06.10.2026, 12:23
Dieses Protokoll geht an die Stadt Bielefeld (Fotos aus DSGVO Gründen nicht angefügt)
Datum: 06.10.2026
17:21 Uhr
Erfreulicherweise wurde heute tatsächlich eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Eingesetzt wurde hierfür ein Messfahrzeug. Aber so langsam fühle ich mich verschaukelt.
Grundsätzlich ist eine solche Geschwindigkeitsmessung an dieser Stelle absolut sinnvoll und ausdrücklich zu begrüßen. Beim heutigen Zeitpunkt muss man sich allerdings schon die Frage stellen, wer diesen für besonders geeignet gehalten hat.
Ausgerechnet heute findet in Bielefeld das U21-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft statt. Der Bielefelder Westen ist entsprechend mit Autos verstopft und das Verkehrsaufkommen außergewöhnlich hoch. Aufgrund des erheblichen Verkehrsaufkommens und der daraus entstandenen Staus war es über weite Strecken überhaupt nicht möglich, schneller zu fahren. Teilweise bewegte sich der Verkehr lediglich in Schrittgeschwindigkeit.
Wie außergewöhnlich die Verkehrssituation heute war, zeigt auch das beigefügte Foto. Bei dem weißen Fahrzeug handelt es sich um das Fahrzeug zur Geschwindigkeitsmessung. Die beiden anderen abgebildeten Fahrzeuge mussten sich aufgrund der sehr engen Straßenverhältnisse in der Schloßhofstraße langsam aufeinander zubewegen beziehungsweise aneinander vorbeifahren, um eine Kollision zu vermeiden. Bei einem derart hohen Verkehrsaufkommen sind die Fahrer*innen schon aufgrund der Verkehrssituation gezwungen, ihre Geschwindigkeit erheblich zu reduzieren.
Genau darin liegt aus meiner Sicht das Problem der heutigen Messung: Wenn deutlich weniger Verkehr herrscht und die Straße entsprechend frei ist, besteht wesentlich eher die Möglichkeit, stark zu beschleunigen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten. Aufgrund des U21-Länderspiels, des außergewöhnlich hohen Verkehrsaufkommens und der daraus resultierenden Staus waren die Bedingungen heute jedoch genau umgekehrt. Wer zu schnell fahren wollte, dürfte bereits am Verkehr gescheitert sein.
Eine Geschwindigkeitsmessung an dieser Stelle ist ausdrücklich zu begrüßen. Wenn das Ziel allerdings darin besteht, die tatsächliche Geschwindigkeitsproblematik in der Schloßhofstraße zu erfassen, sollte die Messung auch zu Zeiten stattfinden, zu denen Autofahrer überhaupt die Möglichkeit haben, deutlich zu schnell zu fahren. Wie bereits in meiner vorherigen Nachricht vorgeschlagen, wären hierfür beispielsweise ein Freitagabend oder ein Samstag beziehungsweise andere Zeiten am Wochenende mit geringerem Verkehrsaufkommen wesentlich aussagekräftiger.
Die heutige Kontrolle war daher sicherlich gut gemeint. Angesichts der konkreten Verkehrssituation bleibt für mich allerdings die Frage, welchen tatsächlichen Erkenntnisgewinn eine Geschwindigkeitsmessung an einem Tag bringt, an dem der Verkehr ohnehin über weite Strecken nur langsam beziehungsweise in Schrittgeschwindigkeit vorankommt.