• Petition in Zeichnung - Start der Vortragsreihe der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften

    04.02.2021 17:03 часовник

    Liebe Unterstützer*innen,

    der Gesetzgebungsprozess zur geplanten Hochschulreform in Bayern schreitet unaufhörlich voran. Ungeachtet der Pandemiesituation und der daraus erwachsenden Herausforderungen für die Hochschulen soll das Gesetz bis Sommer unter Dach und Fach gebracht werden.

    Vor wenigen Tagen erst kündigte Wissenschaftsminister Bernd Sibler daher eine Reihe von Livestreams an, in denen er die 'Hochschulfamilie' in einem Dialog über die geplante Hochschulreform in Kenntnis setzen und ihr einen 'Blick hinter die Kulissen der Gesetzeswerkstatt' gewähren möchte.[1] Der Begriff 'Dialog' ist dabei freilich etwas irreführend, denn ein solcher wird auf Augenhöhe gar nicht möglich sein; vielmehr können die Teilnehmenden lediglich per Kommentarfunktion Ihre Fragen an den Minister hinterlegen. Ebenso kam nur bei den wenigsten Mitgliedern der sogenannten 'Hochschulfamilie' etwas vom erwähnten 'intensiven Austausch' mit den diversen Interessensvertreter*innen in den vergangenen Monaten an.

    Aus diesem Grund hat die Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften (GuS) eine eigene Vortragsreihe ins Leben gerufen, in der unterschiedliche Aspekte der geplanten Hochschulreform nicht nur angesprochen, sondern vor allem auch gemeinsam diskutiert werden sollen. Es soll in ihr aufgezeigt werden, dass die von der bayerischen Staatsregierung ins Auge gefasste Reform keineswegs die einzige 'Vision' und Möglichkeit darstellt, nach der das künftige Hochschulwesen ausgestaltet sein könnte. Neben einer generellen soziologisch-historischen Einordnung der geplanten Reform werden in den Vorträgen beispielsweise Fragen nach der Situation der Geisteswissenschaften, nach alternativen Konzepten für verlässliche Karrierewege in der Wissenschaft, aber auch nach der Bedeutung der Wissenschaft für den öffentlichen Raum aufgeworfen.

    Den Anfang machen die folgenden beiden Vorträge:

    08.02.2021, 18.00 Uhr: Prof. Dr. Alex Demirović – Kritik der neoliberal reorganisierten Hochschule (Einwahllink: global.gotomeeting.com/join/669007421)

    17.02.2021, 19.00 Uhr: PD Dr. habil. Wolfram Ette – Zur Situation der Geisteswissenschaften (Einwahllink: global.gotomeeting.com/join/669007421)

    Im Anschluss an einen jeweils ca. 30-minütigen Vortrag wird es eine von Vertreter*innen der Initiative GuS moderierte Diskussion geben.

    Alle weiteren Termine sowie die Zugangsdaten geben wir rechtzeitig unter folgendem Link bekannt: initiativegus.wordpress.com/termine/.

    Zu dieser Vortragsreihe möchten wir Sie als Unterstützer*innen alle ganz herzlich einladen und freuen uns auf Ihre Teilnahme.

    Ihnen vielen Dank für Ihr Interesse und herzliche Grüße,
    Dr. Eduard Meusel
    i. A. der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften

    ___

    [1] www.stmwk.bayern.de/allgemein/meldung/6613/wissenschaftsminister-bernd-sibler-im-dialog-zur-hochschulreform-livestreams-fuer-die-gesamte-hochschulfamilie-starten.html

  • Änderungen an der Petition

    04.02.2021 16:40 часовник

    Die Laufzeit der Petition wurde erneut an den Zeitplan des Gesetzgebungsprozesses angepasst.


    Neues Zeichnungsende: 31.05.2021
    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 7.966 (6.936 in Bayern)

  • Petition in Zeichnung - Hinweis auf Kundgebungen am 01.12.2020 in München und Nürnberg

    28.11.2020 18:23 часовник

    Liebe Unterzeichner*innen,

    wir als Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften (GuS) möchten uns zunächst recht herzlich für Ihre Unterstützung und die zahlreichen Unterschriften bedanken. Wir erlauben uns, Sie mit diesem Schreiben nun einmal persönlich zu kontaktieren, da für die Initiative GuS nächste Woche eine wichtige Zwischenstation bevorsteht.

    Für den 01. Dezember 2020 rufen wir zu Kundgebungen in München auf dem Odeonsplatz sowie in Nürnberg auf dem Hallplatz auf (jeweils 15.00 Uhr). Wir wollen dort unterstützt von zahlreichen Redner*innen aus Wissenschaft und Politik öffentlich auf unsere Forderungen aufmerksam machen und unsere Bedenken gegenüber dem geplanten Hochschulinnovationsgesetz der Bayerischen Staatsregierung anbringen.

    Wir würden uns freuen, wenn wir dort auch auf Ihre Unterstützung und Anwesenheit zählen dürften, um dem Gesetzgeber die Brisanz der Thematik deutlich vor Augen zu führen. Auch zahlreiche Pressevertreter*innen haben sich angekündigt.

    Wir möchten Sie an dieser Stelle bereits darauf hinweisen, dass an beiden Standorten das übliche Abstandsgebot sowie eine Maskenpflicht gelten und wir deren Einhaltung gewissenhaft verfolgen werden. Die Gesundheit aller hat Vorrang.

    Selbst wenn Sie nicht auf eine der Kundgebungen kommen können, freuen wir uns, wenn Sie weiterhin unter Kolleg*innen und Bekannten Werbung für unsere Petition machen würden.

    Ihnen herzliche Grüße,
    Dr. Eduard Meusel
    i. A. der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften

    p.s.: Gerne weisen wir an dieser Stelle auf eine Kundgebung hin, die sich ebenfalls gegen die geplante Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes richtet und die am selben Tag (01. Dezember) um 16.00 Uhr auf dem Rathausplatz in Augsburg stattfinden wird. Sie wird von der dortigen GEW Hochschulgruppe organisiert: www.facebook.com/events/3225358700909577/

  • Änderungen an der Petition

    21.11.2020 13:13 часовник

    Auf den mehrfachen Wunsch von Unterstützer*innen hin wurde der aktuelle Anlass zur Petition an prominente Stelle zu Beginn des Petitionstextes vorgezogen.


    Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
    Damit Das geplante Hochschulinnovationsgesetz der Bayerischen Staatsregierung gefährdet in erheblichem Maße die freie Ausübung der Geistes- und Sozialwissenschaften und den Fortbestand insbesondere kleinerer geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer sozialwissenschaftlicher Fächer. Damit diese weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
    **1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
    Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
    **2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
    Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
    **3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen.**
    Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
    **4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
    Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
    **5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
    Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
    **FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
    Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01\. Dezember 2020 um 15\.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
    Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
    Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter initiativegus.wordpress.com sowie fb.me/InitiativeGuS

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 1.940 (1.606 in Bayern)

  • Änderungen an der Petition

    17.11.2020 21:51 часовник

    Die Laufzeit der Petition wurde an den Zeitplan des Gesetzgebungsprozesses angepasst.


    Neues Zeichnungsende: 15.02.2021
    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 1.490 (1.237 in Bayern)

  • Änderungen an der Petition

    17.11.2020 09:23 часовник

    Es wurde ein Tippfehler im Domainnamen der Homepage ausgebessert.


    Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
    Damit geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
    **1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
    Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
    **2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
    Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
    **3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen.**
    Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
    darstellt.
    **4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
    Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
    **5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
    Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
    **FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
    Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01. **01\. Dezember 2020 um 15.00** 15\.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
    Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
    Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter initativegus.wordpress.com initiativegus.wordpress.com sowie fb.me/InitiativeGuS


    Neue Begründung: In Bayern werden gerade entscheidende Weichen für die künftige Ausrichtung der Hochschulen und der Wissenschaftslandschaft der nächsten Jahrzehnte gestellt. Es steht eine tiefgreifende Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) bevor, die die Hochschulen noch mehr zu eigenständiger unternehmerischer Initiative anhalten und nach dem Leitbild der ‚unternehmerischen Hochschule‘ umgestalten soll. Bereits im Sommer wurde zudem die Verpflichtungserklärung für den Zukunftspakt ‚Studium und Lehre stärken‘ veröffentlicht, in der das bayerische Wissenschaftsministerium die Maßnahmen darlegt, mit der man in den nächsten Jahren nicht nur dauerhaft die Qualität von Studium und Lehre verbessern, sondern auch Bundesmittel in Milliardenhöhe abgreifen will. In beiden Fällen bleibt der Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften nahezu vollständig außen vor, womit sich ein Trend fortsetzt, der in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher zu Tage trat: die Schwächung von Geistes- und Sozialwissenschaften durch deren Unterwerfung unter ein zunehmend ökonomisch orientiertes Wissenschaftsparadigma.
    In der Verpflichtungserklärung zum Zukunftspakt ist fast ausschließlich von der Förderung der Hightech- und MINT-Fächer sowie von der Hightech-Agenda zu lesen. Mit keinem Wort werden die Geistes- und Sozialwissenschaften adressiert. Die vom Bundesministerium angedachte Einrichtung von Dauerstellen zur Stärkung der Lehre fällt nahezu ausschließlich in den Bereich der Hightech- und MINT-Fächer – und das obwohl die Einrichtung von verlässlichen Karrieremöglichkeiten angesichts der verschwindend geringen Anzahl angemessener Alternativen außerhalb des akademischen Arbeitsfeldes für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen Sozialwissenschaftler\*innen von besonderer Relevanz wäre. Nirgends wird der besonderen Form der Wissensvermittlung in den Geistes- und Sozialwissenschaften Rechnung getragen, die sich aus ihrer Beschäftigung mit dem menschlichen Denken und der menschlichen Gesellschaft selbst ergibt und die nicht ohne weiteres anhand der typischen Kennzahlen, wie etwa der Betreuungsrelation oder der Anzahl an Studierenden, mess- und abbildbar ist.
    Vor allem aber lässt sich das Leitbild einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ nur schwerlich mit dem grundsätzlichen Wesen und der methodischen Herangehensweise der Geistes- und Sozialwissenschaften in Einklang bringen. Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zeichnen sich oft gerade dadurch aus, dass sie sich nicht immer sofort und unmittelbar verwerten lassen. Manchmal dauert es viele Jahre, bis sich die Bedeutung bestimmter Forschungs- und Lehrergebnisse offenbart. Das gilt insbesondere für viele kleinere geistes- und sozialwissenschaftliche Fachbereiche, die nach unternehmerischen Gesichtspunkten wohl nur bedingt überlebensfähig wären, aber gleichwohl von einer kaum zu überschätzenden Bedeutung für den Reichtum und die Diversität unserer gesamten Gesellschaft sind. Sie nehmen eine gesellschaftliche Reflexionsfunktion ein, die von den VertreterInnen der ‚instrumentellen Vernunft‘ nur bedingt wahrgenommen werden kann. Auch die Freiheit und der zeitliche Rahmen, einmal in die Irre zu gehen, welche für die Geistes- und Sozialwissenschaften konstitutiv sind, sind nur schlecht vereinbar mit einer auf Rentabilität getrimmten unternehmerischen Praxis. Grundlegendes kann so kaum mehr überprüft oder in Frage gestellt werden.
    Die aktuellen Entwicklungen in Bayern sind Ausdruck einer nun bereits über viele Jahre andauernden und besorgniserregenden Entwicklung, im Zuge derer die Legitimation und der Nutzen von Geistes- und Sozialwissenschaften zusehend in Frage gestellt wurden. Es ist Zeit und womöglich eine der letzten Möglichkeiten, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Wir sind der Ansicht, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften notwendiger denn je sind und sie daher eine sowohl ideelle wie auch finanzielle Aufwertung verdienen.

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 1.349 (1.123 in Bayern)

  • Änderungen an der Petition

    12.11.2020 12:12 часовник

    Es würde der Link zur Homepage der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften ergänzt.


    Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
    Damit geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
    **1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
    Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
    **2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
    Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
    **3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen.**
    Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
    **4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
    Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
    **5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
    Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
    **FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
    Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01. Dezember 2020 um 15.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
    Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
    Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter: unter initativegus.wordpress.com sowie fb.me/InitiativeGuS


    Neue Begründung: In Bayern werden gerade entscheidende Weichen für die künftige Ausrichtung der Hochschulen und der Wissenschaftslandschaft der nächsten Jahrzehnte gestellt. Es steht eine tiefgreifende Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) bevor, die die Hochschulen noch mehr zu eigenständiger unternehmerischer Initiative anhalten und nach dem Leitbild der ‚unternehmerischen Hochschule‘ umgestalten soll. Bereits im Sommer wurde zudem die Verpflichtungserklärung für den Zukunftspakt ‚Studium und Lehre stärken‘ veröffentlicht, in der das bayerische Wissenschaftsministerium die Maßnahmen darlegt, mit der man in den nächsten Jahren nicht nur dauerhaft die Qualität von Studium und Lehre verbessern, sondern auch Bundesmittel in Milliardenhöhe abgreifen will. In beiden Fällen bleibt der Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften nahezu vollständig außen vor, womit sich ein Trend fortsetzt, der in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher zu Tage trat: die Schwächung von Geistes- und Sozialwissenschaften durch deren Unterwerfung unter ein zunehmend ökonomisch orientiertes Wissenschaftsparadigma.
    In der Verpflichtungserklärung zum Zukunftspakt ist fast ausschließlich von der Förderung der Hightech- und MINT-Fächer sowie von der Hightech-Agenda zu lesen. Mit keinem Wort werden die Geistes- und Sozialwissenschaften adressiert. Die vom Bundesministerium angedachte Einrichtung von Dauerstellen zur Stärkung der Lehre fällt nahezu ausschließlich in den Bereich der Hightech- und MINT-Fächer – und das obwohl die Einrichtung von verlässlichen Karrieremöglichkeiten angesichts der verschwinden verschwindend geringen Anzahl angemessener Alternativen außerhalb des akademischen Arbeitsfeldes für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen von besonderer Relevanz wäre. Nirgends wird der besonderen Form der Wissensvermittlung in den Geistes- und Sozialwissenschaften Rechnung getragen, die sich aus ihrer Beschäftigung mit dem menschlichen Denken und der menschlichen Gesellschaft selbst ergibt und die nicht ohne weiteres anhand der typischen Kennzahlen, wie etwa der Betreuungsrelation oder der Anzahl an Studierenden, mess- und abbildbar ist.
    Vor allem aber lässt sich das Leitbild einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ nur schwerlich mit dem grundsätzlichen Wesen und der methodischen Herangehensweise der Geistes- und Sozialwissenschaften in Einklang bringen. Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zeichnen sich oft gerade dadurch aus, dass sie sich nicht immer sofort und unmittelbar verwerten lassen. Manchmal dauert es viele Jahre, bis sich die Bedeutung bestimmter Forschungs- und Lehrergebnisse offenbart. Das gilt insbesondere für viele kleinere geistes- und sozialwissenschaftliche Fachbereiche, die nach unternehmerischen Gesichtspunkten wohl nur bedingt überlebensfähig wären, aber gleichwohl von einer kaum zu überschätzenden Bedeutung für den Reichtum und die Diversität unserer gesamten Gesellschaft sind. Sie nehmen eine gesellschaftliche Reflexionsfunktion ein, die von den VertreterInnen der ‚instrumentellen Vernunft‘ nur bedingt wahrgenommen werden kann. Auch die Freiheit und der zeitliche Rahmen, einmal in die Irre zu gehen, welche für die Geistes- und Sozialwissenschaften konstitutiv sind, sind nur schlecht vereinbar mit einer auf Rentabilität getrimmten unternehmerischen Praxis. Grundlegendes kann so kaum mehr überprüft oder in Frage gestellt werden.
    Die aktuellen Entwicklungen in Bayern sind Ausdruck einer nun bereits über viele Jahre andauernden und besorgniserregenden Entwicklung, im Zuge derer die Legitimation und der Nutzen von Geistes- und Sozialwissenschaften zusehend in Frage gestellt wurden. Es ist Zeit und womöglich eine der letzten Möglichkeiten, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Wir sind der Ansicht, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften notwendiger denn je sind und sie daher eine sowohl ideelle wie auch finanzielle Aufwertung verdienen.

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 677 (537 in Bayern)

  • Änderungen an der Petition

    02.11.2020 22:05 часовник

    Es wurden Änderungen am Layout vorgenommen.


    Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
    Damit geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
    **1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
    Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
    **2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
    Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
    **3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen.**
    SozialwissenschaftlerInnen.**
    Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
    **4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
    Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
    **5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
    Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
    **FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
    Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01. Dezember 2020 um 15.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
    Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
    Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter: fb.me/InitiativeGuS

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 6 (5 in Bayern)

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