Diese Petition ist mir wichtig, weil die Behauptung, man könne gegen eine private Rüstungsansiedlung nichts tun, rechtlich falsch ist. Die Stadt Leipzig besitzt die verfassungsrechtliche Planungshoheit (Art. 28 GG) und das klare Recht zur Bauleitplanung nach § 1 Abs. 3 BauGB. Der Stadtrat hat die gesetzlichen Hebel und die Pflicht, die öffentliche Sicherheit (§ 3 SächsBO) zu schützen und dieses verantwortungslose Rüstungsprojekt – notfalls über eine Veränderungssperre nach § 14 BauGB
10.663 Unterschriften
- Gestartet 01.09.2026
- Sammlung noch > 4 Monate
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Debatte
Frieden, Stabilität, europäische Sicherheit ergeben sich nicht aus Ansiedlungen der Rüstungsindustrie in deutschen Großstädten (Hamburg, Leipzig, Osnabrück,...), sondern aus diplomatischem Geschick und einer Politik die europäische Sicherheitsinteressen aller Länder beachtet. Die Produktion oder Forschung zu Mittelstreckenraketen hat nichts mit Friedens- oder Verteidigungspolitik zu tun.
Wir sind eine Stadt des Buches, der Kultur, der Wissenschaft - aber keine Waffenschmiede. Waffen töten.
In unserer Familie gab es Helmut. Helmut spielte als 14jähriger Junge mit seinem Freund. 1945. Beiden fanden Waffen der vorangegangenen Kämpfe zwischen Wehrmacht und Roter Armee. Die Jungen zielten im Spiel aufeinander. Es befand sich in den Waffen noch Munition. Helmut verblutete. Das richten WAFFEN und Kriege selbst in Friedenszeiten noch an. Unfassbares Leid. „Friede macht Reichtum, Reichtum macht Übermut, Übermut bringt Krieg, Krieg bringt Armut, Armut macht Demut, Demut macht Frieden."
Wir sind eine Stadt des Buches, der Kultur, der Wissenschaft - aber keine Waffenschmiede. Waffen töten.
Machtdemonstration
Eine reine Machtdemonstration! Selbstverständlich paßt nichts zusammen! Leipzig - Stadt der friedlichen Revolution, die Buchstadt, die Musikstadt (Bach, Schuhmann, Mendelssohn...) und die künftige Yad Vashem-Gedänkstätte in Leipzig - Mahnmal für die Menschlichkeit! Und jetzt Marschflugkörper namens "Anthem" - "Hymne" ... das ist Orwell!
70 Arbeitsplätze und vielleicht später einmal ein paar hundert rechtfertigen nicht die strategische Gefährdung einer Großstadt mit ca. 634.000 Menschen.
Wir haben nach 1989 ohne nenneswerte Aufrüstung friedlich in Deutschland gelebt. Einen Frieden gibt es nur durch Verhandlungen und Kompromisse. Schuldzuweisungen und Feidbilder helfen nicht weiter. Aufrüstung dient dem Profit - bezahlt vom Volk.
Friedensdemo 3.Oktober
Wir Menschen wollen keine Hochrüstung. Nirgendwo. Wir wollen Frieden! Dafür am 3 Oktober in Berlin und Stuttgart auf die Strasse!
Die Waffen werden verwendet werden, um globale US-Vormachtsziele zu verwirklichen, welche illegal sind. Die Reichweite der Waffen und die bisherige Verwendung dieser Kategorie von Waffen legt dies nahe. Da dies nicht im Rahmen von Verteidigung, sondern von globalen Eroberungsplänen der USA stattfindet, ist die Waffenproduktion abzulehnen. Und ein Einsatz dieser Waffen im Kampf gegen die USA/BlackRock ist ja ausgeschlossen. Somit fehlt auch eine indirekte strategische Grundlage zur Abwehr der USA
Quelle: RAND Coopr. "Extending Russia": www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html
In unserer Familie gab es Helmut. Helmut spielte als 14jähriger Junge mit seinem Freund. 1945. Beiden fanden Waffen der vorangegangenen Kämpfe zwischen Wehrmacht und Roter Armee. Die Jungen zielten im Spiel aufeinander. Es befand sich in den Waffen noch Munition. Helmut verblutete. Das richten WAFFEN und Kriege selbst in Friedenszeiten noch an. Unfassbares Leid.
Ein pauschales Nein verlagert Verantwortung nur geografisch. Wird ein System nicht in Leipzig produziert, entsteht es gegebenenfalls in Bayern, Frankreich oder den USA. Die ethische und sicherheitspolitische Frage verschwindet dadurch nicht.
Die Ansiedlung ändert den Status der Stadt risikotechnisch kaum. Leipzig ist als adminstratives Zentrum, militärischer Knotenpunkt (z.B. General-Olbricht-Kaserne) und zentraler Logistk-Hub (Flughafen Leipzig/Halle mit seiner Fracht- und NATO-Strategie-Bedeutung, Schienenknotenpunkt) bereits jetzt im Falle einens Großkonfliktes primäres Ziel.
Die Wortwahl der Petition erzeugt Angst, bevor Fakten geklärt sind. Begriffe wie „Bombenziel“ oder „Kriegstüchtigkeit“ schaffen starke Bilder, sagen aber wenig über das konkrete Risiko eines bestimmten Standorts aus. Sachliche Kritik braucht präzisere Kategorien.
Friedenspolitik besteht nicht allein aus Dialog. Diplomatie ist unverzichtbar, funktioniert aber besser, wenn demokratische Staaten nicht militärisch erpressbar sind. Verhandlungsfähigkeit und Verteidigungsfähigkeit schließen sich deshalb nicht aus.
Die Petition vermischt kommunale und nationale Verantwortung. Ob Deutschland bestimmte Verteidigungsfähigkeiten benötigt, ist keine Leipziger Lokalentscheidung. Die Stadt kann über Flächen, Genehmigungen und Standortfragen entscheiden, aber nicht die Sicherheitsstrategie Deutschlands ersetzen.
Leipzig ist schon heute sicherheitspolitisch relevant. Flughafen, Logistik, kritische Infrastruktur und strategischer Lufttransport existieren unabhängig von Covenant. Die Vorstellung, Leipzig werde erst durch eine einzelne Unternehmensansiedlung strategisch relevant, greift deshalb zu kurz.
Rüstungsindustrie ist regulierbar. Produktion und Export erfolgen nicht in einem rechtsfreien Raum. Genehmigungs-, Sicherheits-, Umwelt- und Exportkontrollen können konkrete Risiken begrenzen. Die richtige Frage lautet daher auch: Welche Regeln brauchen wir?
Standortgespräche sind noch keine fertigen Entscheidungen. Dass Verwaltung oder Wirtschaftsförderung mit einem Unternehmen sprechen, bedeutet nicht, dass Genehmigungen bereits erteilt wurden. Planung, Bau- und Sicherheitsrecht gelten auch für Rüstungsunternehmen.
Wer Verteidigungsfähigkeit fordert, muss Produktion irgendwo akzeptieren. Es ist widersprüchlich, moderne Bundeswehrfähigkeiten zu verlangen, aber jede Produktion vor Ort abzulehnen. Sicherheitspolitik funktioniert nicht nach dem Prinzip: notwendig, aber bitte nur bei den anderen.
„Wir sind das Volk“ begründet kein kommunales Vetorecht. Demokratie bedeutet freie Wahlen, rechtsstaatliche Verfahren und öffentliche Kontrolle – nicht, dass jede Unternehmensansiedlung erst durch eine allgemeine Bürgerabstimmung legitimiert werden muss.
Bürgerbeteiligung darf nicht mit einem Vetorecht verwechselt werden. Anwohner:innen müssen gehört und Risiken transparent gemacht werden. Beteiligung bedeutet aber nicht automatisch, dass jede rechtmäßige Investition von allgemeiner Zustimmung abhängig ist.
Die Petition setzt ihre Schlussfolgerung schon voraus. Sie fordert zwar eine offene Debatte, formuliert aber bereits im Titel ein grundsätzliches Nein zur Ansiedlung. Das ist weniger ergebnisoffene Beteiligung als politische Mobilisierung mit vorweggenommenem Ergebnis.
Frieden und Verteidigungsfähigkeit sind kein Widerspruch. Abschreckung soll gerade verhindern, dass ein möglicher Angreifer einen Krieg für erfolgversprechend hält. Wer Frieden sichern will, darf deshalb nicht automatisch jede militärische Produktion als friedensfeindlich darstellen.
Die Friedliche Revolution sollte nicht parteipolitisch vereinnahmt werden. 1989 steht für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung. Menschen mit sehr unterschiedlichen sicherheitspolitischen Positionen können sich legitim auf dieses Erbe berufen.
Die Petition überhöht den Begriff „Rüstungsindustrie“. Nicht jeder Standort produziert Sprengköpfe oder lagert große Mengen Explosivstoffe. Elektronik, Steuerung, Software, Flugkörperzellen oder Endmontage haben jeweils sehr unterschiedliche Risikoprofile.
1989 ist kein Argument gegen Verteidigungsindustrie. Die Friedliche Revolution richtete sich gegen Diktatur, fehlende freie Wahlen und staatliche Repression. Daraus lässt sich kein historisches Gebot ableiten, dass Leipzig keine Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft ansiedeln dürfe.
Die bessere Forderung lautet: gestalten statt verhindern. Leipzig sollte hohe Anforderungen an Sicherheit, Transparenz, Beschäftigungsbedingungen, Umweltstandards, Exportkontrolle und öffentliche Förderung stellen. Eine demokratische Stadt muss kontroverse Industrie nicht reflexhaft verbieten, sondern verantwortungsvoll regulieren.
Die Petition zeichnet ein zu einfaches Bild von Eskalation. Militärische Fähigkeiten können zur Eskalation beitragen, sie können aber ebenso Abschreckung stabilisieren. Diese sicherheitspolitische Kontroverse verdient mehr als die Gleichung „mehr Produktion = mehr Krieg“.
Risiken sollten untersucht, nicht behauptet werden. Ob und welche Gefahren durch die Produktion entstehen, hängt davon ab, was konkret hergestellt, montiert oder gelagert wird. Eine seriöse Debatte braucht Fakten über Prozesse, Gefahrstoffe und Sicherheitskonzepte.
Ostdeutschland sollte industrielle Wertschöpfung nicht grundsätzlich ausschließen. Hochtechnologische Produktion schafft qualifizierte Arbeitsplätze, Zulieferketten und Know-how. Es wäre schwer vermittelbar, Verteidigungsausgaben bundesweit zu finanzieren, aber industrielle Chancen regional abzulehnen.
Auch eine Ablehnung hätte Folgen, die diskutiert werden müssen. Dazu gehören entgangene Investitionen, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und technologische Kompetenzen. Eine ehrliche Debatte muss deshalb nicht nur Risiken der Ansiedlung, sondern auch Kosten einer Ablehnung benennen.
Europäische Produktion kann Abhängigkeiten reduzieren. Wenn Deutschland und Europa militärische Fähigkeiten benötigen, ist eigene industrielle Kapazität strategisch sinnvoller als vollständige Abhängigkeit von Lieferungen aus den USA oder anderen Staaten.
Transparenz hat legitime Grenzen. Bei Ansiedlungen gibt es Geschäftsgeheimnisse, Grundstücksverhandlungen und sicherheitsrelevante Informationen. Demokratie verlangt nachvollziehbare Entscheidungen – aber nicht die Veröffentlichung jedes vertraulichen Gesprächs.
„Keine Bombenziele in Leipzig“ ist eine dramatische Verkürzung. Ein einzelner militärisch relevanter Produktionsstandort macht nicht automatisch eine ganze Großstadt zum legitimen Angriffsziel. Risiken müssen konkret für Standort, Produktion und Infrastruktur bewertet werden.
Sicherheitspolitische Verantwortung endet nicht an der Stadtgrenze. Leipzig ist Teil Deutschlands und Europas. Wenn gemeinsame Sicherheit solidarisch organisiert werden soll, kann eine Großstadt nicht sämtliche damit verbundenen Lasten und Produktionsstrukturen grundsätzlich anderen Regionen überlassen.
Eine unabhängige Risikoprüfung spricht nicht automatisch gegen die Ansiedlung. Im Gegenteil: Eine solche Prüfung kann zeigen, welche Auflagen, Abstände, Schutzmaßnahmen oder Standortbedingungen erforderlich sind. Sie sollte Entscheidungsgrundlage sein, nicht bloße Begründung für ein vorher feststehendes Nein.