01/26/2026, 08:48
Liebe Unterstützer*innen,
zunächst möchte ich mich von Herzen bei euch bedanken. Mit eurer Unterschrift, euren Kommentaren und eurer Unterstützung haben wir gemeinsam sichtbar gemacht, welche Bedeutung die Evangelischen Studierendengemeinden (ESGn) haben.
Am Freitag, den 16. Januar, haben wir die Petition „Der rote Hahn muss bleiben“ an Präses Dr. Thorsten Latzel und Oberkirchenrätin Henrike Tetz übergeben. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits knapp 5.800 Menschen die Petition unterzeichnet. Bis zum Ende der Landessynode stieg diese Zahl auf insgesamt 6.129 Stimmen an. Das allein ist für mich ein starkes Zeichen des Zuspruchs für die ESGn.
Für alle, die den Moment der Übergabe noch einmal nachlesen möchten: Die Rede zur Petitionsübergabe haben wir anbei mit nachdokumentiert.
Am Montag, den 19. Januar, hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland den Beschluss zur Zukunft der ESGn gefasst. Dieser hält fest, dass die Marke „ESG“ erhalten bleiben darf. Zudem sind die Haushalte für die Jahre 2026 und 2027 gesichert, da sie noch nach den bisherigen Rahmenbedingungen geplant wurden. In dieser Zeit soll die notwendige Transformation erarbeitet werden, die spätestens zum 1. Januar 2028 greifen muss. Die Kontaktfläche zu den Hochschulen bleibt ausdrücklich konzeptioneller Bestandteil. Auch die Fragen der STUBE-Arbeit und der Wohnheime sollen in die weiteren Konzepte einbezogen werden.
Im Kern ist der Petition damit entsprochen worden: Der rote Hahn darf bleiben.
Vielleicht wird er neue Freunde finden.
Vielleicht wird er sich neue Orte suchen müssen, an denen er weiter kräht.
Aber er bleibt sichtbar – als Zeichen für kirchliche Präsenz an Hochschulen, für Offenheit, Dialog und Gemeinschaft.
Gleichzeitig möchte ich offen benennen: Die finanziellen Perspektiven ab 2028 sind herausfordernd. Rund 70 Prozent der bisherigen Mittel würden entfallen, sofern keine zusätzlichen Finanzierungsquellen jenseits des landeskirchlichen Haushalts erschlossen werden. Genau hier wird sich zeigen müssen, wie tragfähig die erarbeitete Transformation tatsächlich ist.
Besonders wichtig ist mir, dass die Einbeziehung und Partizipation der Studierenden nun ausdrücklich Teil des weiteren Prozesses ist. Das ist ein großer Schritt – und ein Erfolg, den wir gemeinsam erreicht haben. Transformation soll nicht über die Köpfe junger Menschen hinweg geschehen, sondern mit ihnen.
Dieses Ergebnis ist nicht zuletzt der starken Präsenz von Studierenden vor Ort zu verdanken. Viele von euch haben mit großer Offenheit, Klarheit und Haltung gezeigt, wofür ESG heute steht. So haben abstrakte Debatten Gesichter bekommen – und das hat sichtbar berührt und zum Umdenken beigetragen. Die Vielfalt, die Offenheit und der Wille, eine gemeinsame Kirche mitzutragen, wurden so unmittelbar erfahrbar.
All das wäre ohne eure Unterstützung nicht möglich gewesen. Dafür danke ich euch sehr.
Der Beschluss vom 19. Januar hält fest, was gemeinsam erreicht wurde – und macht sichtbar, wie viel Gewicht es hat, wenn viele ihre Stimme erheben.
Vielen Dank für euer Vertrauen, euer Engagement und eure Stimme!
Mit herzlichen Grüßen
Michaela Richter