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  • Die Petition befindet sich in der Prüfung beim Empfänger

    21-05-17 10:53 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    seit Freitag ist unsere Petition für die Wiedererrichtung des Chemnitzer Bärenbrunnens online. Wir bitte Sie um die Zeichnung dieser Petition.

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    Link zur Petition:

    www.openpetition.de/petition/online/ja-zur-wiedererrichtung-des-chemnitzer-baerenbrunnens

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    Petition: Ja zur Wiedererrichtung des Chemnitzer Bärenbrunnens

    Anliegen:

    Die Stadtverwaltung Chemnitz und der Stadtrat der Stadt Chemnitz werden mit der Rekonstruktion des historischen Chemnitzer Bärenbrunnens, unter der Verwendung der erhaltenen Teile des Brunnenbeckens und mit einer detailgenauen Kopie der Brunnenplastik von Otto Pilz aus dem Jahr 1914, wie sie sich bis zu deren Diebstahl im Jahr 2000 auf dem Zierbrunnen befand, sowie dem funktionstüchtigen Aufstellen des Zierbrunnens in der Chemnitzer Innenstadt beauftragt. Der Standort des Wasserspiels soll sich entweder an seinem alten Standort vor dem Sporthaus an der Theaterstraße befinden und mit Mitteln der Kommune finanziert werden oder auf dem Platz im neu entstehenden Innenstadtquartier "Neue Johannisvorstadt" und dort hauptsächlich aus den Erlösen aus den Grundstücksverkäufen für die dortigen Bauprojekte finanziert werden.

    Einen entsprechenden Beschlussantrag zur Wiedererrichtung des Chemnitzer Bärenbrunnens lehnte der Stadtrat der Stadt Chemnitz in der Stadtratssitzung am 10. Mai 2017 hauptsächlich mit diesen Begründungen ab:

    Zitate aus der Debatte im Stadtrat:

    - „Diese Art der Romantik gehört nicht in unsere Zeit“
    - „Zu dem modernen Wohnquartier „Neue Johannisvorstadt“ in der Chemnitzer Innenstadt [wo der Bärenbrunnen neu aufgestellt werden sollte] gehören auch moderne Kunstwerke und nichts Altes."
    - „Wir leben in der jetzigen Zeit und in der jetzigen Zeit soll es jetzige Kunstwerke geben.“
    - „So eine Stadt entwickelt sich ja auch in dem es, was Neues gibt und nicht dadurch, dass man alles was schon Mal da war, was schön war, auch wieder hinstellt.“
    - „Den Bärenbrunnen gibt es nicht mehr und es ist nicht Aufgabe der Stadt einen neuen Bärenbrunnen zu schaffen.“
    - „Der Standort „Neue Johannisvorstadt“ soll es nicht sein.“
    - „Wir müssen auch nicht alles, was in der Stadt mal da war, neu hinstellen.“

    Der Dresdner Künstler des Brunnens Otto Pilz war fast 20 Jahre nach dem Bau des Bärenbrunnens 1914, mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933, in die NSDAP eingetreten und starb ein Jahr später. Ein Stadtrat trug dies in der Debatte als Argument gegen die Rekonstruktion des Bärenbrunnens vor.

    Eine Ratsfraktionen forderte in der Stadtratssitzung einen Prüfauftrag für die Rekonstruktion des Bärenbrunnens und erklärte, dass sie diesem zustimmen würde, brachte dazu aber keinen Änderungsantrag zur Abstimmung ein sondern stimmte gegen den Beschlussantrag zur Wiedererrichtung des Chemnitzer Bärenbrunnens.

    Wir lehnen die im Stadtrat vorgetragenen Gründe gegen eine Widererrichtung des Chemnitzer Bärenbrunnens ab und möchten, dass das bekannte Wasserspiel für die Chemnitzer Bevölkerung und deren Gäste rekonstruiert und wieder in der Chemnitzer Innenstadt aufgestellt wird. Wir sehen in der Chemnitzer Innenstadt einen Bedarf für Tradition und Identität.

    Begründung:

    Der Bärenbrunnen gehörte seit seiner Errichtung im Jahr 1914, bis zum Diebstahl der Brunnenplastik und dem Abbau des Brunnenbeckens im Jahr 2000, zu den künstlerischen Kleinoden in der Chemnitzer Innenstadt. Der Zierbrunnen, welcher sich ursprünglich an der Königstraße, Ecke Brückenstraße und dann vor dem Sporthaus an der Theaterstraße in der Chemnitzer Innenstadt befand, war über Generationen bei der Chemnitzer Bevölkerung und bei Gästen der Stadt beliebt. Das Brunnenbecken des Zierbrunnens ist noch vorhanden und bei der Stadtverwaltung Chemnitz eingelagert.

    Die Brunnenplastik ist anhand detailgenauer Fotografien und Filmaufnahmen so gut dokumentiert, dass diese zur originalgetreuen Rekonstruktion der Plastik dienen können.

    In der Chemnitzer Innenstadt gibt es fast ausschließlich Bau- und Kunstwerke aus der jüngeren Vergangenheit.

    Bitte zeichnen Sie die Petition, damit der Chemnitzer Bärenbrunnen wieder entsteht und in der Innenstadt, der Stadt der Moderne, neben Neuem auch Tradition und Schönheit ihren Platz haben können.

    Im Namen aller Unterzeichner/innen.

    Chemnitz, 19.05.2017

    Die Petition kann bis zum 18.08.2017 gezeichnet werden.

    Einreicher der Petition:

    Sandro Schmalfuß, Yvonne Weber, Lars Faßmann

  • Die Petition wurde eingereicht

    08-11-16 23:38 Uhr

    Eine Fahrt wie in den 1930er Jahren durch das Chemnitzer Stadtgebiet wie sie Reisende damals erlebt haben - der Chemnitzer Reichsbahnbogen ist ein Denkmal der Verkehrsgeschichte. Zwar fehlen heute viele Gebäude der damaligen Zeit an der innerstädtischen Strecke aber noch kann man hier historische Bauwerke aus der Eisenbahngeschichte der Stadt Chemnitz erleben.

    Aus dem Hauptbahnhof zog am 5. November 2016 Dampflok 03 2155-4 einen Sonderzug von Leipzig in das bayerische Neuenmarkt-Wirsberg. Die 1934 bei Borsig in Berlin gebaute Schnellzugdampflok ist heute im Bahnbetriebswerk Nossen stationiert und wird für Traditionsfahrten eingesetzt.
    Vom Hauptbahnhof ging es durch die Brücke am Dresdner Platz auf den Reichsbahnbogen über die historischen Eisenbahnbrücken an der Augustusburger Straße und der Reichenhainer Straße, über das Eisenbahnviadukt an der Annaberger Straße, vorbei an den innerstädtischen Bahnhöfen Süd und Mitte. Auf der Rückfahrt in der Nacht, erlebten die Fahrgäste das Flair der nächtlichen Fahrt auf der Strecke durch die beleuchtete Stadt.

    Chemnitz ist in Deutschland ein Zentrum für Traditionsfahrten mit Dampflokomotiven. Das hat seinen Grund in mehreren Vereinen in und um Chemnitz, die Dampflokomotiven betriebsbereit erhalten und einsetzen sowie an den attraktiven Reisezielen Erzgebirge und Bayern. Aus ganz Deutschland nehmen Fahrgäste an den Traditionsfahrten teil und die sehr aktive Szene trägt mit Fotografien und Videos ein Bild von Chemnitz nach außen, wie man es hier vielleicht gar nicht erwartet und kennt. Nicht überall im Land, kann man so etwas erleben. Dabei ist Chemnitz sogar eine Stadt in der einst Dampflokomotiven gebaut wurden.

    Achten wir in Chemnitz darauf, dass uns die historischen Eisenbahnbauwerke nicht verloren gehen. Derzeit stehen sie im Grunde alle zum Abriss bzw. vor großen baulichen Eingriffen. Der Wasserturm am Hauptbahnhof soll abgerissen werden, ebenso die historischen Eisenbahnbrücken über die Augustusburger Straße, Reichenhainer Straße und Annaberger Straße. Die beiden innerstädtischen Bahnhöfe Süd und Mitte sehen traurig aus. Auch erkennt man an der Strecke die städtebaulichen Eingriffe der jüngeren Vergangenheit. Die Rembrandtstraße ist ein Beispiel dafür. Bereits verloren gegangen sind alle historischen Stellwerke am Hauptbahnhof.

    Noch viel weniger als für die ganze Stadt gilt für die Chemnitzer Bauwerke der Eisenbahngeschichte, das Chemnitz eine Stadt der Veränderung ist bzw. sein sollte. Chemnitz ist auch eine Stadt der Beständigkeit und Traditionen.

    Sandro Schmalfuß

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - "Julchen" auf dem Eisenbahnviadukt

    15-10-16 12:44 Uhr

    Heute Morgen, als Chemnitz noch schlief, dampfte "Julchen" über das alte Eisenbahnviadukt an der Annaberger Straße. "Julchen" - Dampflok 35 1097-1, Baujahr 1959 vom IG 58 3047 e. V. in Glauchau, ist heute zu ihrer ersten Fahrt nach der Hauptuntersuchung im Dampflokausbesserungswerk Meiningen als Sonderzug von Chemnitz ins romantische Schwarzatal unterwegs.

  • Petition in Zeichnung - Ein Chemnitzer Augenblick

    11-09-16 22:10 Uhr

    Zu den schönsten Erlebnissen die man als Denkmalfreund in Chemnitz haben kann ist, wenn eine Dampflok über das historische Eisenbahnviadukt an der Annaberger Straße fährt. Da wird das Baudenkmal lebendig und für einen kurzen Augenblick ist das alte Chemnitz gegenwärtig. Wenn die Überfahrt dann zudem noch in der Nacht satt findet, ist Gänsehaut garantiert.

    Dieser Augenblick findet nur wenige Male im Jahr statt. Am gestrigen Samstag war es einmal wieder so weit. Um 22:48 Uhr zog Dampflok 50 3648-8 mit langem und kräftigen Signal den Sonderzug Chemnitz-Freyburg auf der Rückfahrt über das Viadukt in den Chemnitzer Hauptbahnhof. Dabei haben die im Jahr 1941 in Dienst gestellte Dampflok und unser altes Viadukt einen Genuss für alle Sinne geboten.

    Diesen Chemnitzer Augenblick durften wir wieder ganz alleine genießen. Doch ist uns das allemal lieber als die inzwischen in Mode gekommene Verramschung des Viadukts mit Bratwürsten und Bläserensemble. Es war das authentische alte Bauwerk, das für das Beste an Chemnitz stand und das Desinteresse aller, das uns dazu inspiriert hatte, die Rettung des Viadukts anzugehen. Nun ist das Viadukt, das bekannteste und das beliebteste Baudenkmal in Chemnitz und das erste was ihm nach langer Geringschätzung widerfährt ist, dass es vereinnahmt wird.

    Wir haben allerdings noch einen Wunsch für die Zukunft des Viaduktes; lasst doch bitte den Lärmschutz auf dem Viadukt weg, so dass uns der Blick auf die Dampflok erhalten bleibt.

    Sandro Schmalfuß

  • Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger

    11-05-16 13:49 Uhr

    Diskussion um die Zukunft des Chemnitztalviaduktes weiterentwickeln

    Wie würde Chemnitz in Zukunft mit dem Chemnitztalviadukt umgehen, wenn die Deutsche Bahn dieses tatsächlich erhalten und sanieren würde? Schon wegen des breiten öffentlichen Erhaltungsansinnens wäre das sanierte historische Viadukt dann im Mittelpunkt eines nachhaltigen Interesses.

    Eine weiterführende Diskussion zum Erhalt des Viadukts in Bezug auf Anforderungen an die Stadt Chemnitz hat es bisher nicht gegeben.

    Wir möchten, dass ein finanzieller Aufwand von mehreren Millionen Euro in die Rekonstruktion des Viadukts investiert wird, haben uns aber bisher noch nicht mit der zukünftigen städtebaulichen Einordnung des Viaduktes beschäftigt.

    Fast das gesamte nähere Umfeld des Chemnitztalviaduktes hat städtebauliche Defizite. Der Bereich um das Viadukt ist geprägt von Gewerbebauten, unter dem Viadukt findet sich eine Unordnung an abgestellten Containern, Stahlteilen und Autoreifen. In der Häuserzeile vor dem Viadukt gibt es eine Abbruchlücke mit Maschendrahtzaun aus der jüngeren Vergangenheit, die neben dem Viadukt negativ stadtbildprägend wirkt.

    Die städtebauliche Situation des Viadukts ist heute eine ganz andere, wie zu dessen Erbauungszeit. Das Viadukt war ursprünglich geschickt in die damalige gebaute Stadtlandschaft eingepasst. Diese Gebäude, direkt am Viadukt, existieren heute nicht mehr. Anders wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als nur die beiden architektonisch betonten Bögen des Viadukts sichtbar waren, ist heute auch der eher funktional gebaute Mittelteil des Viadukts offen zu sehen.

    Die städtebaulichen Defizite am Viadukt müssen in der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik ein Gesprächsthema werden. Es ist nach unserer Ansicht insbesondere eine Diskussion darüber notwendig, wie das Umfeld des Viadukts, dessen architektonischer Qualität, wenn es rekonstruiert würde, angepasst werden könnte.

    Es steht nach unserer Ansicht dahingehend außer Frage, dass in dem Fall der Gewerbebau vor dem Viadukt keinen Bestand mehr haben könnte. Der Gewerbebetrieb dort müsste dann einen anderen Standort in der Stadt finden. Das könnte z. B. mit einem Grundstückstausch zu einer Fläche der Stadt in einem Gewerbegebiet geregelt werden. Es wäre auch eine Neubebauung des Areals vor dem Viadukt diskussionswürdig. Damit könnte eine städtebauliche Situation neu geschaffen werden, die sich an die historische bauliche Situation anlehnt. Das Viadukt könnte so wieder, wie ursprünglich und so wie wahrscheinlich auch von den Architekten des Viadukts gedacht, über die beiden Bögen wirken.

    Auch die Abbruchlücke in der Häuserzeile vor dem Viadukt kann so nicht erhalten bleiben und muss mit einem adäquaten Neubau, geschlossen werden.

    Die Stadtverwaltung Chemnitz und die Kommunalpolitik müssen sich heute schon damit befassen, wie Chemnitz ein saniertes historisches Viadukt städtebaulich neu einordnen würde. Das wäre in der Diskussion um den Erhalt des Viadukts als nächster Schritt wünschenswert und nach unserer Ansicht eine wichtige Grundlage für die weitere Argumentation gegenüber der Deutschen Bahn AG.

    stadtbild chemnitz
    Sandro Schmalfuß

  • Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger

    14-01-16 19:35 Uhr

    Das Eisenbahn-Bundesamt hat für die Bauvorhaben im Chemnitzer Bahnbogen die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens beantragt. Seit gestern finden sich die Pläne auf den Seiten der Landesdirektion:

    Link:

    www.lds.sachsen.de/bekanntmachung/index.asp…

    Unter Band 1/Erläuterungsbericht sind die Angaben zu den Vorhaben in Chemnitz bzgl. der historischen Eisenbahnbrücken zu finden.

    Zusammengefasst plant die Bahn ihre Vorhaben so umzusetzen wie sie vor den Petitionen und den Beschlüssen des Bauausschusses und des Stadtrates der Stadt Chemnitz schon vorgesehen waren.
    Bzgl. der historischen Brücken sollen die Eisenbahnüberführung an der Augustusburger Straße durch einen Betonbau ersetzt werden, das Chemnitztalviadukt durch den Entwurf von Krebs&Kiefer, eine Brücke an der Reichenhainer Straße/Südbahnhof verschwindet ersatzlos, die andere wird neu gebaut, ebenso am Bahnhof Mitte. Hier verschwindet die historische Brücke neben dem Bahnhof ersatzlos die Andere wird in Betonbauweise neu gebaut.

  • Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger

    05-01-16 18:50 Uhr

    Chemnitzer Landtagsabgeordnete treten gemeinsam mit einem Schreiben an die Bahn für den Erhalt des historischen Viadukts ein

    Die Chemnitzer Abgeordneten im Sächsischen Landtag haben sich mit einem Schreiben an die Deutsche Bahn AG/DB Netz AG gemeinsam für den Erhalt des historischen Eisenbahnviaduktes - Chemnitztalviadukt - an der Annaberger Straße eingesetzt.

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    Erhalt und Sanierung des Chemnitztalviadukts, Chemnitz

    Am 16.12.2015 fasste der Chemnitzer Stadtrat einstimmig den Grundsatzbeschluss (BA-066/2015) zum Erhalt und zur Sanierung des Ingenieurbauwerks Chemnitztalviadukt über die Annaberger Straße in Chemnitz.

    Die Chemnitzer Landtagsabgeordneten unterstützen diesen Beschluss einstimmig und bitten die Deutsche Bahn AG bzw. DB Netz AG sowie die Stadtverwaltung um Sanierung und Ertüchtigung des Chemnitztalviadukts im Zuge der Modernisierung der Sachsen-Franken-Magistrale und des Anschlussausbaus von Chemnitz an das Fernbahn- und Hochgeschwindigkeits-Schienennetz.

    Begründung:

    Die Planungen für einen Ersatzneubau anstelle des historischen Chemnitztalviadukts reichen zurück bis ins Jahr 2012. Genauso lange gibt es die Diskussion, ob das historische Bauwerk erhalten und entsprechend ertüchtigt werden kann.

    Die beiden hintereinander gestaffelten Brücken des Chemnitztalviadukts von deutlich unterschiedlicher Höhe gelten als stadtbildprägender Komplex und stehen unter Denkmalschutz. Aus diesem Grund setzen sich zahlreiche Bürgerinitiativen sowie der Chemnitzer Stadtrat für den Erhalt und die Modernisierung der historischen Eisenbahnbrücke ein.

    Wegen der identitätsstiftenden Wirkung des Viadukts für die Stadt Chemnitz wurde im Jahr 2013 eine Petition für den Erhalt des historischen Viadukts gestartet, die mehr als 7.000 Unterstützer gewinnen konnte. Schon dies zeigt, wie wichtig den Menschen in Chemnitz der Erhalt dieses historischen Bauwerks ist.

    Die technische Möglichkeit, das bestehende Viadukt zu erhalten und für die Bahnverkehre, auch den gewünschten Fernbahnverkehr, zu ertüchtigen, wurde anlässlich der Bürgeranhörung im November 2015 seitens der Bahn unter Hinweis auf mutmaßlich höhere Kosten gegenüber einem Neubau bestätigt.

    Chemnitz ist eines der industriellen und fortschrittlichen Zentren Deutschlands und Europas. Industrie ist für die Region Chemnitz Lebensgrundlage und über die verbundenen Bauwerke und Anlagen identitätsstiftend.

    Neben dem Erhalt des Chemnitztalviadukts bedarf es einer deutlichen Verbesserung der Schieneninfrastruktur. Seit zehn Jahren ist die Stadt Chemnitz nicht mehr an den Fernverkehr der Deutschen Bahn angeschlossen, ein Nachteil, den keine andere Stadt und Region dieser Größenordnung in der gesamten Bundesrepublik aufweist.

    Chemnitz, 17. Dezember 2015
    (Anhang)

    Das aus genieteten Flussstahlprofilen im Jahr 1901 im Zuge der Hauptstrecke Dresden-Werdau (heute: Sachsenmagistrale) über Annaberger Straße, Chemnitzfluss und Beckerstraße errichtete Viadukt gehört zu den herausragenden technischen Denkmalen des Freistaates Sachsen. Sowohl im gesamten Aufbau mit einer mehrfachen Abfolge von Bogenkonstruktionen und Balkenbrücken als auch in der Detailkonstruktion und -gestaltung stellt dieses ein exzellentes Beispiel der Eisenbahn-Ingenieurbaukunst dar. Die gut 275 m lange Stahlfachwerkkonstruktion à la Eiffelturm ist stadtbildprägend für das „Sächsische Manchester“, da sie in einem außerordentlich günstigen städtebaulichen Zusammenhang mit der Chance höchster Wahrnehmbarkeit steht. Die Kombination von stark frequentierter Einfallstraße mit Straßenbahntrasse, parallel fließender Chemnitz und geweitetem Gelände hinter der Beckerstraße sowie die Lage in einer langgezogenen Kurve schaffen eine Kulisse, die an urbaner Qualität und Individualität kaum zu steigern ist. Unmittelbar südlich an Brücke und Bahndamm schließt das Gelände der ehemaligen Maschinenbaufabrik Schubert & Salzer (heute Gewerbepark „Wirkbau“) mit dem charakteristischen Uhrenturm im expressiven Klinkerstil der 1920er Jahre an. Die Fassade ihres Verwaltungsbaus direkt neben dem Viadukt präsentiert sich nach aufwendiger Restaurierung in originaler Farbigkeit und trägt zur Stimmigkeit des Ensembles bei. Selbst in Chemnitz ist die besondere industrielle Vergangenheit der Stadt nur noch an wenigen Stellen so authentisch erlebbar.

    Die Chemnitzer Abgeordneten im Sächsischen Landtag
    zum Schreiben vom 17. Dezember 2015 betreffend Erhalt des Chemnitztalviadukts

    Klaus Bartl, MdL (Die Linke)
    Nico Brünler, MdL (Die Linke)
    Alexander Dierks, MdL (CDU)
    Hanka Kliese, MdL (SPD)
    Peter Wilhelm Patt, MdL (CDU)
    Ines Saborowski-Richter, MdL (CDU)
    Susanne Schaper, MdL (Die Linke)
    Jörg Vieweg, MdL (SPD)
    Horst Wehner, MdL (Die Linke, Vizepräsident des Sächsischen Landtags)
    Petra Zais, MdL (Bündnis 90/ Die Grünen)
    Volkmar Zschocke, MdL (Bündnis 90/ Die Grünen, Fraktionsvorsitzender)

  • Der Empfang der Petition wurde bestätigt

    24-06-15 01:36 Uhr

    Chemnitz ist wieder da

    Vor zwei Jahren, als wir anfingen uns mit dem Thema Chemnitztalviadukt zu beschäftigen, war unsere Intention neben dem Erhalt des Baudenkmals, ein Schulterschluss der Chemnitzer Politik und der Bevölkerung beim Thema des Umgangs mit historischen Bauten in Chemnitz. Zu schlimm waren die Erfahrungen die Jahre zuvor mit dem Abriss historischer Gründerzeithäuser in Chemnitz und all dem, was das mit sich brachte. Das Chemnitztalviadukt bot die Möglichkeit.

    Heute war es nun soweit. Revolution im Raum 118 im Neuen Rathaus Chemnitz. Noch einmal versuchte die Bahn wie zuvor zu den Bürgerforen, ihre Position einer zu teuren Sanierung des historischen Viadukts darzustellen. Fachlich und umfangreich vorgetragen, wurden die Mitglieder des Chemnitzer Bau-, Plan- und Umweltausschusses auf einer Sondersitzung über die Ergebnisse der beiden Fachforen informiert. Die seit letztem Jahr durchgeführten beiden Fachforen, initiiert zu den Bürgerforen in der Annenschule die nach der Online-Petition zum Erhalt des Viadukts von Bahn und Stadt veranstaltet wurden, hatten mit Fachkompetenz von der Bahn, des Landesdenkmalamtes und diverser Spezialisten des Brückenbaus versucht, herauszufinden ob das alte Bauwerk technisch erhalten werden kann und was das im Vergleich zum Bau eines neuen Viadukts kostet.
    Heraus kamen ganze fünf Möglichkeiten für den Erhalt des Bauwerks von denen eine als dem Ansinnen des möglichst authentischen Erhalts des alten Viadukts am gerechtesten wurde und die gemeinsame Zustimmung unter den Fachleuten fand.
    Doch die Bahn kippte Salz in die Suppe. 8 Millionen Euro würde die Sanierung des alten Viadukts mehr als ein Neubau kosten, die Risiken der Sanierung wären erst während der Sanierung zu sehen, es würde länger dauern, der Unterhalt des alten Viadukts wäre teurer und ohnehin die notwendige Lärmschutzwand auf dem Viadukt müsse man ja auch beachten.
    Doch es kam hochkarätiges Kontra. Prof. Werner Lorenz von der TU Cottbus, überregional anerkannter Spezialist in Sachen Brückenbau, erfahren in der Praxis und Verfechter für einen Erhalt des Viadukts, durfte an den Fachforen der Bahn teilnehmen. Sein Vortrag vor dem Gremium wiederlegte nachvollziehbar, die Einschätzung der Bahn zu den Kosten der Sanierung des alten Viadukts und der des Neubaus. Da herrschte über die grundsätzliche Frage des Erhalts des alten Bauwerks nach den zukünftigen Anforderungen schon Konsens. Ja, es ist machbar.

    Doch wem würden die Ausschussmitglieder folgen? Zwei Jahre lang war es öffentlich ruhig zum Thema in der Chemnitzer Politik. Doch ein starkes Bürgervotum, Fachkompetenz und letztendlich auch das Herz können überzeugen. Alle im Ausschuss vertretenen Parteien sprachen sich nachhaltig gegenüber der Bahn für den Erhalt des Chemnitztalviadukts aus und machten der Verwaltung klar, dass sie das respektieren soll.

    Heute war ein wichtiger Tag für Chemnitz.

    Viel mehr Chemnitzer, als in den Raum 118 passten, hätten gerne an der Veranstaltung teilgenommen. Es war eine öffentliche Ausschusssitzung zur Information des Bau-, Plan- und Umweltausschusses der Stadt Chemnitz. Die Möglichkeiten der Teilnahme für Zuschauer ist hier begrenzt. Die Bahn hat versprochen, bei großem Interesse, zeitnah, noch im Juli ein drittes Bürgerforum durchzuführen. Auch wenn sie heute vielleicht verärgert sind, weil sie nicht in den Saal kamen, nehmen sie dann bitte an dieser Veranstaltung teil.

    Eine starke Bürgerschaft ist wichtig für Chemnitz. Anführer mit Dr. - Titel und e.V. brauchen wir da nicht. Am Thema Chemnitztalviadukt ist das in den vergangenen beiden Jahren deutlich geworden auch, das die Vertreter der Chemnitzer Politik und die Verwaltung Partner der Bürger sind. Da gibt es auf allen Seiten noch viel zu lernen aber wir haben nun auch gesehen, was man zusammen erreichen kann.
    Es ist unsere Stadt, wir leben hier und ein zweites Leben bekommt keiner geschenkt. Der Ort wo wir gemeinsam leben muss der schönste der Welt sein. Auch und gerade wenn er Chemnitz heißt.

    stadtbild chemnitz
    Sandro Schmalfuß

  • Die Petition wurde eingereicht

    08-06-15 16:45 Uhr

    Sondersitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschuss/Chemnitztalviadukt

    "Information über die Ergebnisse der Fachrunde bei der Deutschen Bahn AG zum Erhalt/Neubau des Chemnitztalviadukts"

    Am 23.06.2015, 17 Uhr findet im Beratungsraum 118 des Rathauses, Markt 1 in Chemnitz eine öffentliche Sondersitzung des Planungs- Bau und Umweltausschusses zu den Ergebnissen der Fachrunden zum Erhalt/Neubau des Chemnitztalviadukts statt.
    Es ist eine öffentliche Veranstaltung, jeder interessierte Bürger kann an dieser teilnehmen. Es ist zu erwarten, das auf dieser Ausschuss-Sitzung die Bahn ihr endgültiges Vorgehen bzgl. des Viadukts Annaberger Straße (Chemnitztalviadukt) mitteilt.

    Wir von der Bürgerinitiative für den Erhalt des Viadukts/die Initiatoren der beiden Online-Petitionen durften keiner der Fachrunden beiwohnen oder sind von der Bahn über diese informiert worden. Auch Stadträte durften auf Nachfrage bei der Bahn nicht als Zuschauer an den Fachrunden teilnehmen oder sind über Inhalte dieser informiert worden.

    Nach unserer Erinnerung, nahmen zu den beiden Bürgerforen in der Annenschule keine Stadträte die Mitglied im Planungs- Bau und Umweltausschusses sind, teil.

    stadtbild chemnitz

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Pressemitteilung Hanka Kliese, Mitglied des Sächsichen Landtages

    04-02-15 14:53 Uhr

    Für den Erhalt des Chemnitztalviadukts

    Unterstützung für die Chemnitzer Industriekultur

    Im Zuge der Modernisierung der Sachsen-Franken-Magistrale will die Deutsche Bahn das historische Chemnitztalviadukt abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Bisher gingen die Ingenieure der Deutschen Bahn davon aus, dass die historische Bahnbrücke nicht zu ertüchtigen wäre. Doch in einer Bürgerversammlung Ende November 2014 teilte die Deutsche Bahn dann mit, dass es doch möglich wäre, die Stahlkonstruktion für die zukünftigen Ansprüche fit zu machen.

    Die dabei veranschlagten Mehrkosten unterliegen bisher nur groben Schätzungen und sollten daher kaum in die Entscheidungsfindung einfließen. Dass nunmehr klar ist, dass auch das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk erhalten werden kann, ist schon ein erster Erfolg.

    Wir sollten nun alle Kräfte daran setzen, eines der bedeutendsten historischen technischen Bauwerke in Sachsen zu erhalten.

    "Für die Stadt Chemnitz ist ihre industriekulturelle Geschichte identitätsstiftend. Viele Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger, nicht zuletzt die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig selbst, setzen sich daher für den Erhalt des Viadukts ein", so Hanka Kliese, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. "Chemnitz ist DIE sächsische Stadt der Industriekultur und wird auch im Rahmen der Landesausstellung eine exponierte Rolle spielen. Das Viadukt steht symbolisch für diese Tradition. Es in einer Zeit, in der unsere industriekulturelle Geschichte auf erfreuliche Weise aufgearbeitet und hervorgehoben wird, abzureißen, würde all diese Bemühungen konterkarieren."

    Hanka Kliese unterstützt ausdrücklich die Vorschläge der Bürgerinitiativen, wie die der Initiative Stadtbild Chemnitz, die den Erhalt der Brücke ebenfalls für wünschenswert halten.

    Sabine Sieble, M.A.
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    Bürgerbüro politik.offen
    Hanka Kliese (MdL)
    Elisenstraße 27
    09111 Chemnitz

    Tel.: 0371-356 356 6
    Fax: 0371-356 356 0

    E-Mail: sieble@hanka-kliese.de
    www.hanka-kliese.de