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Pro

Warum ist die Petition unterstützenswert?

    Exzellenz im Hochtechnologiebereich
Ein wichtiges Argument pro entfristeter Wissenschaftler ist mir bei meiner gegenwaertigen Gruppe in England (66% Entfristung vs. 23% in Deutschland, siehe Quelle) bewusst geworden. Die Akkumulation von Knowhow und Hochspezialisierung ist wichtig, um Exzellenz und weltweite Fuehrung in spezialisierten Bereichen zu erlangen. Dies wird ueber viele Jahre erreicht und uebersteigt die Dauer der meisten Zeitvertraege. Sich langfristig zu spezialisieren wagen die meisten Kollegen in Deutschland gar nicht, weil es die Auswahl der naechsten befristeten Stelle extrem einschraenkt.
Quelle: Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2013, Tab. B2-9 (buwin.de/site/assets/files/1002/6004283_web_verlinkt.pdf//buwin.de/site/assets/files/1002/6004283_web_verlinkt.pdf" rel="nofollow">buwin.de/site/assets/files/1002/6004283_web_verlinkt.pdf)
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Solange Wissenschaftler in extremer Abhängigkeit vom nächsten Vertrag arbeiten, ihr Alltag vom Anwerben der nächsten Gelder, Stellensuche, Bewältigung von ständigen Umzügen (Pendelbeziehungen, Umzug organisieren, Kita-/ Schulsuche für den Nachwuchs, ...) geprägt ist, gerät die Forschung zur Nebensache. Man forscht nur noch auch den nächsten Projektantrag oder -review hin, die Gedanken sind bei der Stellensuche/ nächsten Stelle, man ersetzt die eigene Meinung durch die vom Chef/Geldgeber erwartete, die Motivation leidet. So forciert man 0815-Durchschnittsforschung in Deutschland.
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    Riskante Karrieren, Vertragssituation, Familienplanung
Die reduzierten Karriereaussichten eines Wissenschaftlers an der Universität tragen dazu bei, dass Forscher bei generativen Fragen (Kinder ja - nein?) eher zurückhaltend bis spät Kinder bekommen. Forscherkarrieren und Familienplanung sollten in Zukunft besser miteinander zu vereinbaren sein.
Quelle: Margeret Wintermantel (Hrs.), (2010): Promovieren heute - Zur Entwicklung der deutschen Doktorandenausbildung im europäischen Raum, Hamburg.
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    Lehrkraft für besondere Aufgaben
Diese Petition ist wirklich überfällig. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass nicht nur die Situation in außeruniversitären Forschungseinrichtungen für die Beteiligten prekär ist: Auch die massenhafte Einrichtung von sog. LfbA-Kräften an den Hochschulen, finanziert durch diverse HPe, ist für Angestellte wie Studierende ein unhaltbarer Zustand. Durch Hochdeputat zu (wie es im Kollegenjargon heißt) 'Lehrsklaven' degradiert, ist eine Weiterqualifikation oder gar Forschung auf Mittelbauebene nahezu unmöglich, vom WissZVG aber gefordert - so leiden Forschungs- und Lehrqualität!
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    Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs
"Befristete Verträge, schmale Gehälter und ein Mangel an Alternativen - damit haben viele Jungforscher zu kämpfen. Wie heikel die Lage ist, zeigte im vergangenen Jahr auch der Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs der Bundesregierung. Aus Sicht vieler Kenner ist die Situation eine direkte Folge der wissenschaftspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre." siehe auch: www.buwin.de/buwin/2013/n.de/buwin/2013/" rel="nofollow">www.buwin.de/buwin/2013/
Quelle: www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/spiegel-zu-braindrain-wissenschaftler-wandern-ab-a-955141.html//www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/spiegel-zu-braindrain-wissenschaftler-wandern-ab-a-955141.html" rel="nofollow">www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/spiegel-zu-braindrain-wissenschaftler-wandern-ab-a-955141.html
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    Job im Ausland, Land verlassen, Bildungskosten
Weil vgute Wissenschaftler (nach Ablauf der Fristen durch das WissZeitG) häufig das Land verlassen, um woanders einen adäquaten Job in der Wissenschaft zu erhalten. Selbst wenn Chefs (Professoren) verlängern wollen, sind Ihnen häufig die Hände gebunden. "Mehr als 880000 gut ausgebildete Deutsche leben derzeit in anderen OECD-Ländern. Umgekehrt haben sich nur 270000 Akademiker und Fachkräfte mit vergleichbarer Ausbildung aus anderen OECD-Staaten für ein Leben und Arbeiten in Deutschland entschieden, wie das Institut nstitut der deutschen Wirtschaft in Köln ermittelte."
Quelle: www.welt.de/wirtschaft/Wirtschaftslexikon/article7332670/Warum-der-Brain-Drain-Deutschland-belastet.html//www.welt.de/wirtschaft/Wirtschaftslexikon/article7332670/Warum-der-Brain-Drain-Deutschland-belastet.html" rel="nofollow">www.welt.de/wirtschaft/Wirtschaftslexikon/article7332670/Warum-der-Brain-Drain-Deutschland-belastet.html
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    Riskante Karrieren, der Weg zur Professur
Der Weg zum deutschen Professor/in bleibt hochriskant. Die Karrierephase zwischen dem Studienabschluss und der Einmündung in eine dauerhafte wissenschaftliche Spitzenposition ( z.B. durch die Berufung auf eine Universitätsprofessur) ist äußerst brisant. In dieser Phase werden wichtige Weichen für die berufliche Entwicklung, aber auch für die Lebensplanung gestellt. Zugleich handelt es sich um die Phase in der wissenschaftlichen Laufbahn, in der dem Wissenschaftssystem deutlich mehr Frauen als Männer verloren gehen."
Quelle: Kahlert, Heike (2012): Riskante Karrieren- Wissenschaftlicher Nachwuchs im Spiegel der Forschung, Band 1 Reihe: > Wissenschaftskarrieren
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Mein aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht namentlich genannter Japanischlehrer wurde nach 2 Jahren Arbeit an meiner Uni entlassen, das gleiche Schicksal hatten nach ihm dann weitere 3 Dozenten. Sowas findet ihr gerecht, gerade für Ausländer, für die deutsche Versicherungen nicht mal aufkommen wollen und immer wieder an das Herkunftsland verweisen? Deswegen: Entfristung wenigstens für alle, die sich BEWUSST für einen bestimmten Arbeitsort auf Dauer entscheiden wollen, auch für Menschen aus dem Ausland und andere Menschen mit Beeinträchtigungen im Leben!
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Vielleicht sollte ein Jeder anfangen sich nicht immer unter Wert zu verkaufen. Solange Wissenschaftler umsonst Seminare abhalten, um ihre Habil od. Diss. voranzubringen, in der Hoffnung, danach wird es besser, wird sich das System nicht ändern. Es gibt eben genug "Dumme" und macht es der eine nicht, da findet auch ein anderer. Schade. Unsere Arbeit ist es wert, gut bezahlt und planungssicher gestaltet tu werden.
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    Befristete Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst laden zu Missbrauch ein: Fall Stadt Hamburg
Alle Angestellten der Stadt Hamburg sind verpflichtet 1,25 % des Brutto-Einkommens als RG-Beitrag einzuzahlen. Nur wenn die Anstellung durchgängig 5 Jahre beträgt, erwirbt der Beschäftigte dadurch Rentenansprüche. Das System ist auf kein ähnliches System im öffentlichen Dienst in Deutschland übertragbar und nur 1 Tag Nicht-Beschäftigung bei der Stadt Hamburg, führt zu einem Verlust der Beitragszeit und Rentenansprüche. Das eingezahlte Geld wird dann unverzinst zurückgezahlt. Die Stadt erhält durch überwiegende Befristung in der Wissenschaft so ein obligatorisches zinsloses Darlehen.
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    Teilzeit- und Befristungsgesetz, 12-Jahres Frist, Projektmittel, Haushaltsmittel
Die "Contra" Aktivisten sollten wissen, dass im Hochschulrahmengesetzt schon seit geraumer Zeit die Möglichkeit eingeräumt wird, nach dem Teilzeit-und Befristungsgesetz befristet einzustellen! Somit ist eine unbefristet befristete Anstellung möglich sofern die Mittel Drittmittel (Projektmittel) sind (was ja meistens der Fall ist. Dieser Weg geht nicht bei Anstellung aus originären Haushaltsmitteln (was ja eher selten der Fall ist), da würde dann die 12-Jahres-Befristung greifen.
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    Vergleich zu anderen Berufen
Nur mal als Vergleich. In öffentlich getragenen Berufsorchestern kann man sich nach 2Jahren Zeitvertrag auf eine unbefristete Stelle einklagen (wenn es sich um eine eigentlich vakante Position ist und nicht nur eine Mutterschutzvertretung)
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Contra

Was spricht gegen diese Petition?

    Hochschulrahmengesetz
Hat sich jemand, der diese Petition des WissZeitVG I erstellt und unterschrieben hat, das Hochschulrahmengesetz durchgelesen? Dort wurde vor etwa 15 Jahren genau dies probiert: Befristung nur für maximal 12 Jahre an der Uni. Danach keine Befristung mehr möglich. Damals sollten die Universitäten auch gezwungen werden mehr feste Stellen einzurichten. Zu was hat dies geführt? ? zu einem quasi Berufsverbot an Universitäten für Wissenschaftler nach Ablauf der 12 Jahre. Wir sollten nach Lösungen für diese Problematik suchen, aber neue Ansätze zum Berufsverbot sollten diese nicht enthalten!
Quelle: ein befristet angestellter Wissenschaftler!
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    12 Jahres Regel
Ich wollte mal schnell die Petition unterschreiben, habe gelesen ... und unterschreibe NICHT! Die 12 Jahres Regel ist der Todesstoß für Wissenschaftler. Genau die in der Petition dargelegte Argumentation hat aber zur 12 Jahres Regel geführt! Diese Regel bewirkt, dass meine Aussichten auf einen Anschlussvertrag gegen Null gehen. Ohne die 12 Jahres Regel hätte ich den Anschlussvertrag keineswegs sicher, aber er wäre doch immerhin möglich und vor allem von meiner eigener Leistung abhängig. Fazit: Ich unterschreibe eine Petition nur, wenn sie sich explizit gegen die 12 Jahres Regel richtet.
Quelle: Wissenschaftler, lange im Ausland gearbeitet und deswegen bisher von der 12 Jahres Regel verschont
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Ich finde es sehr begrüßenswert, dass mit dieser Petition endlich einmal ein Thema aufgegriffen wird, was längst überfällig ist, herzlichen Dank an die Initiatoren! Und dennoch zögere ich, die Petition in dieser Form zu unterschreiben. Meine Bedenken gehen in die gleiche Richtung wie die oben bereits geäußerten. Was wünschen wir uns wirklich? Mehr feste Stellen im Wissenschaftsbereich, weniger Zeit für die Anfertigung von Anträgen und mehr für Forschung, mehr Selbstbestimmung und mehr Zukunftssicherheit. All dies würde ich sofort unterschreiben. Der Fokus dieser Petition liegt mir ab
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    Lieber alle auf Zeit als viele auf gar nicht
Feste Stellen schön und gut - aber das eigentliche Problem ist, daß man nicht bereit ist, die Grundfinanzierung des wiss. Personals zu erhöhen. Nur Dauerstellen zu fordern, führt zu nichts anderem als daß die aktuellen Stelleninhaber sich vielleicht darin sonnen können - aber die nachfolgenden Jahrgänge dann ganz in die Röhre schauen, weil die Dauerstellen erst einmal auf Jahre oder Jahrzehnte vergeben sind. Wenn schon Akademikerarbeitslosigkeit nicht abgeschafft werden soll, dann soll lieber jeder einige Jahre arbeitslos sein als daß einige sich fest installieren und die anderen gar nicht.
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    Beamtenmentalität im Wissenschaftsbereich
Die Beamtensehnsucht nach dauerhaften Stellen auch ohne bahnbrechende Forschungsergebnisse abzuliefern ist zwar verständlich, aber würde kontraproduktiv für den wissenschaftlichen Output wirken. Schon jetzt gibt es Professoren, die kaum noch Forschungsergebnisse produzieren, sobald sie eine "feste Stelle" haben, dieser Effekt würde sich in den neugeschaffenen Positionen verstärken: Weniger Wettbewerb und mehr das bequeme "sich Einrichten".
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    Konsequenzen des Vorschlags?
Die vorgeschlagenen Maßnahmen treffen letztlich die Nachwuchswissenschaftler_innen hart, nicht die Unis oder die Profs: Die Universitätsverwaltungen würden gut mit der institutionellen Begrenzung leben, die haben kein Interesse ständig befristete Verträge raushauen zu müssen. Nach diesem Vorschlag würde der/die Nachwuchswissenschaftler_in nicht nur bei ihrem Prof. eine Verlängerung rausleiern, sondern auch noch die Verwaltung überzeugen müssen, ihr Kontingent für sie auszuschöpfen... Das ist wie bei der 12 Jahres Regelung: Letztlich hat es ausschließlich den Nachwuchs getroffen.
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Forderung 2) "Die Projektförderung des Bundes soll Themen primär durch befristete Sachmittel fördern, nicht durch befristete Personalmittel" ist problematisch: Die Länder deswegen keine Dauerstellen schaffen, und am Ende gibt es noch weniger Stellen im wissenschaftlichen Bereich als vorher.
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...Der Fokus dieser Petition liegt mir aber zu sehr auf den Forderungen ?Begrenzung des Anteils befristeter Arbeitsverhältnisse? und ?Projektförderung primär für Sachmittel?. Dies ist es nicht, was ich als Drittmittelangestellte momentan fordern möchte. Zu sehr sehe ich dabei das Risiko, dass diese Forderungen missverstanden werden und uns letzten Endes schaden. Herr Raupach, kann man sich direkt mit Ihnen in Verbindung setzen?
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Ich begreife nicht, weshalb sich ausgerechnet eine überall und immer mehr ZU RECHT umstrittene "Wissenschaft" -was immer das für ein selbsternanntes, selbgefälliges Absolutum sein soll oder will- ein "Recht auf feste (??) Arbeitsplätze" ausbitten will. Gibt es Argumente?
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na ja ne diss für lau schreiben und schön gemütlich mal um 10 anfangen und um 15 uhr nach hause gehn und sich alles aber auch wirklich alles entlönen lassen.(z.b. ich les ja auch mal privat ein Fachbuch). Das "rundum sorglos Paket" gibt es halt nicht. Das verbuch ich mal unter Berufsrisiko...
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Die sogenannte "Wissenschaft" verkümmert weltweit bestenfalls zur käuflichen Farce. Weshalb ich -bis zur mündigen Einsicht sogenannter Wissenschaftler-bestenfalls für einen 0,5.-? Job plädiere, aber kaum eine derartig absurd selbstgefällige Petition unterschreibe. Wacht mal AUF, Freunde der tief umdunkelten, möglichst best bezahltesten, unverdientesten Nacht
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