12.05.2026, 07:33
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition,
lieber Herr Beuth,
vielen Dank für Ihre Petition und für die darin zum Ausdruck gebrachte Sorge um das Erscheinungsbild unserer Springer Innenstadt. Ich kann gut nachvollziehen, dass die aufgestellten Betonblöcke kritisch gesehen werden. Sie sind sichtbar, wirken an manchen Stellen provisorisch und passen nicht zu dem Anspruch, den wir alle an eine schöne, einladende und historisch geprägte Innenstadt haben.
Um es offen zu sagen: Auch ich wünsche mir für unsere Innenstadt keine dauerhafte Lösung aus grauen Betonblöcken. Unser Ziel muss eine Lösung sein, die Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Stadtbild besser miteinander verbindet.
Gleichzeitig möchte ich deutlich machen, warum die Stadtverwaltung diesen Schritt gegangen ist. Die Sicherheit im öffentlichen Raum und insbesondere die Sicherung von Veranstaltungen haben in den vergangenen Jahren eine neue Bedeutung bekommen. Auch kleinere Städte können vor dieser Entwicklung nicht die Augen verschließen. Bei Veranstaltungen in der Innenstadt reicht es nicht mehr aus, darauf zu hoffen, dass schon nichts passieren wird. Als Stadt müssen wir uns gemeinsam mit Veranstaltern, Polizei, Feuerwehr und den zuständigen Fachdiensten damit beschäftigen, wie Veranstaltungsflächen und stark frequentierte Bereiche sinnvoll geschützt werden können.
In Springe haben dazu bereits Gespräche und Begehungen stattgefunden. Dabei wurde deutlich: Für eine umfassende Absicherung der Innenstadt bräuchte es ein deutlich umfangreicheres System aus stationären und flexibel einsetzbaren Sperren. Das ist fachlich, organisatorisch und finanziell keine Kleinigkeit.
Die jetzt aufgestellten Betonblöcke sind deshalb nicht als Endzustand gedacht, sondern als erster pragmatischer Schritt zu Beginn der Veranstaltungssaison. Sie wurden ausgewählt, weil sie kurzfristig verfügbar, vergleichsweise kostengünstig, flexibel entfernbar und später durch den Betriebshof weiter nutzbar sind. Es handelt sich also nicht um eine unumkehrbare bauliche Festlegung.
Mir ist wichtig: Die Kritik an der Gestaltung geht nicht ins Leere. Sie ist berechtigt. Deshalb war von Anfang an vorgesehen, die Sperren nicht einfach als rohe Betonklötze stehen zu lassen. Ein Teil der Blöcke wird bereits zu Sitzgelegenheiten mit Holzauflagen weiterentwickelt. Außerdem ist eine farbliche und künstlerische Gestaltung mit Jugendlichen aus Springe geplant. Das macht aus der Sicherheitsmaßnahme noch keine städtebauliche Ideallösung, aber es ist ein Schritt weg vom bloßen Sperrelement.
Die in der Petition genannten Alternativen – etwa Poller, Pflanzkübel, Stadtmöbel, Natursteine, versenkbare Poller oder künstlerisch gestaltete Barrieren – sind aus meiner Sicht ausdrücklich prüfenswert. Viele dieser Vorschläge entsprechen genau dem Ziel, das auch ich für richtig halte: Sicherheit möglichst so zu gestalten, dass sie sich in den öffentlichen Raum einfügt und nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
Allerdings muss man auch ehrlich sagen: Solche Lösungen kosten Geld, brauchen Planung und müssen fachlich geeignet sein. Sie dürfen Rettungswege, Feuerwehrzufahrten, Lieferverkehre, Anwohnerverkehr und Veranstaltungen nicht behindern. Außerdem betrifft die Frage der Veranstaltungssicherheit nicht nur die Innenstadt. Auch in den Ortsteilen gibt es zahlreiche Veranstaltungen, bei denen wir künftig über flexible und verlässliche Sicherungslösungen sprechen müssen.
Aus meiner Sicht wäre deshalb der richtige nächste Schritt nicht einfach: „Betonblöcke weg und fertig.“ Der richtige nächste Schritt ist: Wir nehmen die Petition ernst, werten die Erfahrungen mit den jetzigen Sperren aus und entwickeln daraus eine tragfähige Lösung für Veranstaltungssicherheit und Gestaltung im öffentlichen Raum. Dabei müssen Innenstadt und Ortsteile gleichermaßen in den Blick genommen werden.
Ich werde das Anliegen daher innerhalb der Verwaltung weiter aufgreifen. Die Hinweise aus der Petition werden in die weiteren Überlegungen einbezogen. Wir werden prüfen, welche kurzfristigen Verbesserungen an den vorhandenen Sperren möglich sind und welche mittel- bis langfristigen Alternativen fachlich, gestalterisch und finanziell realistisch umgesetzt werden können.
Mein persönliches Fazit lautet: Die Betonblöcke sind nicht schön. Das muss man auch nicht schönreden. Sie waren eine pragmatische, kurzfristige Sicherheitsmaßnahme unter schwierigen Rahmenbedingungen. Dauerhaft sollten wir uns damit aber nicht zufriedengeben. Ich sehe die Petition deshalb als konstruktiven Impuls, Sicherheit und Stadtgestaltung in Springe besser zusammenzudenken.
Vielen Dank an alle, die sich mit ihrer Unterschrift und ihren Vorschlägen eingebracht haben. Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht dadurch, dass Verwaltung allein entscheidet, sondern dadurch, dass Bürgerinnen und Bürger hinschauen, sich einmischen und Verantwortung für ihre Stadt übernehmen. Genau das ist hier geschehen.
Christian Springfeld
Bürgermeister der Stadt Springe