• Änderungen an der Petition

    at 27 Apr 2021 08:36

    Die Petition wurde lediglich um weitere Gesichtspunkte, die Kindergartenkinder und Erstklässler betreffend, zur Berücksichtigung auch dieser Altersgruppe, ergänzt.


    Neuer Petitionstext:

    Vor über einem Jahr wurden die Schulen das erste Mal geschlossen. Seitdem herrscht nach einer kurze Phase des "normalen Unterrichts" im Spätsommer/Herbst letzten Jahres je nach Bundesland und Inzidenz ein Wechsel zwischen Distanz- und Wechselunterricht. Und das wird vermutlich auch noch eine Weile so bleiben. Das Homeschooling funktionierte anfangs vielerorts nicht reibungslos und viele Eltern von schulpflichtigen Kindern jonglieren nach wie vor zwischen dem schlechtem Gewissen, die Kinder sich selbst zu überlassen oder wieder einen Krankentag zu beantragen. Von der kräftezehrenden Aufgabe, die Kinder zu motivieren und sich mit dem Schulstoff auseinanderzusetzen einmal ganz abgesehen. Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sie nicht unterstützen können, müssen sich allein organisieren und strukturieren. Lehrkräfte müssen permanent abwägen, wieviel Stoff sie ihren Schülerinnen und Schülern zutrauen können. Wie hoch darf der Anteil an Neuem sein, ohne sie zu überfordern und wie schafft man es trotzdem, irgendwie noch den Lehrplan des jeweiligen Schuljahres durchzubringen.

    Seitens der Politik fehlt es dabei an Perspektiven und die Befürchtung ist groß, dass die Umstände, unter denen die Schülerinnen und Schüler ein Jahr lernen mussten, ganz schnell vergessen werden, wenn Corona nicht mehr unser Leben bestimmt.

    Leistungsstandserhebungen sind schön und gut, aber welche Konsequenzen folgen daraus?

    Es kann auch nicht die Lösung sein, dass Schülerinnen und Schülern angeboten wird, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen. Abgesehen von der nahezu unmöglichen Organisation werden sie nach einem anstrengenden Jahr dann auch noch aus ihrem Klassenverband genommen, von ihren Freunden getrennt und müssen sich auf neue Lehrkräfte einstellen.

    Nach vielen Gesprächen mit Lehrerinnen und Eltern kamen wir alle mehr oder weniger zu einem Schluss: Die Kinder brauchen mehr Zeit!

    Mehr Zeit würde es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, den Stoff noch einmal in Ruhe zu erarbeiten. Defizite können ausgeglichen, Versäumtes nachgeholt werden.

    Den Lehrkräften würde der Druck genommen, den Lehrplan irgendwie noch abzuarbeiten, um nicht zu viel Ausgelassenes mit in das nächste Schuljahr zu nehmen. Sie könnten sich zudem intensiver um die Schülerinnen und Schüler kümmern, die im Homeschooling Schwierigkeiten hatten.

    Auch gute Schülerinnen und Schüler können davon profitieren. Bleibt den Lehrkräften mehr Zeit für die Vermittlung des Stoffes, sind auch mehr Kapazitäten für die zusätzliche Förderung der starken Schülerinnen und Schüler frei.

    Eltern müssten sich keine Sorgen mehr darüber machen, ob ihr Kind oder ihre Kinder noch mithalten können. Ob sie alle Aufgaben erledigt haben oder an allen Online-Meetings teilgenommen haben. Oder ob sie das und die nächsten Schuljahre schaffen werden.

    Da die Erstklässler ebenfalls erst im Januar eingeschult würden, käme es in den Grundschulen nicht zu einer Überschneidung zweier Jahrgänge, wie es bei der auch diskutierten Wiederholung des Schuljahres für alle der Fall wäre. Für viele wäre der spätere Schuleinstieg sicherlich auch von Vorteil, da aufgrund der Notbetreuung in vielen Kitas kein Vorschulunterricht möglich war und viele Kinder seit über einem Jahr nur unregelmäßig die Kita besuchen konnten. So wären noch ein paar Monate Zeit, um sich wieder an einen normalen Kitaalltag zu gewöhnen und auf die Schule vorbereitet zu werden. Eltern könnten von staatlicher Seite über einen Kinderbonus für die Zeit, die ihre Kinder länger in der Kita verbringen, unterstützt werden.

    Mit einer flexiblen Gestaltung des Stichtages des Geburtsdatums, das für den Schuleintritt relevant ist, könnte man eine zu große Überbelegung der kommenden ersten Jahrgänge verhindern. Sie wären dann zwar jeweils stärker, das zusätzlich benötigte Personal bzw. die Räumlichkeiten wären aber ebenfalls nicht in dem Maße notwendig, wie bei einer Wiederholung für alle bzw. ein zusätzliches Schuljahr an den weiterführenden Schulen. Vermutlich wird auch das freiwillige Wiederholen bzw. werden die Schüler, die aufgrund der nicht erreichten Noten das Schuljahr in den nächsten Jahren wiederholen müssen, zusätzliches Personal erfordern.

    Die weiterführenden Schulen hätten zudem vier bzw. sechs Jahre Zeit, um sich auf die stärkeren Jahrgänge vorzubereiten.

    Weitere Lockdowns würden den Druck nicht zusätzlich erhöhen, da ein zeitlicher Puffer geschaffen wird.

    Daher möchte ich mich dafür einsetzen, dass das Schuljahr 2020/21 bis Dezember 2021 und das Schuljahr 2021/22 bis zum Sommer des Jahres 2023 verlängert wird.

    Mir ist bewusst, dass das eine große organisatorische Leistung ist, aber ich glaube, die Vorteile würden dabei ganz klar überwiegen.

    Und letzten Endes sollte unser Ziel nicht sein, unsere Kinder möglichst früh dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen zu können, sondern sie möglichst gut darauf vorzubereiten.


    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 12 (12 in Deutschland)

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