01/29/2026, 14:59
Der Text des offenen Briefs lautet:
"Sehr geehrte Mitglieder unseres Horber Gemeinderates,
wir sind uns sicher, dass Sie die Petition „Erhöhung der Kita-Gebühren in Horb: Soziale Spaltung stoppen und neue Wege finden“ gestartet am 20.1.26 über openpetition mit der Initiatorin Nina Rösler, wahrgenommen haben. Überzeugen Sie sich gern selbst von den Kommentaren in der Petition: openpetition.de/!gdcyx
Unser Anliegen - und das Anliegen von aktuell über 900 Unterzeichnenden - ist es, die Kita-Gebührenerhöhung in Horb zunächst auszusetzen und im zweiten Schritt gemeinsam am Runden Tisch eine familienfreundlichere Lösung zu finden.
Wir wollen einen partizipativen Prozess auf Augenhöhe mit allen Beteiligten in die Wege leiten. Unser Vertrauen in die Aufrichtigkeit und Transparenz der Politik des Oberbürgermeisters Michael Keßler wird zurzeit zunehmend herausgefordert: Aussagen dazu, dass in der Drucksache 088/2025/1 keine konkrete Prozentzahl stünde und die Gebührenerhöhung insgesamt beschrieben sei, entspricht nicht der Wahrheit. Die Drucksache selbst enthält mehrfach und ausschließlich die Nennung der relativen Erhöhung von „14,8 %“, wenngleich die absoluten Zahlen dem nicht entsprechen, sondern eine wesentlich höhere Teuerung um bis zu 25% und mehr umfassen. In der Drucksache sind zudem lediglich die neuen Beiträge festgehalten, was einen Vergleich zu bestehenden Beiträgen zusätzlich erschwert. Auch das Amtsblatt vom Januar 2026 nennt 14,8% mit demselben Rechenfehler.
Diesen Fehler nicht eingestehen zu können und stattdessen auf seiner Richtigkeit zu beharren, zeugt aus unserer Sicht von einer absichtlichen Verschleierung.
Wir bitten Sie in Ihrer Funktion als unsere gewählten Vertreter um Unterstützung in diesem existenziellen Thema:
Setzen Sie sich für die Familien und Kinder ein! Bitte eröffnen Sie den Diskurs im Gemeinderat und ermöglichen Sie einen Runden Tisch, um andere Wege zu suchen und gemeinsam familienfreundlichere Lösungen zu finden!
Hier das ausführliche Anliegen der Petition:
Wir, die Eltern, Bürgerinnen und Bürger der Stadt Horb am Neckar und seiner Ortsteile, wenden uns gegen die geplante Erhöhung der Kita-Beiträge um bis zu 25% ab März 2026.
Eine derart hohe und kurzfristige Erhöhung stellt für viele Familien eine erhebliche finanzielle Belastung dar. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten trifft diese Entscheidung insbesondere Familien mit kleinen Kindern unverhältnismäßig stark. Desweiteren sind Familien mit mittlerem und geringem Einkommen sowie Mehrkindfamilien von dieser so pauschalen Erhöhung der Kitabeiträge in dieser Größenordnung besonders hart betroffen. In vielen Fällen entsprechen die neuen Beiträge einer Steigerung von 25% - und nicht, wie im Amtsblatt fälschlicherweise dargestellt, um "nur" 14,8%. Schon die Schließung einzelner Krippen in den letzten Monaten zeigt, dass bereits bestehende Beiträge für Eltern mit Kleinkindern nicht mehr leistbar sind.
Dabei ist frühkindliche Bildung und Betreuung ein zentraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge, Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie die Grundlage für unsere junge Generation, um zu selbstbestimmten, aktiven Bürgern und Bürgerinnen zu werden.
Der Beschluss des Gemeinderats, die Kitagebühren pauschal in erheblichem Maß zu erhöhen, gefährdet die soziale Teilhabe und verschärft damit die soziale Ungleichheit. Der beträchtliche Umfang sowie die Abruptheit dieses Beschlusses belastet das Vertrauen von Familien in eine verlässliche, ausgewogene und planbare Gebührenpolitik in Horb gravierend und widerspricht dem Anspruch einer familienfreundlichen Stadt in eklatantem Ausmaß.
Wir fordern den Gemeinderat der Stadt Horb am Neckar auf,
• die Erhöhung der Kitabeiträge in dieser Form zurückzunehmen oder auszusetzen,
• gemeinsam mit Elternbeiräten, Zuständigen der Stadt Horb, den Kita-Trägern sowie Vertretern der lokalen Wirtschaft im Rahmen eines Runden Tischs sozialverträgliche Alternativen zu entwickeln
• und eine geringere, schrittweise und familienfreundliche Lösung zu prüfen.
Für ein familienfreundliches Horb am Neckar, in dem Eltern arbeiten können und Kinderbetreuung selbstverständlicher Teil der kommunalen Daseinsvorsorge ist – und kein Luxus.
Im Namen der Horber Eltern einen guten Abend."