• Die Petition wurde eingereicht

    at 27 May 2021 00:20

    Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,
    am Mittwoch, den 19. Mai, um 16.00 Uhr war es so weit:
    Mit sechs Vertretern der Initiative Bismarckviertel waren wir im Augsburger Rathaus, um Oberbürgermeisterin Eva Weber unsere Petition mit insgesamt 3603 Stimmen zu überreichen. Bei der Übergabe waren auch Vertreter der Augsburger Allgemeinen Zeitung und Augsburg TV anwesend.
    Unser Anliegen ist es, an die Stadtregierung zu appellieren, künftig neben dem Denkmalrecht weitere Möglichkeiten zur Erhaltung des Bau- und Baumbestandes für das Augsburger Stadtgebiet zu nutzen, insbesondere das Instrument der Erhaltungssatzung.
    Die Petition lief vom 28. Februar bis 27. März. In diesem Zeitraum haben insgesamt 3603 Menschen die Petition unterschrieben und über 1000 unterstützende Kommentare auf der Petitionsseite abgegeben.

    Was wurde durch die Petition bewirkt?
    Welche Aufmerksamkeit und Wirksamkeit diese Petition haben sollte, konnte sich Ende Februar noch keiner von uns vorstellen. Einige andere Bürgerinitiativen in der Stadt haben sich in den letzten Jahren für ähnliche Anliegen eingesetzt und es hat sich zum Teil sehr wenig bewegt. Dank deren Mithilfe, sowie der großen Unterstützung von Fachexperten und vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Augsburg und darüber hinaus, konnten wir mit dieser Petition erste Erfolge verbuchen:
    - 3603 Unterschriften konnten gesammelt werden, von denen 78% direkt aus Augsburg kommen
    - Die „rote Villa“ in der Perzheimstraße steht seit dem 17. März 2021 unter Denkmalschutz. Ein Abriss ist nur mit Genehmigung und Prüfung möglich.
    - Die „Dieselvilla“ in der Hochfeldstraße ist durch die erste Erhaltungssatzung Augsburgs seit 19. März 2021 besonders geschützt und darf ohne Genehmigung nicht mehr abgerissen werden.
    - Die beiden mächtigen alten Buchen auf den zwei Grundstücken haben reichlich mediale Aufmerksamkeit bekommen, so dass weitere Entwicklungen um beide Bäume immer auch im Licht der Öffentlichkeit stattfinden werden.
    - Der Stadtrat hat angekündigt, weitere Bereiche des Bismarckviertels sowie weitere Stadtviertel Augsburgs mit Erhaltungssatzungen zu schützen.

    Denkmalschutz vs. Erhaltungssatzungen - eine Anmerkung:
    Sowohl die „Rote Villa“ in der Perzheimstraße als auch die Dieselvilla in der Hochfeldstraße standen bisher nicht unter Denkmalschutz. „Die 1070 Einzeldenkmale in Augsburg entsprechen nur zirka 1,3% des Baubestandes […] historische Mietshäuser, Lieblinge in der Gunst von Immobilienmaklern, machen nur einen relativ kleinen Teil aus.“ (Tag des offenen Denkmals – Stadt Augsburg 2013). Diese Information hat uns bei unserer historischen Stadt Augsburg selbst überrascht. Das Denkmalrecht ist Landesrecht. Die Erhaltungssatzungen sind eine Möglichkeit der Stadt, schützend und gestaltend in die Entwicklung der Stadtviertel einzuwirken. Daher ist es wichtig, ihren Einsatz weiterhin einzufordern.

    Unser Resümee:
    Im Rahmen der Netzwerkgespräche und umfangreicher Recherchearbeit rund um die Petition ist für uns deutlich geworden: das Thema „Wie leben und wohnen wir zukünftig in unserer Stadt“ liegt vielen Menschen am Herzen und umfasst ein breites Spektrum von Themen und Fragen. Dabei geht es um einen behutsamen Umgang mit Bausubstanz und dem Stadtbild unter sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten. Es geht um Nachhaltigkeit, Identität, Mietpreisentwicklung, Bodenpreise, Klimaschutz, die reiche und vielfältige Baugeschichte der Stadt Augsburg und die Frage, welche Vision der Stadtentwicklung als Grundlage dienen könnte.
    Unsere Stadt verändert sich in einem rasanten Tempo. Viele dieser Veränderungen finden jeweils lokal statt, in einem bestimmten Viertel, rund um konkrete Gebäude und Strukturen. Diese Entwicklungen, wie auch immer man sie im Einzelfall bewertet, wirken für die meisten von uns oft unausweichlich und unveränderlich. Doch dem ist nicht so: Bürgerengagement lohnt sich! Dranbleiben umso mehr!

    Wie geht es weiter?
    Wir möchten an dem Thema dranbleiben, möchten aufmerksam sein, wenn gravierende Veränderungen unbemerkt passieren und eine Plattform bieten für Austausch und Information. Dazu werden wir uns neu organisieren und eine geeignete Form des Austausches finden, der sich auch langfristig aufrechterhalten lässt. Wie das aussehen soll, wird sich noch zeigen.
    Wer über weitere Aktivitäten und die Zukunft der Villen auf dem Laufenden gehalten werden möchte, ist herzlich eingeladen, unserer Facebook-Gruppe www.facebook.com/groups/initiative.bismarckviertel beizutreten. Darüber hinaus werden wir weiterhin das Instagram-Profil www.instagram.com/initiative.bismarckviertel betreiben und über unsere Emailadresse kontaktierbar sein: initiative.bismarckviertel@gmail.com

    Danke an alle, die sich eingebracht haben und uns so vielfältig unterstützt haben! Das war großartig!

    Vielen Dank und bis bald,
    Eure Initiative Bismarckviertel

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