region: Chemnitz
Construction

Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt - Nein zum Neubau

Petitioner not public
Petition is directed to
Deutsche Bahn AG, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig
7.379 Supporters
Collection finished
  1. Launched 2013
  2. Collection finished
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  5. decision

Fragwürdiges Großprojekt - Deutsche Bahn AG plant Abriss des historischen Chemnitztalviaduktes in der Chemnitzer Innenstadt ab 2015 - Ersatzneubau soll Chemnitzer Wahrzeichen ersetzen

Gemeinsame Petition der Bürgerinitiativen STADTFORUM CHEMNITZ und stadtbild-chemnitz.de für den Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts

Auf Anfrage zu den seit Jahren ausbleibenden Erhaltungsmaßnahmen am historischen Chemnitztalviadukt in der Chemnitzer Innenstadt informierte Bernd Gregorzyk, Amtsleiter des Tiefbauamtes Chemnitz am 03.04.2013, dass die Stadtverwaltung Chemnitz in Vorbereitung des Abrisses des Chemnitztalviaduktes und der Errichtung eines neuen Brückenbauwerkes derzeit Verhandlungen zu den Planungs- und Kreuzungsvereinbarungen für die Baumaßnahme mit der DB ProjektBau führt. Das Chemnitztalviadukt ist Bestandteil des letzten noch auszubauenden Streckenabschnittes der Sachsen-Franken-Magistrale im Stadtgebiet von Chemnitz. Dieser Abschnitt wurde wegen der hohen Investitionskosten bisher von der Deutschen Bahn AG zurückgestellt. Im Jahr 2012 informierte die Deutsche Bahn AG die Stadtverwaltung, dass der auszubauende Streckenabschnitt von der Augustusburger Straße bis zur Reichsstraße ab 2013 planerisch vorbereitet wird. Mit einem Baubeginn ist ab 2015 zu rechnen. In diesem Zusammenhang ist geplant für den Bau eines neuen Eisenbahnviaduktes über die Chemnitz, die Annaberger Straße und die Beckerstraße als Ersatz für das historische Chemnitztalviadukt den Siegerentwurf von Krebs&Kiefer, beratende Ingenieure, Darmstadt aus dem gemeinsamen Architekturwettbewerb der Deutschen Bahn AG und der Stadtverwaltung Chemnitz aus dem Jahr 2003 umzusetzen.

Bei dem 1906 errichteten, ca. 250 m langen Chemnitztalviadukt handelt es sich um eines der bedeutendsten historischen technischen Bauwerke Sachsens. Das Viadukt wurde zeitgleich mit einer ganzen Reihe von Großbauten in Chemnitz, wie dem Neuen Rathaus, dem Opernhaus und dem König Albert Museum Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und gehört zu den Bauten, die den Ruf der Stadt Chemnitz als moderne Großstadt begründeten. Es ist Teil des Denkmalensembles Chemnitztalviadukt, Wirkbau, ehemals Schubert&Salzer und der historischen Fabriken an der Beckerstraße. Das Chemnitztalviadukt war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Imageträger der Stadt Chemnitz und erschien damals in zahlreichen Broschüren der Stadtverwaltung Chemnitz und auf einer Vielzahl von Postkarten. Vielen Chemnitzern gilt das Chemnitztalviadukt als ein nicht weg zu denkendes Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein historischer Beweis für die ehemalige Leistungsfähigkeit und die Größe der Stadt Chemnitz. Der Entwurf für das neue Bauwerk von Krebs&Kiefer wird der architektonischen Qualität und der Tradition des historischen Bauwerks nicht gerecht. In einem Erhalt und der Sanierung des historischen Chemnitztalviadukts liegt weit mehr als die Chance des Ausbaus einer Eisenbahnstrecke, nämlich die der dringend notwendigen Attraktivitätssteigerung der Stadt Chemnitz.

Reason

Wir fordern, dass die Planungen für die Baumaßnahme ausgesetzt werden, dass die Öffentlichkeit an der Entscheidung für eine derart nachhaltige Veränderung in der Chemnitzer Innenstadt, die den Verlust eines der wichtigsten Chemnitzer Baudenkmale bedeutet, beteiligt wird und vor allem, dass die Gutachten, welche zur Einschätzung führten, dass das Chemnitztalviadukt nicht mehr zu ertüchtigen sei, von unabhängiger Seite überprüft werden und der Vergleich der Kosten zwischen Neubau und Erhalt öffentlich dargelegt wird. Wir regen an, dass Chemnitzer Kompetenzen eingebunden werden, so die TU Chemnitz, wo u. a. ein Forschungscluster zur Materialforschung existiert. Mehr als 10 Jahre nach der Erstellung der Gutachten zum Zustand des Chemnitztalviaduktes, welches in dieser Zeit weiter genutzt wurde, gibt es veränderte Fördermöglichkeiten für die Bestandssanierung historischer Brückenbauwerke sowie neue Technologien und Experten die das historische Bauwerk für eine weitere Nutzung ertüchtigen können. Es handelt sich um ein Bauwerk aus massivem Stahl. Das ist eine Aufgabe, die dem Anspruch der Stadt Chemnitz als Stadt der Moderne in der Tradition der Zeit, in dem das Chemnitztalviadukt entstand, Verpflichtung sein muss.

Zur Unterstützung des Erhaltes des Chemnitztahlviaduktes bitten wir um Zeichnung der Petition.

Empfänger der Petition: Deutsche Bahn AG, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig

Sandro Schmalfuss – stadtbild-chemnitz.de Frank Kotzerke – STADTFORUM CHEMNITZ

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News

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    Auf die Anfrage bei der DB Netz AG zur denkmalgerechten Sanierung des historischen Eisenbahnviaduktes an der Annaberger Straße und der Rekonstruktion heute fehlender architektonischer Details am Viadukt, antwortete die Bahn heute:

    „… laut Planfeststellungsbeschluss vom 1.6.2018 sind wir zur technischen Ertüchtigung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes beauftragt, es handelt sich also um keine Restaurierung oder Rekonstruktion. Die Zierelemente im Geländer waren bereits kurz nach der Errichtung umstritten und wurden einige Zeit nach der Errichtung wieder entfernt. Diese hätte man nach heutigem Stand der Technik mit vertretbarem Aufwand im zu ertüchtigenden / neuen Geländer nachbilden können... further

  • Das Viadukt sanieren - aber richtig

    Heute fehlende Zierteile müssen wieder hergestellt werden

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pro

Das Eisenbahnviadukt ist eine der wenigen Bauwerke welche Chemnitz durch Krieg oder Stahlbetonbauten nicht verloren hat.Auf gar keinen Fall unterstütze ich den Abriss dieses Viaduktes.Keine deutsche Stadt geht so frevelhaft mit seinen Kulturgütern um. In Dresden wurde alles wieder aufgebaut und in Chemnitz,welche sich Stadt der Moderne nennt,werden historische unwiederbringbare Viadukte abgerissen.Die DB soll sich etwas anderes einfallen lassen,um ihre Sachsen/Franken Magistrale zu bauen. Chemnitz profitiert doch am wenigsten davon Chemnitz,09.02.14

contra

Hallo ich bin gegen den vollständigen Erhalt der Brücke, da Sie sich in einem äußerst schlechten Zustand befindet und somit der "schnellen" Franken-Sachsen-Magistrale im Weg steht. Ich könnte mir aber vorstellen eine der 4 "Fahrbahnspuren" zu erhalten und an Stelle der restlichen 3 die neue Brücke zu bauen. Am sinnvollsten wäre da die in Fahrtrichtung Chemnitz-Mitte linke Spur da diese die Annaberger Straße unter dem Gesichtspunkt des Verkehrshindernisses am wenigsten beeinträchtigt. Alle die die Brücke erhalten wollen könnten einen Verein gründen der die baufällige Spur übernimmt.

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