• Petition hat zum Erfolg beigetragen

    10.07.2018 22:25 Uhr

    Zusammen mit #hwpbesetzt konnte ein Zwischenerfolg errungen werden. 10.000 € zusätzlich für zwei Semester. Danach muss weitergesehen werden...

  • Änderungen an der Petition

    10.07.2018 22:23 Uhr

    Eine Unterstützerin hat sich aufgrund Bedenken vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen nicht mehr öffentlich hier bekennen.


    Neue Begründung: UnterstützerInnen u.a.: FSR Sozialökonomie | Annelie Gebert, Dozentin für Statistik am Fachbereich Sozialökonomie (SozÖk) und Beauftragte für die Bachelor-Orientierungseinheit (OE) || Martin Dolzer, Sprecher der LINKS-Fraktion in der Hamburg. Bürgerschaft für Wissenschaft, ehem. AStA HWP | Mandy Tietgen, Wiss. Mitarbeiterin im Fachgebiet BWL am Fachbereich SozÖk | Dr. Lars Lambrecht, Prof. i.R. für Soziologie an HWP und FB SozÖk | Simone Beate Borgstede, PhD, Lehrbeauftragte, Hamburg | Dr. Thomas Dürmeier, ehem. wiss. Mitarbeiter, OE-Dozent, Geschäftsführer von Goliathwatch, Hamburg | Dr. Carsten Heinze, Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fachgebiet Soziologie der SozÖk | Franziska Hildebrandt, Vorsitzende des AStA der Uni Hamburg | Dr. Martin Sauber, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Lehre im FG VWL der SozÖk | PD Dr. Bettina Lösch, Politikwissenschaft, Universität Köln | Ulla Ralfs, Lehrbeauftragte im Fachgebiet Soziologie der SozÖk | Maura-Dell O‘Mahony, Wiss. Mitarbeiterin für English for Socioeconomics | Dr. Harry Friebel, Prof. i.R. für Soziologie an HWP und FB SozÖk | Dr. Arne Heise, Prof. für Ökonomie am FB SozÖk | Dr. Kai-Oliver Knops, Prof. für Rechtswissenschaft am FB SozÖk | Dr. Helga Milz, Prof. i.R. für Soziologie an HWP und Vorsitzende GdFF | Dr. Wolfang Menz Prof. für Soziologie am FB SozÖk | Florian Lampe, WiMi für VWL am FB SozÖk | Gianna Martini Lehrbeauftragte SozÖk
    SozÖk
    Unserer Orientierungseinheit im Bachelor Sozialökonomie soll es an den Kragen gehen. Eine Mehrheit des Fachbereichsvorstandes hat die Kürzung des aktuellen Budgets um satte 60% ab dem kommenden Semester beschlossen. Damit würde durch die Minimierung der Aufwandsentschädigung für die 24 TutorInnen die OE mittelfristig ausgeblutet werden. Offiziell werden finanzielle Sachzwänge als Begründung herangezogen. Doch der wirkliche Grund ist unserer Einschätzung nach die Angst vor einer OE, die sich nicht als Top-Down-Erziehung zu KonsumentInnen im Bachelor-Master-Supermarkt versteht. Sondern als gemeinsame Befähigung zum kritischen Eingreifen in Hochschule und Wissenschaft. Die Geschichte von Orientierungseinheiten ist eine Geschichte des Streits um die richtige Orientierung. Es geht darum, die Abhängigkeit und Veränderbarkeit der Universität als Teil der Gesellschaft zu erkennen und selbstbewusst zu gestalten, anstatt im Rahmen restriktiver Vorgaben zu „funktionieren“. Gegen die Verschulung, Vereinzelung und bloße Arbeitsmarktorientierung des Bachelor-Master-Studiums kann gerade in den Orientierungseinheiten ein solidarisches Verständnis von Bildung und Wissenschaft diskutiert und gemeinsam erarbeitet werden. Denn WissenschaftlerInnen sind keine Dienstleister, Studierende keine Kunden und Bildung keine Ware. Praktisch ist dies mit der Herausforderung verbunden, die OE so zu organisieren, dass sich Studierende kontinuierlich mit den an sie gestellten Erwartungen seitens Universität und vertraut machen und dazu Souveränität und Handlungsfähigkeit entwickeln können.
    Sozialökonomie untersucht in interdisziplinärer Vorgehensweise die Wechselwirkungen von Wirtschaft und Gesellschaft hin auf die Lösung (praxis)relevanter Probleme. Dafür braucht es eine argumentative Kultur des Hinterfragens auf Augenhöhe statt der Erziehung zu Unterwürfigkeit gegenüber „Autoritäten“. Insofern ist unsere Orientierungseinheit vor allem eine solidarisierende und aktivierende Einführung. Dafür braucht es Geschichte!
    Was genau ist der Sinn des Interdisziplinären Grundkurs? Warum gibt es im ersten Studienjahr bei uns keine Noten? Wieso studieren hier Menschen ohne Abitur? Keine dieser Fragen ist zu beantworten, ohne in die Geschichte des Fachbereichs zu schauen. Die Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) forschte gewerkschaftsnah, die Hochschulorganisation gehörte zu den demokratischsten der BRD, forschendes Lernen war in interdisziplinären Projektzusammenhängen realisiert, es gab eine vitale Kultur eigenständiger Forschung(sförderung) und unzählige Studierende entwickelten sich mit offenem Hochschulzugang jenseits vorgefertigter Bahnen. Nur die Aneignung dieser Geschichte lässt uns den heutigen Fachbereich und Möglichkeiten der Veränderung verstehen. Deswegen erarbeiten wir uns in der OE ausgiebig die konflikthafte Gewordenheit unseres Fachbereichs, diskutieren über „Sozialökonomie“, „Café Knallhart“, „Bildung statt Bologna“ und „Gemeinwirtschaft“; schauen auf die Entstehung Studentischer und Akademischer Selbstverwaltung anhand von „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“; reflektieren die Interessenkonflikte um ein „perfektes Studium“ und leben gesellschaftlich eingreifende Interdisziplinarität durch eine Podiumsdiskussion anhand brennender Fragen. Insbesondere diese Ausgestaltung des Mittwochs und Donnerstags soll nun nicht mehr sein, wenn es nach einigen Fachbereichmitgliedern geht. Faktisch soll das Kleingruppenkonzept zur Selbsterarbeitung des Studieneinstiegs transformiert werden in Power-Point-Karaoke. Das werden wir nicht akzeptieren!


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