11.05.2026, 09:53
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
vielen Dank für Ihren Einsatz und Ihre Geduld! Im letzten Jahr haben Sie und 1.135 weitere Personen unsere Petition unterschrieben. Gemeinsam kämpfen wir dafür, dass der Weg zur Arbeit und durch unseren Kiez endlich sicher und barrierefrei wird. Sie haben nun länger nichts von unserem Bündnis gehört. Mit dieser E-Mail wollen wir Sie darüber informieren, dass wir alles andere als untätig waren, und Sie über unsere nächsten Schritte auf dem Laufenden halten.
Wie ist der aktuelle Stand?
Im August 2025 haben wir die Unterschriften an Staatssekretär Arne Herz übergeben. Obwohl Herr Herz uns eine eingehende Prüfung versprach, haben wir bis heute keine direkte Antwort von ihm erhalten. Auch eine Ortsbegehung mit einem Parteikollegen brachte keine Fortschritte. Erst durch die parlamentarische Anfrage einer SPD-Politikerin haben wir erfahren, dass der Senat den Bau einer Ampel aktuell ablehnt.
Wir finden das weder nachvollziehbar noch akzeptabel!
Die Begründung des Senats ist für uns nicht nachvollziehbar und fachlich unzureichend. Der Senat behauptet unter anderem, es gäbe im Umfeld keine Menschen, die im Straßenverkehr einen besonderen Schutz durch eine Ampel benötigen. Er meint damit zum Beispiel Menschen mit Behinderungen, Kinder oder Senior:innen. Dass unser Bündnis aus Vertreter:innen dieser Gruppen besteht, scheint Herr Herz ignorieren zu wollen, ebenso die aus dem Berliner Mobilitätsgesetz hervorgehenden Verpflichtungen für eine barrierefreie Infrastruktur. Er schreibt außerdem, dass die Straße wegen geringen Verkehrsaufkommens leicht zu queren sei. Doch wer an dieser Haltestelle täglich ein-, aus- oder umsteigen muss, der weiß: Das stimmt nicht!
Wir haben daher eine detaillierte fachliche Stellungnahme eingereicht, die folgende Punkte klarstellt:
- Intransparente Datenlage: Der Senat legt nicht offen, wie und wann der Bedarf geprüft wurde.
- Nicht-Berücksichtigung von vulnerablen Gruppen: Interessenvertretungen von Menschen mit Beeinträchtigungen, Seniorenvertretung und Anwohner:innen beklagen gleichermaßen die mangelnde Sicherheit. Der Blinden- und Sehbehindertenverband listet die Kreuzung sogar als einen der Top-10-Gefahrenpunkte Berlins.
- Neue Großprojekte: Der Neubau der Doppelschule für 1.600 Schüler, ein geplanter Turnhallenneubau in der Bornitzstraße sowie der Zugang zum Landschaftspark Herzberge mit Radschnellverbindung (RSV 9 – Ostroute) erzeugen bereits heute massiven neuen Querungsbedarf, der sich in Zukunft noch verstärken wird.
- Gefahren im Alltag: Tankstellen-Ausfahrten, der Bus- und Schienenverkehr der BVG, Radwege und Lieferverkehr machen die Situation unübersichtlich. Besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Kinder sind die Wartezeiten unzumutbar.
Unsere nächsten Schritte – Wir bleiben dran!
Wir lassen uns nicht abspeisen und erhöhen den Druck:
- Einladung vor Ort: Wir haben Herrn Herz erneut eingeladen, sich die gefährliche Kreuzung persönlich anzusehen.
- Offizielle Beschwerde: Wir wenden uns an den Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen und die verkehrspolitischen Sprecher:innen der Fraktionen im Abgeordnetenhaus.
- Starke Gemeinschaft: Wir vernetzen uns noch enger mit der Nachbarschaft, der Schülervertretung der Berufsfachschule AFBB und der DRK Gemeinschaftsunterkunft in der Bornitzstraße.
- Öffentlichkeitsarbeit: Wir informieren Presse und Radio, um auf die gefährliche Lage aufmerksam zu machen. Außerdem plant unser Bündnis eine öffentliche Aktion noch vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September.
Die Unterstützung durch die Bezirkspolitik zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Barrierefreiheit ist kein „optionaler Zusatz“, sondern ein Menschenrecht. Unsere Sicherheit ist nicht verhandelbar!
Vielen Dank, dass Sie an unserer Seite stehen! Wir informieren Sie, sobald es Neuigkeiten gibt.
Ihr Werkstattrat der LWB gGmbH (im Namen des Bündnisses „Mitbestimmen für mehr Sicherheit am Betriebshof Lichtenberg jetzt!")