Region: Bavaria
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Für den Erhalt und die Stärkung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Bayern

Petition is directed to
Bayerische Staatsregierung, Petitionsausschuss des bayerischen Landtages
8.788 Supporters 7.619 in Bavaria
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  1. Launched November 2020
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  5. Decision

Die Petition ist bereit zur Übergabe - Übergabe der Unterschriften am 11.11.2021

at 02 Nov 2021 14:58

Liebe Unterstützer*innen,

Ende Juli hat unsere Petition mit dem Beginn der parlamentarischen Sommerpause ihr endgültiges Zeichnungsende erreicht. Entgegen der ursprünglichen Pläne der bayerischen Staatsregierung ist das neue sogenannte Hochschulinnovationsgesetz bis zu diesem Zeitpunkt jedoch immer noch nicht vom Bayerischen Landtag verabschiedet worden. Bis heute hat noch nicht einmal eine erste Lesung des Gesetzesentwurfs im Landtag stattgefunden.

Dies ist das Resultat einer profunden Kritik am Gesetzesvorhaben, welche von vielen Seiten und zu unterschiedlichen Anlässen geäußert wurde. Auch die Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften hat in diesem Zusammenhang immer wieder auf problematische Aspekte des geplanten Hochschulinnovationsgesetzes hingewiesen, etwa im Rahmen einer zweitätigen Ausschussanhörung im Bayerischen Landtag im Juni, zu der die Initiative auch eine eigene ausführliche Stellungnahme verfasst hat (initiativegus.files.wordpress.com/2021/11/20210611-12_stellungnahme_inigus.pdf). Nicht zuletzt war es aber auch die von Ihnen gezeichnete Petition mit ihren am Ende nahezu 9.000 Unterschriften, die immerhin zu einem Aufschub des Gesetzgebungsprozesses geführt hat und die wir als Initiator*innen als vollen Erfolg bewerten.

Damit es nun nicht nur bei einem zeitlichen Aufschub bleibt, sondern die Kritik auch inhaltliche Konsequenzen zeitigt, möchten wir als Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften die mit dem Gesetzesvorhaben verbundene Problematik wieder mehr ins öffentliche Gedächtnis rufen, bevor der Gesetzesentwurf wohl in Bälde dem Parlament zur Diskussion übergeben werden soll und es dort zu dessen erster Lesung kommt.

Hierzu werden wir am 11. November 2021 um 10.00 Uhr am Rande der Plenarsitzung des Bayerischen Landtags öffentlichkeitswirksam die zahlreichen Unterschriften unserer Petition an Wissenschaftsminister Bernd Sibler übergeben. Dies soll das Parlament und insbesondere auch die Regierungsfraktionen noch einmal dazu ermutigen, das Gesetz und dessen mögliche Auswirkungen auf die Hochschul- und Forschungslandschaft in Bayern kritisch zu hinterfragen und zu diskutieren. Es gibt unserer Ansicht nach nämlich immer noch deutlichen Korrekturbedarf, damit die Geistes- und Sozialwissenschaften nicht weiter an Bedeutung verlieren und nurmehr zu reinen Begleitwissenschaften für den technologischen Fortschritt und die digitale Transformation degradiert werden.

Wir möchten an dieser Stelle daher explizit auch noch einmal Sie als unsere Unterstützer*innen dazu ermutigen, Kontakt mit Ihren jeweiligen Fachbereichen und -gesellschaften aufzunehmen und diese auf den Übergabetermin hinzuweisen sowie gegebenenfalls dazu anzuhalten, ihn zu begleiten. Wir würden uns diesbezüglich um eine jede Kontaktaufnahme (via initiative.gus@gmail.com) freuen und stehen für eine Zusammenarbeit jederzeit gerne bereit.

Vielen Dank einmal mehr für Ihre Unterstützung und Ihr stetes Interesse!

Ihnen herzliche Grüße,
Dr. Eduard Meusel
i. A. der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften


Petition in Zeichnung - Fortsetzung der Vortragsreihe

at 12 Mar 2021 16:13

Liebe Unterstützer*innen,

bald wird der erste Gesetzesentwurf zum Bayerischen Hochschulinnovationsgesetz vorliegen – aller Kritik und allen Bitten um einen Aufschub des Verfahrens zum Trotz. Danach werden nur noch wenige Tage und Wochen bleiben, um inhaltliche Korrekturen an dem Entwurf vorzunehmen, da er bereits im Frühsommer vom Bayerischen Landtag beschlossen werden soll. Grundlegende Änderungen sind in einem so eng getakteten Zeitplan selbstredend nicht mehr möglich, obgleich von vielen Seiten noch erheblicher Gesprächsbedarf bestehen würde.

Wir als Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften wollen diesem Bedürfnis nach Dialog und Kritik am geplanten Gesetz weiterhin Raum bieten und setzen daher unsere bisherige Veranstaltungs- und Diskussionsreihe mit folgendem Vortrag fort:

23.03.2021, 18.00 Uhr: Prof. Dr. Christoph K. Neumann (LMU München) – Die verlorene Universität: Eine Kritik der geplanten bayerischen Hochschulreform aus kulturwissenschaftlicher Sicht (Einwahllink: global.gotomeeting.com/join/669007421)

Zu diesem Vortrag möchten wir Sie als Unterstützer*innen sowie alle Interessierten in und außerhalb Bayerns recht herzlich einladen und freuen uns über Ihre zahlreiche Teilnahme.

Darüber hinaus möchten wir Sie gerne auch noch auf zwei Kundgebungen aufmerksam machen, die am kommenden Sonntag in München und Augsburg stattfinden werden und sich ebenfalls gegen die geplante Hochschulreform richten:

14.03.2021, 15.00 Uhr: Max-Joseph-Platz, München – Kundgebung des Münchner Komitees gegen die Hochschulreform
14.03.2021, 16.00 Uhr: Rathausplatz, Augsburg – Kundgebung der GEW Hochschulgruppe Augsburg 'Für freie Bildung gegen die Hochschulreform'

Weitere Termine werden laufend auf unserer Homepage bekanntgegeben: initiativegus.wordpress.com/termine/

Ihnen einmal mehr vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Herzliche Grüße,
Dr. Eduard Meusel
i. A. der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften


Petition in Zeichnung - Start der Vortragsreihe der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften

at 04 Feb 2021 17:03

Liebe Unterstützer*innen,

der Gesetzgebungsprozess zur geplanten Hochschulreform in Bayern schreitet unaufhörlich voran. Ungeachtet der Pandemiesituation und der daraus erwachsenden Herausforderungen für die Hochschulen soll das Gesetz bis Sommer unter Dach und Fach gebracht werden.

Vor wenigen Tagen erst kündigte Wissenschaftsminister Bernd Sibler daher eine Reihe von Livestreams an, in denen er die 'Hochschulfamilie' in einem Dialog über die geplante Hochschulreform in Kenntnis setzen und ihr einen 'Blick hinter die Kulissen der Gesetzeswerkstatt' gewähren möchte.[1] Der Begriff 'Dialog' ist dabei freilich etwas irreführend, denn ein solcher wird auf Augenhöhe gar nicht möglich sein; vielmehr können die Teilnehmenden lediglich per Kommentarfunktion Ihre Fragen an den Minister hinterlegen. Ebenso kam nur bei den wenigsten Mitgliedern der sogenannten 'Hochschulfamilie' etwas vom erwähnten 'intensiven Austausch' mit den diversen Interessensvertreter*innen in den vergangenen Monaten an.

Aus diesem Grund hat die Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften (GuS) eine eigene Vortragsreihe ins Leben gerufen, in der unterschiedliche Aspekte der geplanten Hochschulreform nicht nur angesprochen, sondern vor allem auch gemeinsam diskutiert werden sollen. Es soll in ihr aufgezeigt werden, dass die von der bayerischen Staatsregierung ins Auge gefasste Reform keineswegs die einzige 'Vision' und Möglichkeit darstellt, nach der das künftige Hochschulwesen ausgestaltet sein könnte. Neben einer generellen soziologisch-historischen Einordnung der geplanten Reform werden in den Vorträgen beispielsweise Fragen nach der Situation der Geisteswissenschaften, nach alternativen Konzepten für verlässliche Karrierewege in der Wissenschaft, aber auch nach der Bedeutung der Wissenschaft für den öffentlichen Raum aufgeworfen.

Den Anfang machen die folgenden beiden Vorträge:

08.02.2021, 18.00 Uhr: Prof. Dr. Alex Demirović – Kritik der neoliberal reorganisierten Hochschule (Einwahllink: global.gotomeeting.com/join/669007421)

17.02.2021, 19.00 Uhr: PD Dr. habil. Wolfram Ette – Zur Situation der Geisteswissenschaften (Einwahllink: global.gotomeeting.com/join/669007421)

Im Anschluss an einen jeweils ca. 30-minütigen Vortrag wird es eine von Vertreter*innen der Initiative GuS moderierte Diskussion geben.

Alle weiteren Termine sowie die Zugangsdaten geben wir rechtzeitig unter folgendem Link bekannt: initiativegus.wordpress.com/termine/.

Zu dieser Vortragsreihe möchten wir Sie als Unterstützer*innen alle ganz herzlich einladen und freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Ihnen vielen Dank für Ihr Interesse und herzliche Grüße,
Dr. Eduard Meusel
i. A. der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften

___

[1] www.stmwk.bayern.de/allgemein/meldung/6613/wissenschaftsminister-bernd-sibler-im-dialog-zur-hochschulreform-livestreams-fuer-die-gesamte-hochschulfamilie-starten.html


Änderungen an der Petition

at 04 Feb 2021 16:40

Die Laufzeit der Petition wurde erneut an den Zeitplan des Gesetzgebungsprozesses angepasst.


Neues Zeichnungsende: 31.05.2021
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 7.966 (6.936 in Bayern)


Petition in Zeichnung - Hinweis auf Kundgebungen am 01.12.2020 in München und Nürnberg

at 28 Nov 2020 18:23

Liebe Unterzeichner*innen,

wir als Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften (GuS) möchten uns zunächst recht herzlich für Ihre Unterstützung und die zahlreichen Unterschriften bedanken. Wir erlauben uns, Sie mit diesem Schreiben nun einmal persönlich zu kontaktieren, da für die Initiative GuS nächste Woche eine wichtige Zwischenstation bevorsteht.

Für den 01. Dezember 2020 rufen wir zu Kundgebungen in München auf dem Odeonsplatz sowie in Nürnberg auf dem Hallplatz auf (jeweils 15.00 Uhr). Wir wollen dort unterstützt von zahlreichen Redner*innen aus Wissenschaft und Politik öffentlich auf unsere Forderungen aufmerksam machen und unsere Bedenken gegenüber dem geplanten Hochschulinnovationsgesetz der Bayerischen Staatsregierung anbringen.

Wir würden uns freuen, wenn wir dort auch auf Ihre Unterstützung und Anwesenheit zählen dürften, um dem Gesetzgeber die Brisanz der Thematik deutlich vor Augen zu führen. Auch zahlreiche Pressevertreter*innen haben sich angekündigt.

Wir möchten Sie an dieser Stelle bereits darauf hinweisen, dass an beiden Standorten das übliche Abstandsgebot sowie eine Maskenpflicht gelten und wir deren Einhaltung gewissenhaft verfolgen werden. Die Gesundheit aller hat Vorrang.

Selbst wenn Sie nicht auf eine der Kundgebungen kommen können, freuen wir uns, wenn Sie weiterhin unter Kolleg*innen und Bekannten Werbung für unsere Petition machen würden.

Ihnen herzliche Grüße,
Dr. Eduard Meusel
i. A. der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften

p.s.: Gerne weisen wir an dieser Stelle auf eine Kundgebung hin, die sich ebenfalls gegen die geplante Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes richtet und die am selben Tag (01. Dezember) um 16.00 Uhr auf dem Rathausplatz in Augsburg stattfinden wird. Sie wird von der dortigen GEW Hochschulgruppe organisiert: www.facebook.com/events/3225358700909577/


Änderungen an der Petition

at 21 Nov 2020 13:13

Auf den mehrfachen Wunsch von Unterstützer*innen hin wurde der aktuelle Anlass zur Petition an prominente Stelle zu Beginn des Petitionstextes vorgezogen.


Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
Damit Das geplante Hochschulinnovationsgesetz der Bayerischen Staatsregierung gefährdet in erheblichem Maße die freie Ausübung der Geistes- und Sozialwissenschaften und den Fortbestand insbesondere kleinerer geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer sozialwissenschaftlicher Fächer. Damit diese weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
**1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
**2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
**3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen.**
Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
**4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
**5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
**FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01\. Dezember 2020 um 15\.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter initiativegus.wordpress.com sowie fb.me/InitiativeGuS

Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 1.940 (1.606 in Bayern)


Änderungen an der Petition

at 17 Nov 2020 21:51

Die Laufzeit der Petition wurde an den Zeitplan des Gesetzgebungsprozesses angepasst.


Neues Zeichnungsende: 15.02.2021
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 1.490 (1.237 in Bayern)


Änderungen an der Petition

at 17 Nov 2020 09:23

Es wurde ein Tippfehler im Domainnamen der Homepage ausgebessert.


Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
Damit geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
**1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
**2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
**3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen.**
Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
darstellt.
**4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
**5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
**FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01. **01\. Dezember 2020 um 15.00** 15\.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter initativegus.wordpress.com initiativegus.wordpress.com sowie fb.me/InitiativeGuS


Neue Begründung: In Bayern werden gerade entscheidende Weichen für die künftige Ausrichtung der Hochschulen und der Wissenschaftslandschaft der nächsten Jahrzehnte gestellt. Es steht eine tiefgreifende Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) bevor, die die Hochschulen noch mehr zu eigenständiger unternehmerischer Initiative anhalten und nach dem Leitbild der ‚unternehmerischen Hochschule‘ umgestalten soll. Bereits im Sommer wurde zudem die Verpflichtungserklärung für den Zukunftspakt ‚Studium und Lehre stärken‘ veröffentlicht, in der das bayerische Wissenschaftsministerium die Maßnahmen darlegt, mit der man in den nächsten Jahren nicht nur dauerhaft die Qualität von Studium und Lehre verbessern, sondern auch Bundesmittel in Milliardenhöhe abgreifen will. In beiden Fällen bleibt der Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften nahezu vollständig außen vor, womit sich ein Trend fortsetzt, der in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher zu Tage trat: die Schwächung von Geistes- und Sozialwissenschaften durch deren Unterwerfung unter ein zunehmend ökonomisch orientiertes Wissenschaftsparadigma.
In der Verpflichtungserklärung zum Zukunftspakt ist fast ausschließlich von der Förderung der Hightech- und MINT-Fächer sowie von der Hightech-Agenda zu lesen. Mit keinem Wort werden die Geistes- und Sozialwissenschaften adressiert. Die vom Bundesministerium angedachte Einrichtung von Dauerstellen zur Stärkung der Lehre fällt nahezu ausschließlich in den Bereich der Hightech- und MINT-Fächer – und das obwohl die Einrichtung von verlässlichen Karrieremöglichkeiten angesichts der verschwindend geringen Anzahl angemessener Alternativen außerhalb des akademischen Arbeitsfeldes für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen Sozialwissenschaftler\*innen von besonderer Relevanz wäre. Nirgends wird der besonderen Form der Wissensvermittlung in den Geistes- und Sozialwissenschaften Rechnung getragen, die sich aus ihrer Beschäftigung mit dem menschlichen Denken und der menschlichen Gesellschaft selbst ergibt und die nicht ohne weiteres anhand der typischen Kennzahlen, wie etwa der Betreuungsrelation oder der Anzahl an Studierenden, mess- und abbildbar ist.
Vor allem aber lässt sich das Leitbild einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ nur schwerlich mit dem grundsätzlichen Wesen und der methodischen Herangehensweise der Geistes- und Sozialwissenschaften in Einklang bringen. Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zeichnen sich oft gerade dadurch aus, dass sie sich nicht immer sofort und unmittelbar verwerten lassen. Manchmal dauert es viele Jahre, bis sich die Bedeutung bestimmter Forschungs- und Lehrergebnisse offenbart. Das gilt insbesondere für viele kleinere geistes- und sozialwissenschaftliche Fachbereiche, die nach unternehmerischen Gesichtspunkten wohl nur bedingt überlebensfähig wären, aber gleichwohl von einer kaum zu überschätzenden Bedeutung für den Reichtum und die Diversität unserer gesamten Gesellschaft sind. Sie nehmen eine gesellschaftliche Reflexionsfunktion ein, die von den VertreterInnen der ‚instrumentellen Vernunft‘ nur bedingt wahrgenommen werden kann. Auch die Freiheit und der zeitliche Rahmen, einmal in die Irre zu gehen, welche für die Geistes- und Sozialwissenschaften konstitutiv sind, sind nur schlecht vereinbar mit einer auf Rentabilität getrimmten unternehmerischen Praxis. Grundlegendes kann so kaum mehr überprüft oder in Frage gestellt werden.
Die aktuellen Entwicklungen in Bayern sind Ausdruck einer nun bereits über viele Jahre andauernden und besorgniserregenden Entwicklung, im Zuge derer die Legitimation und der Nutzen von Geistes- und Sozialwissenschaften zusehend in Frage gestellt wurden. Es ist Zeit und womöglich eine der letzten Möglichkeiten, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Wir sind der Ansicht, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften notwendiger denn je sind und sie daher eine sowohl ideelle wie auch finanzielle Aufwertung verdienen.

Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 1.349 (1.123 in Bayern)


Änderungen an der Petition

at 12 Nov 2020 12:12

Es würde der Link zur Homepage der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften ergänzt.


Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
Damit geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
**1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
**2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
**3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen.**
Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
**4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
**5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
**FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01. Dezember 2020 um 15.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter: unter initativegus.wordpress.com sowie fb.me/InitiativeGuS


Neue Begründung: In Bayern werden gerade entscheidende Weichen für die künftige Ausrichtung der Hochschulen und der Wissenschaftslandschaft der nächsten Jahrzehnte gestellt. Es steht eine tiefgreifende Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) bevor, die die Hochschulen noch mehr zu eigenständiger unternehmerischer Initiative anhalten und nach dem Leitbild der ‚unternehmerischen Hochschule‘ umgestalten soll. Bereits im Sommer wurde zudem die Verpflichtungserklärung für den Zukunftspakt ‚Studium und Lehre stärken‘ veröffentlicht, in der das bayerische Wissenschaftsministerium die Maßnahmen darlegt, mit der man in den nächsten Jahren nicht nur dauerhaft die Qualität von Studium und Lehre verbessern, sondern auch Bundesmittel in Milliardenhöhe abgreifen will. In beiden Fällen bleibt der Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften nahezu vollständig außen vor, womit sich ein Trend fortsetzt, der in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher zu Tage trat: die Schwächung von Geistes- und Sozialwissenschaften durch deren Unterwerfung unter ein zunehmend ökonomisch orientiertes Wissenschaftsparadigma.
In der Verpflichtungserklärung zum Zukunftspakt ist fast ausschließlich von der Förderung der Hightech- und MINT-Fächer sowie von der Hightech-Agenda zu lesen. Mit keinem Wort werden die Geistes- und Sozialwissenschaften adressiert. Die vom Bundesministerium angedachte Einrichtung von Dauerstellen zur Stärkung der Lehre fällt nahezu ausschließlich in den Bereich der Hightech- und MINT-Fächer – und das obwohl die Einrichtung von verlässlichen Karrieremöglichkeiten angesichts der verschwinden verschwindend geringen Anzahl angemessener Alternativen außerhalb des akademischen Arbeitsfeldes für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen von besonderer Relevanz wäre. Nirgends wird der besonderen Form der Wissensvermittlung in den Geistes- und Sozialwissenschaften Rechnung getragen, die sich aus ihrer Beschäftigung mit dem menschlichen Denken und der menschlichen Gesellschaft selbst ergibt und die nicht ohne weiteres anhand der typischen Kennzahlen, wie etwa der Betreuungsrelation oder der Anzahl an Studierenden, mess- und abbildbar ist.
Vor allem aber lässt sich das Leitbild einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ nur schwerlich mit dem grundsätzlichen Wesen und der methodischen Herangehensweise der Geistes- und Sozialwissenschaften in Einklang bringen. Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zeichnen sich oft gerade dadurch aus, dass sie sich nicht immer sofort und unmittelbar verwerten lassen. Manchmal dauert es viele Jahre, bis sich die Bedeutung bestimmter Forschungs- und Lehrergebnisse offenbart. Das gilt insbesondere für viele kleinere geistes- und sozialwissenschaftliche Fachbereiche, die nach unternehmerischen Gesichtspunkten wohl nur bedingt überlebensfähig wären, aber gleichwohl von einer kaum zu überschätzenden Bedeutung für den Reichtum und die Diversität unserer gesamten Gesellschaft sind. Sie nehmen eine gesellschaftliche Reflexionsfunktion ein, die von den VertreterInnen der ‚instrumentellen Vernunft‘ nur bedingt wahrgenommen werden kann. Auch die Freiheit und der zeitliche Rahmen, einmal in die Irre zu gehen, welche für die Geistes- und Sozialwissenschaften konstitutiv sind, sind nur schlecht vereinbar mit einer auf Rentabilität getrimmten unternehmerischen Praxis. Grundlegendes kann so kaum mehr überprüft oder in Frage gestellt werden.
Die aktuellen Entwicklungen in Bayern sind Ausdruck einer nun bereits über viele Jahre andauernden und besorgniserregenden Entwicklung, im Zuge derer die Legitimation und der Nutzen von Geistes- und Sozialwissenschaften zusehend in Frage gestellt wurden. Es ist Zeit und womöglich eine der letzten Möglichkeiten, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Wir sind der Ansicht, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften notwendiger denn je sind und sie daher eine sowohl ideelle wie auch finanzielle Aufwertung verdienen.

Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 677 (537 in Bayern)


Änderungen an der Petition

at 02 Nov 2020 22:05

Es wurden Änderungen am Layout vorgenommen.


Neuer Petitionstext: **FÜR DEN ERHALT UND DIE STÄRKUNG DER GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN**
Damit geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer weiterhin bestehen und zur reichen Fächervielfalt, durch die sich die Wissenschaftslandschaft in Bayern auszeichnet, beitragen können, fordern wir als Studierende, Lehrende und Forschende in den Geistes- und Sozialwissenschaften:
**1. die Befreiung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Grundlagenforschung im Allgemeinen vom Diktat unmittelbarer und ökonomischer Verwertbarkeit.**
Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind in besonderem Maße auf Räume und Freiheiten angewiesen, in denen sie Ergebnisse diskursiv entwickeln können. Sie müssen oftmals Wege einschlagen, die zunächst nicht unmittelbar erfolgsversprechend erscheinen, um zu komplexen Ergebnissen zu gelangen und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen zu können. Der ständige Kampf um eine Finanzierung steht einem solchen Prozess diametral entgegen, was selbst für die Grundlagenforschung im Hightech- und MINT-Bereich seine Gültigkeit besitzt.
**2. eine materielle wie ideelle Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die in einem angemessenen Verhältnis zur Förderung der Hightech- und MINT-Fächer steht.**
Hightech- und MINT-Wissenschaften sind für unsere moderne Gesellschaft wichtig. Geistes- und Sozialwissenschaften sind es auch. Sie bedürfen daher einer angemessen hohen Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand, da sie nur bedingt Zugriff auf andere Förderquellen besitzen.
**3. den Erhalt wissenschaftlicher Exzellenz in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die Sicherung der Existenz von Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen.**
SozialwissenschaftlerInnen.**
Die Exzellenz, die sich Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen im Laufe ihrer Ausbildung und ihres akademischen Berufslebens erwerben, muss durch die Schaffung von verlässlichen und planbaren Berufswegen innerhalb der Wissenschaft erhalten werden, zumal der Wechsel in nicht-akademische Berufsfelder gerade für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen häufig eine existentielle Bedrohung darstellt.
**4. den Erhalt wissenschaftlicher und kultureller Vielfalt an den Hochschulen, insbesondere in Form kleiner geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer.**
Die bayerische und deutsche Wissenschaftslandschaft zeichnet sich im internationalen Vergleich besonders durch ihre Fächervielfalt aus. Vor allem die sogenannten ‚kleinen Fächer‘ bedürfen aus diesem Grund eines besonderen Schutzes, da ihre Bedeutung oft nicht nach den üblichen Kriterien größerer Wissenschaften messbar ist.
**5. eine Beurteilung der Geistes- und Sozialwissenschaften, die ihren besonderen Eigenheiten gerecht wird, nicht zuletzt im Bereich der Lehre.**
Geistes- und Sozialwissenschaften unterscheiden sich in ihren Inhalten und der methodischen Herangehensweise grundlegend von den Hightech- und MINT-Wissenschaften und dürfen daher auch nicht nach den gleichen formalen Kriterien bemessen werden. Auf Grund des besonders intensiven und höchst individuellen Betreuungs- oder Diskursverhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden sind bestimmte Kennzahlen wie etwa die Anzahl an Studierenden oder das Betreuungsverhältnis nur bedingt aufschlussreich für die Qualität der Lehre.
**FÜR UNABHÄNGIGE, VIELFÄLTIGE UND KRITISCHE GEISTES- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN.**
Eine **Kundgebung** der Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften findet am **01. Dezember 2020 um 15.00** Uhr auf dem **Odeonsplatz in München** sowie zeitgleich auf dem **Hallplatz in Nürnberg** statt.
Eine Langfassung unserer Forderungen findet sich unter folgendem Link: bit.ly/3jUbJwR
Weitere Informationen zur Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften finden sich unter: fb.me/InitiativeGuS

Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 6 (5 in Bayern)


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