Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Das Deutschlandticket ist eine der wirkungsvollsten klimapolitischen Maßnahmen der letzten Jahre. Doch statt diesen Erfolg auszubauen, wird er durch immer höhere Preise gefährdet: Seit Januar 2026 kostet das Ticket 63 Euro monatlich - 28 Prozent mehr als beim Start 2023. Und die Finanzierung des Tickets ist nur bis 2030 gesichert, danach droht das Aus.
Deshalb wird gefordert: Dass der Bund seinen jährlichen Zuschuss auf mindestens 3 Milliarden Euro verdoppelt, damit das Ticket auf unter 49 Euro gesenkt und für alle bezahlbar gehalten werden kann.
Begründung
Preiserhöhungen treiben Menschen zurück ins Auto
Jede Preiserhöhung treibt Menschen zurück ins Auto. Als das Ticket Anfang 2025 von 49 auf 58 Euro stieg, verlor es eine Million Nutzende. Wer heute in einer Kleinstadt auf Bus und Bahn angewiesen ist, zahlt inzwischen fast ein Drittel mehr als 2023. Für viele Haushalte ist das zu viel.
Dabei wäre das Potenzial riesig: Laut offizieller Bundesevaluation könnten bis zu 20,6 Millionen Menschen das Ticket nutzen - knapp sechs Millionen mehr als heute.
Der wirtschaftliche Nutzen übersteigt die Kosten deutlich
Das Deutschlandticket rechnet sich. Schon jetzt spart es laut dem Bund rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. Bei stabilem Niedrigpreis könnten es bis 2030 bis zu 44 Millionen Tonnen sein. Der gesamtwirtschaftliche Nutzen wird sogar auf rund 46 Milliarden Euro geschätzt. Das ist mehr als doppelt so viel wie beim aktuellen Kurs.
„Nur für Städter" - dieser Einwand stimmt nicht
Kritische Stimmen behaupten, das Ticket nütze vor allem Menschen in Großstädten, die ohnehin schon Bahn fahren. Doch das stimmt nicht. Der Ariadne-Report des Kopernikus-Projekts zeigt: Mindestens drei Viertel der nachweisbaren Verlagerungen vom Auto auf den ÖPNV kommen von Menschen, die vorher kein Abo hatten - viele davon mit Autozugang, die durch den günstigen Preis umgestiegen sind. Auch in ländlicheren Regionen spielt das Ticket eine wichtige Rolle.
Der Bund hat das selbst versprochen - jetzt muss er liefern
Das Deutschlandticket war eine Idee des Bundes. Er hat es eingeführt, er hat damit geworben. Die eigene Evaluation bestätigt: Es wirkt. Jetzt darf der Bund nicht auf halbem Weg stehen bleiben. Mehr Geld für das Deutschlandticket ist keine neue Ausgabe - es ist die Konsequenz aus einer Entscheidung, die bereits richtig war.
Quellen
- Bundesministerium für Verkehr: "Deutschlandticket wirkt – mehr Potenzial vorhanden", 14.06.2026.
- Zukunftsnetzwerk ÖPNV: "Deutschlandticket: Studie zeigt positive Effekte und weiteres Potenzial", 23.04.2026.
- Ariadne-Report / Kopernikus Projekte: "Faktencheck Deutschlandticket – Eine Bestandsaufnahme der empirischen Evidenz", April 2025.
- Tagesspiegel: "Studie der Deutschen Umwelthilfe: Günstigeres Deutschlandticket könnte viel mehr CO₂ sparen", 19.03.2026.
- busplaner / Huss-Unternehmen: "49-Euro-Deutschlandticket könnte Klimaziele im Verkehr spürbar stützen", April 2026.
- Auto Motor Sport: "Subventionen für Diesel, Dienstwagen & Co. kosten Milliarden", 20.08.2024.
- Sozialverband VdK: "Deutschlandticket wird erneut teurer", 24.10.2025.
- Frankfurter Allgemeine: "Weniger Menschen fahren mit dem Deutschlandticket", 02.07.2025
- Deutscher Bundestag: "Bundestag regelt Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030", 07.11.2025.
Es geht nicht an, dass Werbung gemacht wird auf ÖPNV umzusteigen und das aber bei hohen Ticketpreisen.