• Akte Gerbhaus: Eine Dokumentation des Verfalls

    at 06 Jul 2021 17:07

    Wir haben eine Dokumentation begonnen: Jeden Tag fassen wir einen Abschnitt der Geschichte des Bacharacher Gerbhauses seit 2015 zusammen. Die „Akte Gerbhaus“ bietet einen detaillierten Einblick in die Zeit, in der sich die Denkmalschutzbehörde um das gefährdete Gebäude „gekümmert“ hat.

    Unsere Grundlage ist die Denkmalakte, die bei der Unteren Denkmalbehörde geführt wird. Sie zeigt ein bedenkliches Vorgehen derer, die sich für den Erhalt unserer Kulturdenkmale einsetzen sollten. Mit aller Kraft. Mit verliehener Autorität. Mit ausreichend Geld. Mit brennendem Enthusiasmus.

    Im Fall des Gerbhauses ist das allerdings nie überzeugend geschehen. Das Aktenstudium treibt uns Tränen in die Augen — aus Verzweiflung und vor Lachen.

    „Wir haben alles Mögliche getan“, so meinten Vertreter der Denkmalbehörde und der Stadt Bacharach in erstaunlicher Einigkeit.

    Nein, haben sie nicht! Die Denkmalakte belegt eine völlig andere Geschichte — spannend wie ein Krimi.

    Frank Jermann, IRHB

    Hier geht's zur Akte Gerbhaus:

    irhb.de/akte-gerbhaus/

  • Zeitungsbericht: Wiedersprüchliche Aussagen

    at 29 Jun 2021 12:53

    Am 22. Mai 2021 berichtete die Allgemeine Zeitung über den Fall des Bacharacher Gerbhauses. Aus dem Artikel ergeben sich interessante Einblicke, aber auch unbegreifliche Positionen, die zur Verwunderung Anlass geben.

    So können wir lernen, dass das Gerbhaus bereits seit dem Frühjahr 2016 oft Thema im Bacharacher Stadtrat war. Warum in nunmehr mehr als fünf Jahren keine Abhilfe geschaffen wurde, darüber vermittelt der Artikel keine Klarheit. Vielmehr stiften der Stadtbeigeordnete Gunter Pilger und die Stadtplanerin Anita Broghammer-Conrads Verwirrung, wenn sie sich so äußern:

    „Die Aussage, dass notwendige Maßnahmen wie Ersatzvornahme, Begehung und so weiter nicht stattgefunden hätten, ist schlicht und einfach falsch.“

    Man könnte meinen, dass die Verantwortlichen fleißig waren und das Gerbhaus gesichert wurde. Das ist jedoch nicht der Fall — und zwar seit Jahren.

    Fakt ist: Es hat ersichtlich keine Ersatzvornahme stattgefunden, denn sonst hätte man das Dach im Rahmen einer solchen Maßnahme geschlossen. Das wurde es aber nicht. Wenige Sätze weiter rudert Pilger dann auch zurück: „Soweit uns bekannt ist, wurde die Ersatzvornahme angedroht.“

    Einmal hat sie nun stattgefunden, dann wieder nicht — sieht so die Argumentation der Stadt aus? Der Eindruck, der erweckt wird, ist eher chaotisch. Bestärkt wird er durch die Aussage von Pilger, dass erstmalig eine Begehung im Winter (2020/2021) stattgefunden habe. Man hat also offensichtlich knapp fünf Jahre für eine Inaugenscheinnahme gebraucht, seitdem das Gebäude Thema im Stadtrat ist.

    Pilger meint: „Es ist einfach nicht wahr, dass sich nichts tut!“ Vielleicht tut sich ja tatsächlich etwas — wenn aber eine Begehung das einzige Resultat innerhalb von fünf Jahren ist, dann klingt das nach wenig. Ein wirkungsvoller Einsatz für dieses gefährdete Denkmal Bacharachs sieht anders aus.

    Die Stadtplanerin Broghammer-Conrads behauptet in dem Artikel, dass ohne die Einwilligung der Eigentümer weder die Stadt oder die Verbandsgemeinde noch der Kreis oder die Denkmalpflege eingreifen dürften. Das ist schlichtweg falsch. Das rheinland-pfälzische Denkmalschutzgesetz lässt nach § 14 eine sogenannte Ersatzvornahme zu, die gerade in solchen Fällen greift, in denen Eigentümer sich nicht kümmern.

    Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine Stadtplanerin in einer Denkmalstadt wie Bacharach keine Kenntnis der einschlägigen Vorschriften des Denkmalrechts hat. Was mag sie bewegen, den Sachverhalt trotzdem so darzustellen?

    Frank Jermann, IRHB

    Zum Artikel in der Allgemeinen Zeitung:

    www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/vg-rhein-nahe/bacharach/bacharacher-gerbhaus-soll-endlich-gerettet-werden_23745775

  • Temporäre Sperrung aufgehoben

    at 25 Jun 2021 08:53

    Sehr geehrte Unterstützende,

    die Petition wurde gemäß unserer Nutzungsbedingungen überarbeitet. Die temporäre Sperrung wurde wieder aufgehoben und die Petition kann nun weiter unterzeichnet werden.

    Wir bedanken uns für Ihr Engagement!

    Ihr openPetition-Team

  • Änderungen an der Petition

    at 24 Jun 2021 10:48

    Die seitens openPetition erbetene Umformulierung in der Begründung sowie eine redaktionelle Korrektur (Rechtschreibung) wurden vorgenommen.


    Neue Begründung:

    Was ist mit dem Gerbhaus passiert?

    Durch das eingestürzte Dach des Hauses dringt seit langem Regen in das Gebäude. EsDer Verfall des Dachs ist fürseit allemehr (!)als ersichtlich:einem DiesesJahr Denkmalvon wirdaußen bewusstdeutlich demzu Verfallerkennen. preisgegeben.Heute sind weite Teile des Dachs eingebrochen. Der Denkmalbehörde ist der Fall laut eigener und mehrfach bestätigter Aussage seit langem bekannt.

    Was wurde versäumt?

    Die Untere Denkmalbehörde des Landkreises hätte bereits vor mehr als einem Jahr eine NotsicherungSicherung veranlassen müssen:können: Das Dach hätte geschlossen werden müssen.müssen, Dasum Schäden von dem Denkmal abzuwenden. Bei einer Nichtmitwirkung durch die Eigentümer hätte die Behörde eine sogenannte „Ersatzvornahme“ anordnen können. Die rechtliche Grundlage hierfür ergibt sich aus § 14 des rheinland-pfälzischen Denkmalschutzgesetzes. Diese Maßnahme ist jedoch unterblieben. Auf Nachfragen bei der Behörde wurde lediglich auf „Schwierigkeiten“ hingewiesen. Konkrete Details wurden nicht genannt.

    Was ist besonders am Gerbhaus?

    Dieses mehr als 200 Jahre alte Gebäude ist ein Einzeldenkmal und es steht schon deswegen unter einem besonderen Schutz.

    Zudem ist es der Eingangsbereich zum romantischen Malerwinkel/Holzmarkt. Dieses unverwechselbare Eckgebäude bildet einen markanten Orientierungspunkt und ist deshalb städtebaulich eine besonders wichtige Stelle in Bacharach.

    Was kommt statt des Gerbhauses?

    Heute erfreuen wir uns an einem potentiell harmonischen Anblick, der historisch gewachsen und gefällig ist. Ohne das Gerbhaus sähe man jedoch plötzlich auf eine unschöne graue Brandmauer. Was stellen sich die Verantwortlichen vor? Sollen vielleicht Parkplätze dieses ganz besondere Haus ersetzen?

    Es ist unbegreiflich, warum die Behörden nicht den Erhalt des Denkmals in den Vordergrund stellen und entsprechend handeln. Statt dessen drängt sich der Eindruck auf, dass man den Verfall billigend in Kauf nimmt, um einen baldigen Abriss zu ermöglichen.

    Ist das bewusste Verfallenlassen zu rechtfertigen?

    Das Vorgehen steht weder im Einklang mit der Gesetzeslage, noch mit dem Anspruch der Region – und somit auch Bacharachs – als Teil des UNESCO-Welterbes. Die „heimliche Hauptstadt der Rheinromantik“ sollte pfleglich mit ihren Schätzen umgehen und sie schützen.

    Im Rheinland-Pfälzischen Denkmalschutzgesetz ist es klar formuliert:

    Aufgabe des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege ist es, Kulturdenkmäler zu erhalten und zu pflegen, insbesondere deren Zustand zu überwachen und Gefahren von ihnen abzuwenden.

    Diese Aufgabe wurde und wird im Fall des Gerbhauses vom Denkmalschutz nicht erfüllt.

    Wen unterstützt die Denkmalbehörde des Landkreises eigentlich?

    Es entsteht der Eindruck, dass die Behörden auf der Seite derer stehen, die mit dem Denkmal nicht mal im Ansatz pfleglich umgehen und es bewusst verfallen lassen. Die Bacharacher, die sich aktiv für den Erhalt einsetzen, erhalten jedoch keinerlei Unterstützung.

    Wir fordern deshalb den Landkreis auf, das Gerbhaus unverzüglich zu sichern und die Rettung zu ermöglichen.


    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 9 (1 in Landkreis Mainz-Bingen)

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