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Pro

Warum ist die Petition unterstützenswert?

    International Charter on Geographical Education of the International Geographical Union
In der Charter on Geographical Education haben sich etwa 70 Mitgliedstaaten der International Geographical Union dafür ausgesprochen, dass sie es für dringend notwendig erachten, Geographieunterricht durchgängig in der Sekundarstufe i und II zwei Stunden in der Woche anzubieten. Die großen Herausforderungen unsrer Zeit machen dies dringend notwenig
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    STELLENWERT der GEOGRAPHIE
"Ohne GEOGRAPHIE ist man - was man auch gelernt haben mag - beengt, begrenzt, beschränkt" (Immanuel Kant) ...zumal im Zeitalter der rasant fortschreitenden Globalisierung,der anthropogenen Klimaerwärmung (globaler Gletscherrückgang, Meeresspiegelanstieg, Zunahme an extremen Wetterereignissen...s.Tuvalu), der Ressourcenplünderung/-verknappung, der fortschreitenden Umweltbelastung aller Sphären (Luft, Boden, Wasser, Biosphäre), der extrem zunehmenden Schere zwischen Arm und Reich (national und internat.), um nur einige existentiell wichtige Themen der GEOGRAPHIE zu nennen.
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Contra

Was spricht gegen diese Petition?

    Vorschlag der Historiker schafft Geographie ab
Mit dem unter "Neuigkeiten" verlinkten Vorschlag der Historiker (Alternative 3) wäre die Geographie dann endgültig abgeschafft: Wer unter dem Themenkomplex "Herrschaft und Partizipation" nur noch den "Naturraum" behandeln darf, der verfällt entweder in Geodeterminismus oder ist schon gleich schlicht überflüssig.
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    Proud to be "Gesellschaftswissenschaft"
In dem Kommentar des Potsdamers heißt es auch, dass die Geographie zu einer Gesellschaftswissenschaft "degradiert" werden könnte. Dabei hat schon Martha Nussbaum (2007) festgestellt, dass die Gesellschaftswissenschaften notwendig sind, um die gesellschaftlichen Probleme zu lösen, die die Naturwissenschaften durch ihre Fortentwicklung produzieren. Dies können sowohl als "positiv" als auch als "negativ" empfundene Herausforderungen sein. Jedenfalls aber ist es nichts Ehrenrühriges, eine Gesellschaftswissenschaft zu sein.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Geo-Governance//de.wikipedia.org/wiki/Geo-Governance" rel="nofollow">de.wikipedia.org/wiki/Geo-Governance
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    Rückwärtsgewandte Zielsetzung
Die Zielsetzung ist fehlerhaft, weil sie so tut, als sei der derzeitige RLP Geographie für BE und BB die bessere Alternative. Er ist es aber nicht, denn er schreibt eine Schulgeographie fest, die mit der akademischen Geographie schon seit langem nicht mehr kompatibel ist: Lehramtsstudierenden und Referendaren kann jedenfalls nicht mehr zugemutet werden, eine Sachanalyse zu verfassen, weil die neueste Literatur, auf die sie zurückgreifen müssten, aus den 1950er oder 60er Jahren stammt. Kein Mensch würde einen derart veralteten Stand der Dinge bei Medizinern oder Juristen akzeptieren wollen.
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    Unterkomplexe Begründung
Die Begründung ist fehlerhaft, weil sie die Komplexität der Lehrplanerstellung nicht erfasst. Ein Großteil der in der Petition genannten Veränderungen verdankt sich der Umstellung der Lehrpläne auf Kompetenzorientierung: In anderen Bundesländern wird ein jeweils anderer geographischer Inhalt mit weitaus mehr „Unverbindlichkeit“ präsentiert, was tatsächlich dazu geführt hat, dass die Stoffverteilungspläne inzwischen auf den Internetseiten der sie jeweils erstellenden Schulbuchverlage nachzulesen sind. Das ist zweifellos ein Zustand, der kritisiert werden muss – aber nicht mit dieser Petition.
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    Das Fach ist schon lange bundesweit uneinheitlich
Das Argument, der neue RLP mache einen Umzug von Reinickendorf nach Rudow schwieriger als einen von Rendsburg nach Rudow verkennt die unbestreitbare Tatsache, dass schon die letzte Generation der RLP bundesweit wenig kompatibel war: Ein Berliner Fünftklässler, dessen Eltern alle zwei Jahre umzögen, und zwar erst nach Bayern und dann nach NRW, wäre dreimal in den Genuss des Themas „Europa“ gekommen. Von anderen Themen hätte er folglich nie etwas gehört. Das zeigt einmal mehr, dass das Fach bereits von denjenigen heruntergewirtschaftet wurde, die sich jetzt als seine Retter aufspielen.
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    Reihenfolge der Themen macht bisher erst recht keinen Sinn
Das Argument, dass die Reihenfolge der Themen im neuen RLP beliebig sei, trifft auf den alten, an Ländern und Regionen orientierten Lehrplan tatsächlich zu. Zum länderkundlichen Durchgang hatte Arnold Schultze bereits 1970 bemerkt, dass er keine Fortentwicklung zu komplexerem Denken zulasse, weil die jeweiligen Länder auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau betrachtet würden. Dass die Schulgeographen noch ein knappes halbes Jahrhundert nach dieser Veröffentlichung an diesem längst obsoleten „geographischen“ Konzept festhalten wollen, ist wahrlich beschämend.
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    Wider die fehlerhafte Argumentation
Wäre die Neubestimmung der Geographie in den RLP nicht auch der Kompetenzorientierung geschuldet, dann müsste man den Schulgeographen entgegenhalten, dass sie den Niedergang des Faches, den sie beklagen, durch die bisherige Ausrichtung der Schulgeographie selbst herbeigeführt haben. Jetzt zu argumentieren, dass die vorgeschlagene Veränderung das Fach gefährde, ist unangemessen. Jedenfalls eröffnet der neue RLP deutlich mehr Möglichkeiten Fragen der nachhaltigen Entwicklung sachgerecht zu behandeln, als es der alte mit seiner oberflächlichen Betrachtung der Erde vermocht hat.
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    Denn sie wissen nicht...
Das ist wirklich unglaublich: Da bemerkt ein Süddeutscher im Kommentar, der systemare Ansatz werde im RLP nicht berücksichtigt. Im RLP steht: "Der Kompetenzbereich Systeme erschließen umfasst die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, natürliche und soziale Phänomene auf unterschiedlichen Maßstabsebenen als geografische Systeme zu erfassen sowie Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt analysieren zu können." (S. 5)
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    Denn sie wissen nicht.... II
Die in den Kommentaren immer wieder vorgebrachte Referenz zu Kant, unterstützt eine Kombination mit Geschichte und spricht nicht gegen sie: "As Kant claims in the geography lectures, geography is the ground or foundation for history, as events necessarily take place somewhere, in some context. This is not to assert a priority for geography over history, but rather to insist on their relation together, a complementary analysis rather than a separation" (Elden, 2009).
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    Geographie ist rechtlich betrachtet keine Naturwissenschaft
Im Kommentar bemerkt ein Potsdamer, dass Geographie eine Naturwissenschaft sei. Das stimmt so einfach nicht: Am 20. 11. 2013 hat das VG Trier festgestellt, dass Geographie in der Oberstufe eine Gesellschaftswissenschaft ist (5 K 643/13.TR). Geklagt hatte ein Schüler, dem Punkte in den tatsächlichen Naturwissenschaften fehlten. Würde Geographie in der Schule eine Naturwissenschaft werden, könnte man aus diesem Vorfall schon schließen, was passierte: Noch weniger Schüler würden Physik, Chemie oder Biologie wählen. Das können die Naturwissenschaften nicht zulassen!
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    Der neue RLP bietet mehr Geographie als der alte
Armut und Migration als nebulöse – implizit gar nicht-geographische – Themen zu bezeichnen, kommt einer gedanklichen Abschaffung der Geographie gleich: Der Aspekt der globalen Verteilung von Armut und Reichtum führt zusammen mit dem Standard „Mit Karten umgehen“ nahezu unweigerlich zu einem zeitgemäßen und relevanten Geographieunterricht (GU). Wenn man das Ganze dann auch noch auf verschiedenen Maßstabsebenen von global über national (Ost-West) bis zu lokal (Nairobi im Vergleich zu Berlin) betreibt, dann hat man endlich einen auch international kompatiblen GU. Wurde der RLP überhaupt gelesen?
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    Lehrerprofessionalität
Die Lehrer sollten über die angebliche "Unverbindlichkeit" der neuen RLP froh sein: Immerhin wird ihnen hier ein Mass an Autonomie und Verantwortung zugestanden, das es ihnen ermöglicht, ihre Professionalität auszuleben. Eine solche Professionalität ist für guten Unterricht unerlässlich. Dies bedeutet nicht den kompletten Verzicht auf Struktur, wie er in einigen anderen Bundesländern zu beobachten ist. Die Mischung in Berlin und Brandenburg scheint jedenfalls erfolgversprechend.
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    Unfachliche Fächer
Die neuen RLP sind strukturell deutlich fachgebundener als die alten, weil sie sich eher an den fachlich definierten nationalen Bildungsstandards orientieren, als an den föderal festgelegten allgemeinen Bildungszielen. Dass man davon wenig merkt, liegt daran, dass die Fächer selbst sich immer weniger fachlich definieren – das gilt nicht nur für die Geographie, sondern auch für die Naturwissenschaften, die sich häufig, und häufig ohne entsprechende Kompetenz, mit Wertefragen beschäftigen anstatt sich zu bemühen, das durchaus nicht immer ganz einfache naturwissenschaftliche Denken zu befördern.
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    Das Fach soll gar nicht abgeschafft werden
Ein größerer Teil der Unterzeichner scheint nicht verstanden zu haben, dass es hier nicht um die Abschaffung des Faches Geographie geht, sondern lediglich um einen neuen, kompetentorientierten Lehrplan, wie ihn viele andere Bundesländer inzwischen auch haben. Damit einher ging eine stärkere Anlehnung an die akadmsiche Fachwissenschaft. Das kann wirklich nicht falsch sein.
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    Gute Vorbereitung auf die Oberstufe
Die Verfasser der Petition irren, wenn sie meinen, dass der neue RLP schlechter auf die Oberstufe vorbereite. Der früher erwartete Schritt von einem Thema wie „Leben in Trockenräumen“ hin zu „Entwicklungstheorien und -strategien und ihre Raumwirksamkeit“ produziert regelmäßig naturdeterministische Stereotype wie die Vorstellung, dass Hitze zu Armut führe. Mit dem neuen RLP, der „Handel und Produktion“, z. B. in Form der Verflechtung europäischer Modehäuser mit der Bekleidungsindustrie in asiatischen Staaten, behandelt, wären die Schüler jedenfalls besser auf die Oberstufe vorbereitet.
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    (Er)klärungsbedarf
WO ist die KARTE der Unterschriftenverortung dieser urgeographischen Petition, die in ihrer Bedeutung ja weit über den Raum Berlin / Bbg. hinausgeht??? Man hat ja in den letzten Jahren in fast allen Bundesländern ähnliche Vernichtungsfeldzüge gegen das Schulfach Geographie gestartet, aber auch dergl. auf wissensch.- universitärer Ebene über die Beseitigung des Faches in Universitäten und Hochschulen unternommen - wie z.B. Karlsruhe u.Mannheim. Auch diese inhaltlich einbettenden Hinweise vermisse ich. Ebenso unerklärt: der kurze Petitionszeitraum. Habe natürlich unterschrieben
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