08.07.2026, 03:40
Aktualisierungshinweis:
Dieser Petitionstext wurde aufgrund der kurzfristig vorgenommenen Änderung des geplanten Standorts in der Beschlussvorlage S 0798 ALLRIS - Vorlage, vorgelegt im Bau- und Liegenschaftsausschuss am 1.7.2026, angepasst.
Die grundsätzliche Forderung bleibt unverändert: Ja zur Feuerwache Ost – aber nicht auf dem Inselareal in Eutingen.
Nachdem zunächst der Sportplatz des Turnverein Eutingen vorgesehen war, soll nach aktuellem Stand nun der Dreschplatz als Standort weiterverfolgt werden. Für uns ändert dieser Wechsel nichts: Das Inselareal ist für eine Feuerwache dieser Größenordnung der falsche Standort.
Neue Begründung:
Das Inselareal Eutingens ist gewachsener Mittelpunkt sowie zentraler Entwicklungs- und Begegnungsraum. Mit Schule, Kindergärten, Schwimm- und Turnhalle, Jugendraum, Vereinsflächen, Altes E-Werk, Tagesklinik, religiösen Angeboten, Parkierungs-Park- und Grünflächen sowie Freizeitbereiche wird es intensiv für Bildung, Sport, Begegnung, Kultur, Integration und gesellschaftliches Leben genutzt.
Eutingen braucht diese Flächen für seine Zukunft. Seit Jahren bestehen wichtige Bedarfe: Sporthalle für Schule und Vereine, benötigte Schulerweiterung, Jugendarbeit, Grün- und Bewegungsflächen, Naherholung, Sanierung des Mehrzweckgebäudes mit Bauhof und bisheriger Feuerwehrnutzung, sowie das geplante Nahwärmekonzept der SWP mit Technikzentrale von ca. 400 m² hinter der Schule Nähe Flusskraftwerk. Das Inselareal ist also keine freie Reservefläche.
Die bisherigen Planungen stellen vor allem die Frage, wie die Feuerwache Ost auf dem Inselareal untergebracht werden kann. Zu kurz kommt dabei, welche Bedeutung diese Flächen heute für Eutingen haben und welche Bedürfnisse dort künftig bestehen.
Eine Feuerwache dieser Größenordnung bindet den begrenzten Raum dauerhaft, dämmt andere Entwicklungsmöglichkeiten auf der Insel erheblich ein und ist eine Investition für Jahrzehnte. Nach den Planungsgrundlagen hat sie einen erheblichen Flächenbedarf. Sowohl Sportplatz als auch Dreschplatz wären durch eine Wache vollständig gebunden. Es bliebe kaum Raum für andere Nutzungen – und auch für die Feuerwache selbst keinen Entwicklungsspielraum. Künftige Anforderungen, Erweiterungen, Reserveflächen und veränderte Einsatzstrukturen müssen von Anfang an berücksichtigt werden.
Das Obere Wörth gehört zum Gesamtzusammenhang: Bolzplatz, Spielplatz, Tischtennis, Calisthenics-Anlage, Grünflächen und Enztalradweg schaffen Aufenthaltsqualität für viele Generationen. Schon früher sind bereits Sportflächen in Eutingen weggefallen. Eutingen braucht mehr Raum für Sport, Schule, Vereine, Bewegung und Begegnung – nicht weniger.
Da die Vorlage auch einen möglichen späteren 24/7-Betrieb der Berufsfeuerwehr vorsieht, darf die Standortentscheidung nicht nur am heutigen Einstiegsbetrieb ausgerichtet werden. Dauerhafte Nutzung, Einsatzverkehre, Lärm, Parkierung, Erweiterungsbedarf und Auswirkungen auf das Umfeld müssen ebenso bewertet werden. Auch mögliche Veränderungen für die Freiwillige Feuerwehr Eutingen müssen transparent geklärt werden und dürfen nicht nur als Standortargument dienen.
Auch wasserrechtliche Fragen müssen offen und vergleichbar bewertet werden. Wenn Alternativstandorte wegen Bedenken zurückgestellt werden, müssen auch für das Inselareal konkrete Risiken, Rahmenbedingungen und Schutzmaßnahmen dargestellt werden. Die Inselstandorte liegen in einer Wasserschutzzone IIIB und sind von Enz und Mühlbach umgeben. Bei einer Wache mit Betriebstankstelle und wassergefährdenden Stoffen braucht es an jedem Standort ein nachvollziehbares und wahrscheinlich gleichwertiges Schutzkonzept für das Wasserschutzgebiet der Zone IIB und IIIB des Enztals.
Zusätzlich sind Verkehr und Klimaresilienz entscheidend. Die Georg-Feuerstein-Straße ist bereits heute durch Schule, Kindergärten, Anwohnerverkehr sowie Bring- und Abholsituationen belastet; wichtige Schulwege verlaufen dort ebenfalls. Da die Feuerwache ein größeres Einsatzgebiet als heute abdecken würde, ist mit zusätzlichem Einsatzverkehr zu rechnen. Als kritische Infrastruktur muss sie auch bei Starkregen, Hochwasser, Extremwetter, Verkehrsbehinderungen oder Krisenlagen erreichbar und einsatzfähig bleiben. Das Inselareal liegt in Tallage und ist nur über Brücken erreichbar.
Auch die Bewertungsgrundlage der Alternativstandorte muss überprüft werden. Es reicht nicht aus, andere Flächen teils mit Bedenken, Risiken oder Schwierigkeiten zu beschreiben. Entscheidend ist, ob eine Realisierung tatsächlich unmöglich oder rechtlich ausgeschlossen ist – oder ob sie lediglich schwieriger, teurer oder zeitaufwendiger wäre. Die Bewertungsmatrix und die -methodik wirft insbesondere dann Fragen auf, wenn kurzfristige Realisierbarkeit und städtische Verfügbarkeit stärker gewichtet werden als langfristige Standortqualität, Entwicklungsspielraum und Zukunftsfähigkeit.
Eutingen braucht vor einer Standortentscheidung ein verbindliches Gesamtkonzept für das Inselareal. Es muss zeigen, wie Schule, Sporthalle, Jugendraum, Kindergärten, Vereine, Grünflächen, Naherholung, Parkierung, Verkehr, Mehrzweckgebäude, Bauhof, Nahwärme und weitere Entwicklungsmöglichkeiten dauerhaft gesichert werden.
Wir fordern deshalb, die Planung einer Feuerwache Ost auf dem Inselareal nicht weiterzuverfolgen und alternative Standorte außerhalb des Inselareals transparent, nachvollziehbar, belegbar und zukunftsorientiert zu prüfenprüfen.
Wir sagen daher:
- Ja zu einer starken Feuerwehr!
- Ja zu einer zukunftsfähigen Feuerwache Ost!
- Aber nein zu einer Feuerwache auf dem Inselareal!
- Ja zur Prüfung alternativer Standorte abseits des Inselareals!
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 520 (405 in Pforzheim)