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    at 08 Nov 2016 23:38

    Eine Fahrt wie in den 1930er Jahren durch das Chemnitzer Stadtgebiet wie sie Reisende damals erlebt haben - der Chemnitzer Reichsbahnbogen ist ein Denkmal der Verkehrsgeschichte. Zwar fehlen heute viele Gebäude der damaligen Zeit an der innerstädtischen Strecke aber noch kann man hier historische Bauwerke aus der Eisenbahngeschichte der Stadt Chemnitz erleben.

    Aus dem Hauptbahnhof zog am 5. November 2016 Dampflok 03 2155-4 einen Sonderzug von Leipzig in das bayerische Neuenmarkt-Wirsberg. Die 1934 bei Borsig in Berlin gebaute Schnellzugdampflok ist heute im Bahnbetriebswerk Nossen stationiert und wird für Traditionsfahrten eingesetzt.
    Vom Hauptbahnhof ging es durch die Brücke am Dresdner Platz auf den Reichsbahnbogen über die historischen Eisenbahnbrücken an der Augustusburger Straße und der Reichenhainer Straße, über das Eisenbahnviadukt an der Annaberger Straße, vorbei an den innerstädtischen Bahnhöfen Süd und Mitte. Auf der Rückfahrt in der Nacht, erlebten die Fahrgäste das Flair der nächtlichen Fahrt auf der Strecke durch die beleuchtete Stadt.

    Chemnitz ist in Deutschland ein Zentrum für Traditionsfahrten mit Dampflokomotiven. Das hat seinen Grund in mehreren Vereinen in und um Chemnitz, die Dampflokomotiven betriebsbereit erhalten und einsetzen sowie an den attraktiven Reisezielen Erzgebirge und Bayern. Aus ganz Deutschland nehmen Fahrgäste an den Traditionsfahrten teil und die sehr aktive Szene trägt mit Fotografien und Videos ein Bild von Chemnitz nach außen, wie man es hier vielleicht gar nicht erwartet und kennt. Nicht überall im Land, kann man so etwas erleben. Dabei ist Chemnitz sogar eine Stadt in der einst Dampflokomotiven gebaut wurden.

    Achten wir in Chemnitz darauf, dass uns die historischen Eisenbahnbauwerke nicht verloren gehen. Derzeit stehen sie im Grunde alle zum Abriss bzw. vor großen baulichen Eingriffen. Der Wasserturm am Hauptbahnhof soll abgerissen werden, ebenso die historischen Eisenbahnbrücken über die Augustusburger Straße, Reichenhainer Straße und Annaberger Straße. Die beiden innerstädtischen Bahnhöfe Süd und Mitte sehen traurig aus. Auch erkennt man an der Strecke die städtebaulichen Eingriffe der jüngeren Vergangenheit. Die Rembrandtstraße ist ein Beispiel dafür. Bereits verloren gegangen sind alle historischen Stellwerke am Hauptbahnhof.

    Noch viel weniger als für die ganze Stadt gilt für die Chemnitzer Bauwerke der Eisenbahngeschichte, das Chemnitz eine Stadt der Veränderung ist bzw. sein sollte. Chemnitz ist auch eine Stadt der Beständigkeit und Traditionen.

    Sandro Schmalfuß

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