherigen Alternativen. Trotz erneuter Zusage von Verkehrsminister Lies am Montag, 8.1. und 15.1.2024 gegenüber der Gruppe naturliebender Menschen, hat bis heute (Mai 24) keine der unterzeichnenden Gruppen die Prüfberichte erhalten, lediglich einen zusammenfassenden Informationsbrief.

Mit dem EGMR-Urteil vom 09.04.2024 ist juristisch festgestellt, dass die Bürger*innen eines Staates zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit ein Menschenrecht auf einen wirksamen Klimaschutz haben. Diesem hat sich auch der Verkehrssektor unterzuordnen. Es wäre ein Klimaverbrechen, in der Leinemasch weitere Bäume zu fällen für mehr Verkehr auf einer breiteren Straße.

Weitere Informationen:


Initiiert von: Gruppe naturliebender Menschen
Unterstützende Gruppen: NABU Hannover, BUND Region Hannover, VCD Hannover, VCD Niedersachsen, Fridays for Future Hannover, Leinemasch BLEIBT, Parents for Future Hannover, Christians for Future Hannover, Grandparents for Future Hannover, Architects for Future Hannover, Parents for Future Wedemark, Omas gegen Rechts Hannover, AK Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, BI Leinemasch West, BI Leinemasch e.V., ProTerra Project Cooperation e.V., BI „Wer Straßen sät, wird Autos ernten“ e.V. (Hemmingen), Biologisch (Laden in Linden)

Petition details

Petition started: 05/08/2024
Collection ends: 02/01/2026
Region: Lower Saxony
Topic: Traffic & transportation

News

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    wir landen Sie und Euch nochmals wie angekündigt heute 15 Uhr ganz herzlich ein zum Gottesdienst am Südschnellweg. Von der Ecke "An der Bauerwiese" südlich des Südschnellwegs wird es ab ca. 14:15 Uhr ausgeschildert sein zum Platz in der Sackgasse an der Kornhast 25 i. Anschließend wird es in Annas Garten bei Kaffe und Tee die Möglichkeit zum Austausch auch über die Solastalgie-studie und den Westschnellweg geben.

    Leider kommt diese Mail etwas kurzfristig wegen dem gestrigen Klimaaktionstag, privater Vorkehrungen gegen die Klimakatastrophe (Angebotseinholung für PV-Anlage) und familiärer Verpflichtungen. Und wir bitten, mögliche Schreibfehler zu entschuldigen.

    Lasst und gemeinsam "Auftanken"!
    Herzliche Grüße und viel Kraft für weiteren Widerstand !

  • Liebe Unterstützer*innen,

    mit herzlichen und friedlichen Oster- und Frühlingswünschen
    möchten wir die Daten der angekündigten Trauerandacht korrigieren:
    Da am Freitag, 24.04. nach der Klimademo um 15 Uhr (ab Steintor) zum Thema Gasausstieg noch Workshops (Schneiderberg 50) angeboten werden, findet die Andacht für Natur und Menschen (Anwohner*innen und Aktivist*innen) nun am Samstag, 25.04. (internationaler Tag des Baumes) statt, ebenfalls 15 Uhr, zwischen vor der Kornhast 25i und der Sackgasse an der Baustelle.
    Vor der Kornhast ist der Weg südlich des Südschnellwegs zwischen der ersten Reihe von Kleingärten, die größtenteils bereits geräumt und gerodet sind, und der zweiten Reihe, die nach der angekündigten Enteignung der Oase von "den allerletzten Bäumen am Südschnellweg" mit unter anderem drei älteren Ulmen dann sozusagen in die erste Reihe rücken. Wir hoffen, dass diese Enteignung sich noch Wochen oder Monate hinziehen wird.... Bald kommt noch ein Sharepic zur Andacht und weitere Infos.

    Frohe Ostern & herzliche Friedenswünsche in alle Richtungen,
  • Liebe Unterstützer*innen,
    anbei ein kleines Video von unserer Trauer-, Mahn- und Würdigungs-Veranstaltung am 28.2.26.
    Wir haben mit der "Leinemasch“, dem Trassenwald am Südschnellweg, eine Freundin verloren.
    Wie bei anderen Todesfällen auch, hat die Trauerphase erst mit dem Tod begonnen.

    Wir wollen mit der Forderung, die Auswirkungen der Rodungen auf die Gesundheit von Anwohner*innen und Erholungssuchenden zu untersuchen, weiter auf die Politik zugehen (Anfrage beim Land, Stadt- und Bezirksrat). Da bisher aber nicht darauf eingegangen wurde, wäre es gut, wenn wir uns selber zumindest um eine Weiterführung der Solastalgie-Studie in Bezug auf die Komplettrodung am Südschnellweg sowie präventiv für den Westschnellweg und allgemein kümmern würden. Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit bzw. seelischer Belastung und Umweltveränderungen/-zerstörungen. Um die Weiterführung der Studie in Auftrag geben und die alte vollständig bezahlen zu können, brauchen wir jedoch dringend finanzielle Unterstützung.
    Wir haben vom Institut für Klimapsychologie in München das Angebot bekommen, in monatlichen Raten von 100 Euro zu zahlen. Wenn sich jemand angesprochen fühlt, eine Rate zu übernehmen (benötigt werden mindestens 6 für die alte + mindestens 9 für die neue Studie), wären wir sehr dankbar! Grundsätzlich hilft natürlich auch jede kleinere Spende, Infos bei klimaschutz-am-suedschnellweg.de/spenden.
    Wie es der Zufall will, hat uns ein Aufruf von einer Studentin, Clara Hoffmann, erreicht:
    “Für eine Bachelorarbeit im Bereich Kommunikationsdesign zum Thema Solastalgie (Gefühl zwischen Trost und Trauer angesichts einer sich verändernden Umwelt) werden kurze persönliche Beiträge gesucht: Gedanken, Erfahrungen, Gedichte oder Reflexionen darüber, wie ihr Umweltveränderungen wahrnehmt, und welche Gefühle damit verbunden sind. Beiträge können gern bis zum 18. März an clara.hoffmann@student.hs-rm.de geschickt werden.“
    Außerdem gilt nach wie vor die herzliche Einladung, seinen Schmerz mit kreativen Mitteln auszudrücken und zu teilen. Der Prozess kann uns helfen, ins Fühlen/Verarbeiten zu kommen. Das gemeinsam zu tun, ist ratsam. Denn der Schmerz an der Zerstörung der Welt ist oft größer als wir alleine aushalten können. Deswegen neigen wir dazu, den Schmerz zu verdrängen (das haben auch z.B. Joanna Macy und Hildegard Kurt beschrieben).
    Es geht weiter:
    Als Kampagne „Ricklinger Wald – Für natürlichen Klimaschutz am Südschnellweg – Jeder Baum zählt“ werden wir in Zukunft einmal im Monat, am vorletzten Sonntag (dem Sonntag vor dem Spaziergang am Westschnellweg) weiter eine Mahnwache an der Blauen Brücke anmelden: 13.00-16.00. Das heißt konkret, der nächste Termin ist am SONNTAG, den 22.3.26.
    Menschen die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen!
    Weitere Ankündigung: Zusammen mit dem Umweltteam des katholischen Bistums Hildesheim wird es, dank Almut, am FREITAG, dem 24.4. um 17.00 - am Vortag des internationalen Tag des Baumes - eine Andacht geben. Genaue Informationen folgen zeitnah.
    Ob wir auch am 25.4., dem internationalen Tag des Baumes, selber eine Mahn-Aktion organisiert bekommen, ist noch nicht sicher. Wenn Ihr eine Fahrrad-Demo über Süd- und West-Schnellweg machen wollt, dafür müssen wir aber mindestens 250 sein, dann sind wir dabei.

    Zu den noch laufenden Klagen und Strafanzeigen gibt es bisher noch nichts Neues. Enteignet werden sollen die letzten Gärten wohl bis Ende März. Wann die „letzten Bäume“ am Südschnellweg gefällt werden „sollen“, wissen wir nicht.

    Bleiben wir erhobenen Hauptes und lassen uns nicht brechen.
    Mit solidarischen Grüßen in die vielen Krisengebiete der Erde,

Weil es immer noch technisch als auch zeitlich möglich ist, eine natur- und klimaschonendere Variante beim Ausbau des Südschnellwegs zu anzuwenden.

Es kommt, wie es kommt. Daran ändert auch eine Petition nichts.

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