• Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    11.09.2017 10:59 Uhr

    Pet 3-18-10-790-027247

    Fischerei


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 15.12.2016 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen entsprochen worden ist.

    Begründung

    Der Petent fordert, das so genannte Catch-and-Release-Fischen in Deutschland zu
    verbieten.
    Das „Catch-and-Release“-Fischen bedeute, dass Fische nur geangelt würden, um
    sie hinterher wieder freizulassen. Dem Fisch entstünden hierdurch Schmerzen und
    Schäden. Es handele sich nicht um eine sinnvolle Nutzung der Fischbestände.
    Fischer seien auch zur Hege und Pflege der Fischbestände verpflichtet. Hierzu
    gehöre auch, besonders gewichtige Exemplare zu entfernen, da diese kräftigen
    Jungfischen Platz und Nahrung wegnähmen. Durch das „Catch-and-Release“-
    Fischen würden aber insbesondere große Karpfen oft mehrfach hintereinander
    gefangen und wieder frei gelassen.
    Bedenklich seien auch spezielle „Catch-and-Release“-Anlagen. In diesen würden
    oftmals exotische und besonders gewichtige Fische gehalten werden, die gefischt
    und wieder frei gelassen würden. Diese Anlagen müssten ebenfalls verboten
    werden.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des
    Deutschen Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 170 Mitzeichnende
    haben das Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner
    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre
    Auffassung zu dem Anliegen darzulegen. Die Prüfung des Petitionsausschusses
    hatte unter Berücksichtigung der Ausführungen der Bundesregierung das im
    Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Die Angelpraxis des „Catch-and-Release“ erfolgt primär zum Freizeitvergnügen und
    nicht zur Gewinnung von Fischen als Lebensmittel. Die Bundesregierung hat

    mitgeteilt, dass das Schmerzempfindungsvermögen und die Leidensfähigkeit von
    Fischen wissenschaftlich belegt seien. Durch das „Catch-and-Release“-Angeln
    werden daher den Fischen Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt. Sie werden
    bei der anschließenden Präsentation und Fotografie an Land weiterhin einer
    zusätzlichen Verletzungsgefahr, Leid und Stress ausgesetzt. Das „Catch-and-
    Release“-Angeln ist daher nicht mit dem Grundsatz des § 1 Satz 2 des
    Tierschutzgesetzes (TierSchG) vereinbar. Den Fischen werden ohne vernünftigen
    Grund – da das Angeln der Fische nicht dem Nahrungserwerb dient – Schmerzen,
    Leiden oder Schäden zugefügt. Die Praxis des „Catch-and-Release“-Fischens kann
    gemäß § 16a TierSchG unterbunden werden. Danach trifft die zuständige Behörde
    die zur Beseitigung festgestellter Verstöße notwendigen Anordnungen. Das
    Oberverwaltungsgericht Münster hat in seinem Beschluss vom 3. Juli 2015 – 20 B
    209/15 entschieden, dass die Angelpraxis „Catch-and-Release“ gegen das
    Tierschutzgesetz verstößt und eine Ordnungsverfügung zur Folge haben kann. Diese
    kann sich nach den Ausführungen des Oberverwaltungsgerichtes auch gegen
    denjenigen richten, der die Teichanlagen zur Verfügung stellt. Der Ausschuss
    empfiehlt daher, das Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen
    entsprochen wurde.
    Der von der Fraktion DIE LINKE. gestellte Antrag, die Petition der Bundesregierung
    zur Berücksichtigung zu überweisen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

    Begründung (PDF)

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