19.11.2014, 17:17
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Neuer Petitionstext: Im Jahr 2011 ereigneten sich in Deutschland 2.361.457 polizeilich erfasste Unfälle. An 1/3 der erfassten Unfälle sind Fußgänger beteiligt. Dabei ist die Dunkelziffer von Unfällen mit Fußgängern hoch; diese werden oftmals nicht gemeldet - obwohl Fußgänger das schwächste Glied im Verkehr darstellen (de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenverkehrsunfall).
Viele Fußgänger geraten dabei in Gefahr, weil sie Ampelschaltungen missachten (z.B. www.derwesten.de/staedte/duisburg/motorradfahrer-stirbt-bei-unfall-mit-fussgaenger-in-duisburg-walsum-id10042978.html). Ein wichtiger Grund ist sicherlich die als unangenehm empfundene Langeweile beim Warten auf die Grünschaltung.
Ein Pilotprojekt in Hildesheim, das diese Langeweile beim Warten an roten Ampeln minimeren möchte, hat nun einen äußerst sinnvolles und auf große Resonanz stoßendes Konzept präsentiert: Die erste Ping-Pong-Ampel Pong-Ampel am Goschentor 1 wurde vor einigen Tagen aufgestellt. Das Prinzip ist einfach: Via Touchscreen steuern die Wartenden auf beiden Seiten der Ampel das allseits beliebte Spiel. Dadurch wird die Langeweile beim Warten enorm vermindert; Verkehrsunfälle wie der oben erwähnte tragische Tod eines jungen Mannes dürften damit um ein Vielfaches sinken.
Deswegen fordere ich zunächst die stadtweite Erprobung dieses Konzepts zur Unfallverhütung. Bei entsprechender Eignung soll die deutschlandweite Einführung von Ping-Pong-Ampeln. Pong-Ampeln erfolgen. Neue Begründung: Das Konzept soll sich gegen andere Maßnahmen zur Unfallverhütung behaupten. Dabei ist die Wirksamkeit einiger Maßnahmen durchaus umstritten.Radarkontrollen, denen eine generalpräventive Wirkung unterstellt wird, sind weniger effektiv, als allgemein angenommen. Dies zeigen u.A. Untersuchungen durch Karl-Friedrich Voss, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Niedergelassener Verkehrspsychologen (BNV) und Mitglied der Fachgruppe Verkehrspsychologie der deutschen Gesellschaft für Psychologie. Zum Beispiel fahren junge Leute riskant, werden aber selten geblitzt. Zitat: „Fahrer aus Altersgruppen mit einem geringen Unfallrisiko werden übermäßig mit Punkten belastet, und Fahrer mit hohem Unfallrisiko werden zu selten kontrolliert.“http://www.spiegel.de/auto/aktuell/neue-studie-zu-radarkontrollen-blitzer-verhindern-keine-unfaelle-a-816859.html
Auch der Nutzen mancher Aktionen des deutschen Verkehrssicherheitsrats können angezweifelt werden. So kann das Betrachten sogenannter "Autobahnplakate" während der Fahrt das Unfallrisiko sogar erhöhen. Die Aktion will anhand von Plakaten mit Slogans wie "Einer ist abgelenkt, vier sterben" die Sensibilität für die Gefahren im Straßenverkehr erhöhen (www.dvr.de/presse/plakate/3737.htm). Unsinnigerweise sind diese neben Autobahnen im Bundesgebiet aufgestellt.
weitere Informationen zur Pong-Ampel gibt es z.B. auf www.deutschlandradiokultur.de/street-art-ping-pong-an-der-ampel.2156.de.html?dram%3Aarticle_id=303671
www.youtube.com/watch?v=Oe3TsxVSnpg