• Änderungen an der Petition

    at 02 Apr 2014 14:00


    Neue Begründung: Im Landkreis Karlsruhe leben ca. 429.000 Menschen; nach der Neu-Genehmigung von 8 Standorten verfügt der Landkreis dann ab September 2014 über 13 GMS-Standorte. Der Landkreis Rhein-Neckar, dem Meckesheim angehört, verfügt über ca. 528.500 Einwohner, nach der Genehmigung von 3 neuen GMS-Standorten bestehen hier ab September 4 GMS. Umgerechnet kommen im Landkreis KA also 32.797 32.979 Einwohner auf eine GMS, im Landkreis RN 132.123 Einwohner auf eine einzige GMS. Dieses eklatante Missverhältnis widerspricht dem von der Landesregierung proklamierten Ziel, die neue Schulart gleichverteilt zu implementieren und insbesondere den Ländlichen Raum damit zu stärken; Letztgenannter wird vom RP Karlsruhe kaum mehr berücksichtigt. In Baden-Württemberg wurden im Februar insgesamt 20 GMS abgelehnt, davon allein 10 vom RP Karlsruhe.

    Es macht geradezu sprach- und fassungslos, dass die ungleiche Verteilung der GMS entweder niemandem von den Verantwortlichen auffällt oder dies ohne vernünftige Erklärung hingenommen wird bzw. beabsichtigt ist. Die am RP KA zu bemängelnde Genehmigungspraxis löst eine nachweisbare GMS-Unterversorgung in Nordbaden aus: Bei 2,7 Mio. Einwohnern stehen ab September nur 35 öffentliche GMS zur Verfügung (davon 13 wie gesagt allein im Landkreis KA, was für den Rest des Regierungsbezirks noch weniger GMS in der Fläche bedeutet). Im bevölkerungs- und strukturschwächeren Südbaden sind es bereits für 2,2 Mio. Menschen 38 GMS, die auch räumlich bis auf Breisgau-Hochschwarzwald gleichmäßig verteilt erscheinen. In Schwaben kommen für den Regierungsbezirk Stuttgart auf 3,96 Mio. Einwohner 91 GMS und im Regierungsbezirk Tübingen immerhin auf nur 1,8 Mio. Einwohner 48 Standorte. - Für Eltern, die ihr Kind an einer Gemeinschaftschule beschult wissen möchten und den optimalen Bildungsweg sehen, ergibt sich somit eine inakzeptable regionale Schieflage größten Ausmaßes: In einigen Landesteilen gibt es ein ordentliches Netz von GMS-Schulstandorten, in anderen Landstrichen wie dem unseren befinden sich zu wenige und daher überfüllte bzw. überrannte GMS und ansonsten GMS-Niemandsland bzw. gähnende Leere auch bereits auf der Landkarte. Diese Benachteiligung mündet bei GMS-Elternpräferenz in dem Zwang umzuziehen – obwohl es beispielsweise einen Schulstandort Meckesheim geben könnte, der beantragt, seit Jahren auf GMS pädagogisch und organisatorisch hingearbeitet und vom zuständigen SSA MA hervorragende Eignung attestiert bekommen hat. Es sei ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch die GMS im Schulgesetz verankert ist; da die einzige in der Nähe befindliche GMS (Bammental) überfüllt ist, hat das Kultusministerium die Verpflichtung, dafür Sorge zu tragen, dass auch den Kindern aus dem Raum Meckesheim/Sinsheim und Umgebung ein GMS-Angebot in zumutbarer Entfernung bereit steht. Durch die Abweisung von Meckesheim wird diese Verpflichtung (zumindest für das Schuljahr 2014/15) vorsätzlich unterlaufen.

    Schon der erste Blick auf die Regierungsbezirks-Karten der GMS-Standorte wirft die Frage auf, warum diesbezüglich mit zweierlei Maß vorgegangen wird und in einem einzigen Bundesland ein solches Gefälle entgegen aller Verlautbarungen in Kauf genommen wird. Auch warum angesichts dessen realistische und nachweisbare Gemeinden des Einzugsbereichs einer GMS Meckesheim herausgestrichen und damit mathematisch künstlich unter den vorgegebenen Schwellenwert von stabil 40 Kindern pro Jahrgang gedrückt wurden. Unsere Forderung lautet, dass die Vor-Ort-Kenntnis über aktuell schon belegbare Schülerströme nicht in dieser Weise ignoriert werden darf.

    Der engere Einzugsbereich inklusive Meckesheim selbst umfasst 15.340 Einwohner, der mit dem Schulamt bei der Regionalen Schulentwicklungsrunde ermittelte Einzugsbereich ca. 24.000 Einwohner. Interessant ist der aktuelle tatsächliche Einzugsbereich: denn dieser umfasst durch die Abstimmung der Eltern mit den Füßen bereits in unserer bestehenden, durchgehenden Ganztags-WRS-Struktur ein Gebiet mit einem Vielfachen an Ausbreitung und Einwohnern – und er kollidiert nicht mit den erkennbaren Einzugsbereichen eventueller weiterer Gemeinschaftsschulen. Eine Erklärung dafür ist sicherlich, dass sich die Meckesheimer KBS seit Jahren in Ausstattung und Methodik der Gemeinschaftsschule angenähert hat, ohne offiziell schon anerkannt zu sein.

    Eine verkehrlich sehr gut erreichbare GMS Meckesheim wäre die logische Fortentwicklung der regionalen Schullandschaft, zumal die KBS seit September 2013 bereits mit der 5. Klasse im GMS-Modus rhythmisiert unterrichtet und gegen den Trend bei WRS in Baden-Württemberg steigende Schülerzahlen aufzuweisen hat. Auch die umliegenden Gemeinden Mauer, Zuzenhausen, Eschelbronn, Lobbach und Spechbach plädieren für eine zentrale GMS in Meckesheim und unterstützen die Gemeinde Meckesheim daher pro-aktiv bei ihren Bemühungen.

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