25.06.2026, 03:49
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Bürgerinitiative gegen Big Data und Big Energy am Abbachhhof.
Der Gemeinderat hat am Dienstag leider entschieden, das Projekt Rechenzentrum weiterverfolgen zu wollen.
Nach langer Diskussion wurde mit 15 zu 6 Gegenstimmen der Firma IGNIS die Zustimmung zum Reifegradverfahren gegeben. Es wurde deutlich, dass die Entscheidung vielen enorm schwer gefallen ist und noch viel Unsicherheit und Unklarheit bezüglich des Projekts herrscht, da die Firmen TenneT und IGNIS der Gemeinde eine viel zu kurze Frist für die Entscheidung gesetzt haben und undurchsichtig und sparsam mit Informationen sind.
Die Zustimmung bedeute aber nicht, dass die Gemeinde nicht nochmal die Möglichkeit hätte, aus dem Verfahren auszusteigen, verspricht Herr Koch. Dazu habe er sich eingehend rechtlich beraten lassen. Er versprach den Gemeinderäten und anwesenden Zuhörern dass er, wenn sich zeigen sollte, dass die Nachteile durch das Rechenzentrum überwiegen, also z.B die Trinkwasserversorgung gefährdet wäre, jederzeit die Reißleine ziehen könne und auch wird.
Wir werden ihn beim Wort nehmen!
Zur Erklärung: das Rechenzentrum mit 300MW Leistung hat einen Stromverbrauch von 2.628.000 MWh jährlich. Zum Vergleich: Gemeindegebiet Wenzenbach verbraucht 20.346 MWh jährlich ( Quelle Energieatlas Bayern) Das Rechenzentrum wird also bereits bei 70% Auslastung 93x soviel Strom brauchen, wie gesammt Wenzenbach oder anders gesagt, rund 500 GWh mehr als die Stadt Regensburg.
Außerdem verursacht es annähernd dieselbe Abwärme, wie es Leistung hat und muss daher ständig gekühlt werden, damit die Server nicht heiß laufen. Dies wird entweder mit Wasser oder über die Luft erfolgen. Falls mit Wasser gekühlt werden soll, ist fraglich, wo diese riesigen Mengen Wasser mitten in Wenzenbachs Wasserschutzgebiet herkommen sollen.
Das Rechenzentrum wird sehr laut sein, "so laut wie eine Bundesstraße" war der Vergleich der Klimareferentin der Gemeinde, und die gesammte Umgebungstemperatur wird um ca 1°C angehoben. Dies klingt vielleicht wenig, denken Sie aber an die enormen Auswirkungen von 2°C globaler Klimaerwärmung. Diese eine Firma wird hier in Wenzenbach lokal immense Auswirkungen auf die Natur das Klima und die Wasserversorgung haben. Auch der umgebenden Wald wird leiden unter noch verstärkter Trockenheit und Hitze.
Es wird energetisch so sein, als wäre nochmal eine Stadt der Größe Regensburgs zwischen Zeitlarn und Wenzenbach.
Noch ist nicht alles verloren, noch kann der Gemeinderat umgestimmt werden umso wichtiger ist es nun, die Öffentlichkeit zu informieren, eingehend zu recherchieren, die Risiken fundiert darzulegen um gegen die verlockende Hoffnung von Millionen Gewerbesteuereinnahmen, gute Argumente vorbringen zu können, um deutlich zu machen, dass unsere Lebensgrundlagen Boden, Luft und Wasser selbst mit Millionen nicht mehr zurückgekauft werden können wenn sie einmal verbraucht sind.
Was das einzige positive Argument für das Rechenzentrum angeht, die erhofften Einnahmen für die Gemeinde wurde in der Ratssitzung eingeräumt, das bisher unklar ist wie hoch diese ausfallen werden und auch ob die Firma überhaupt zu einer Besteuerung verpflichtet werden könnte, die das in Wenzenbach produzierte "Produkt" besteuert, also die gespeicherte Daten im Rechenzentrum und nicht die Arbeitsplätze, da diese nur wenig einbringen würden.
Sie sehen, wir haben als 5. Gewalt der Öffentlichkeit noch einiges an Arbeit vor uns, wenn wir dieses Mammutprojekt stoppen wollen.
Wir müssen jetzt am Ball bleiben. Ist der Flächennutzungsplan erst geändert, ist nach dem Gesetzesentwurf von 27.Mai 2026 BauGB Upgrade 2026 nichtmal mehr ein Bebauungsplan nötig, da Rechenzentren dann als priviligierte Bauten ausgelegt werden können.
So gäbe es für die Gemeinde dann keine Handhabe mehr, das Projekt zu stoppen, wie bisher erhofft.
Jede Hilfe ist willkommen, alle Ideen werden gehört, jeder darf sich bei uns in der Bürgerinitiative einbringen.
Wir laden ganz herzlich alle Interessierten und Engagierten ein, diesen Sonntag (den 28.06.) ab 18:00 zu einem informellen Planungstreffen zum Abbachhof zu kommen.
Wir möchten mit euch picknicken und Pläne schmieden, wie wir den Protest gegen diese gewaltige Naturzerstörung auf die Straße und in die Medien bringen können.
Wir möchten euch Kennenlernen und weiter aktive Mitglieder für die Bürgerinitiative gewinnen, denn es geht um viel, da braucht es viele Unterstützer.
Sie können sich vor Ort ein Bild von der Schönheit der durch das Rechenzentrum gefährdeten Natur machen und die denkmalgeschützte Kirche des Abbachofes besichtigen.
PS: Bringen sie bitte wegen der Hitze bitte ausreichend Getränke und Sonnenschutz mit und eine kleinigket fürs Picknick wenn sie Lust haben mit uns zu tafeln.
Es freuen sich auf ein Kennenlernen die Aktiven der Bürgerinitiative gegen Flächenfraß durch Energie- und Datenkonzerne im Landkreis Regensburg
Sowie die Anwohner vom Abbachhof