openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close

Kurzlink

  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    11-02-16 02:24 Uhr

    Pet 3-18-10-789-017086

    Jagdwesen
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 28.01.2016 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte. Begründung

    Die Petentin fordert eine ganzjährige Schonzeit für Füchse.
    Sie führt aus, dass die „Jagdlobby“ das Töten von Füchsen früher mit dem Erfordernis
    begründet hätte, dass Tollwut ausgerottet werden müsse. Wissenschaftliche Studien
    hätten solche Maßnahmen jedoch als unwirksam festgestellt. Durch großflächige
    Impfmaßnahmen gegen Tollwut seien große Erfolge erzielt worden. Ein Verbot des
    Tötens sei daher erforderlich.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 170 Mitzeichnende haben das
    Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner
    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu dem Anliegen darzustellen. Die Prüfung des Petitionsausschusses hatte unter
    Berücksichtigung der seitens der Bundesregierung dargestellten Aspekte das im
    Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Der Fuchs findet in unserer Kulturlandschaft das ganze Jahr über beste
    Nahrungsbedingungen vor. Die Ernährung stellt daher keinen limitierenden Faktor für
    seine Bestandsentwicklung dar. Auch die Tollwutimpfung hat einen positiven Einfluss
    auf den Fuchsbestand, indem sie biologische Regulatoren bei Überpopulationen außer
    Kraft setzt.
    Nach den Ausführungen der Bundesregierung besiedeln Füchse überall dort, wo die
    Verfügbarkeit von Nahrungsressourcen gegeben ist, wo Deckungsmöglichkeiten am
    Tag bestehen und die Möglichkeit zur Anlage von Wurfbauen gegeben ist,
    verschiedenartige Lebensräume. Dies betrifft auch Siedlungen und großstädtische

    Metropolen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Fuchsdichte von
    der Offenlandschaft über Dörfer und Kleinstädte bis in die Großstadt mit bis zu
    16 Altfüchsen pro km² kontinuierlich zunimmt. Bei überhöhten Fuchsbeständen
    bleiben selbst großflächige Lebensraumverbesserungen zur Steigerung der
    Population vor allem von geschützten Vogelarten oft wirkungslos.
    Der Einfluss von so genannten Beutegreifern wie dem Fuchs ist entscheidend für die
    Populationsentwicklung vor allem von auf dem Boden wohnenden und zum Teil
    geschützten Wiesenbrütern und Küstenvögeln.
    Nach den Ausführungen der Bundesregierung ist es nach heutigem Erkenntnisstand
    ökologisch, naturschutzfachlich und ökonomisch ein dringendes Erfordernis, den
    Fuchsbestand angemessen zu regulieren. Eine flächendeckende Bejagung ist daher
    zur Bestandsregulierung erforderlich. Dies ergibt sich daraus, dass in unserer dicht
    besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft insbesondere die natürlichen
    Selbstregulierungsmechanismen nicht mehr funktionieren. Selbst in Nationalparks
    wird das Wild nicht der Selbstregulierung überlassen, sondern auch dort ist eine
    Bejagung oftmals aus Gründen der Selbstregulierung vorgeschrieben und notwendig.
    Der Petitionsausschuss unterstützt die Forderung der Petentin daher nicht. Er
    empfiehlt, das Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen nicht entsprochen
    werden konnte.Begründung (pdf)