• Petition in Zeichnung - Zeitungsbericht

    at 11 May 2020 08:04

    Zeitungsbericht im Erdinger Anzeiger vom 11.05.2020

    „Gigantischer Aufwand für ein kleines Ergebnis“

    Auch in den südlichen Erdinger Ortsteilen Bergham, Aufhausen, Altenerding und Itzling lehnen die Bürger einen Hochwasserschutz mittels Mauern und Deichen ab, sehen aber auch das Konzept für die Gräben kritisch, für die nicht das Wasserwirtschaftsamt, sondern die Stadt Erding verantwortlich ist.

    Bergham – Die Bürgerinitiative „Naturnaher Hochwasserschutz Erding“ sorgt sich nicht nur wegen der hohen Welle, die eine Flut mit sich brächte, sondern auch vor der Veränderung des Grundwasserzustroms.

    Die Sprecher der BI, Martin Reslmeier und Markus Auerweck, schlagen stattdessen einen naturnaheren Rückhalt der Gewässer dritter Ordnung vor, besagte Gräben. „Selbstverständlich befürworten auch wir den Hochwasserschutz. Allerdings gibt es Lösungen mit dezentralen Rückhaltemöglichkeiten, die sich besser in die Natur und das Ortsbild einfügen.“ Die BI hofft „auf eine Unterstützung des Wasserwirtschaftsamts, damit die von uns bevorzugten, naturnaheren Varianten umgesetzt werden können“, heißt es in dem Papier.
    Furcht vor zwei überdimensionierten Rückhaltebecken

    Das Konzept des linearen Hochwasserschutzes wird äußerst kritisch gesehen. Die Ortsteile Bergham und Aufhausen sind laut BI doppelt betroffen: zum einen mit dem Rückhaltebecken für die Sempt und zum anderen mit den „zwei überdimensionierten Rückhaltebecken“ für die Gräben mit je zirka 20 000 Kubikmeter Fassungsvermögen.

    Gleich dreifach betroffen wäre Altenerding mit einem 600 Meter langen Damm entlang der Bundesstraße B 388, der Umleitung des Neuhauser Grabens zum Altwasser und den Mauern entlang der Sempt.

    „In Itzling soll sogar ein Rückhaltebecken an der Therme mit 70 000 Kubikmeter entstehen“, so die BI. Das Ingenieurbüro Björnsen hat die Vorplanung für die Gewässer dritter Ordnung für die Stadt Erding erstellt. „Diese Vorplanung fordert vier riesige Hochwasserrückhaltebecken mit Dämmen, die etwa 4,5 Meter hoch und 25 Meter breit sind.“
    Damm mit über 500 Meter Länge in Bergham

    In Aufhausen hätte dieser Damm eine Länge von einem halben Kilometer. „Dies ist nicht nur unschön für das Ortsbild, sondern auch gefährlich“, schreiben die BI-Vertreter. „Sollte das Becken gefüllt sein, besteht die Gefahr eines Dammbruchs und somit auch einer Sturzflut, die sich auf einmal über die Ortschaft ergießen würde“. Die Anlieger befürchten „die Veränderung des Grundwasserspiegels und somit ein eventuelles Anheben ganzer Gebäude“.

    Alleine 15 Millionen Euro würden Bau und Unterhalt der vier Rückhaltebecken kosten. Der Grunderwerb sei hier noch nicht eingerechnet. Der Hochwasserzulauf von Neuhauser, Itzlinger, Aufhauser und Wiesengraben betrage in Summe neun Kubikmeter pro Sekunde, der für die Sempt 90.
    Droht erneut jahrelange Verzögerung?

    „Dieser Ausbau ist mit 20 Millionen Euro in der linearen Variante veranschlagt“, schreibt die BI. Im Verhältnis würden so für nur ein Zehntel des Wassers viel höhere Kosten entstehen. Das Fazit der BI: „Ein gigantischer Aufwand für ein kleines Ergebnis.“ Ziel der BI sei, im „Dialog mit Stadt und Wasserwirtschaftsamt eine gemeinsame, für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden“. Die aktuellen Planungen dürften nicht ins Planfeststellungsverfahren eingehen. Hitzige Debatten und lange Gerichtsverfahren wären die Folge, was den Hochwasserschutz über Jahre verhindern würde. Infos unter www.hochwasserschutzerding.de.

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