NEIN zum Entfernen des Taubenhauses Lampertshof in Saarbrücken !

Petition richtet sich an
Oberbürgermeister Uwe Conradt / Unternehmen: Q-Park Operations Germany GmbH & Co. KG

5.548 Unterschriften

Sammlung beendet

5.548 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet 24.02.2026
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Neuigkeiten

17.04.2026, 05:44

Liebe Unterstützende,

die Saarländische EU-Abgeordnete Manuela Ripa von der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP)
hat in einem Schreiben an die Q-Park Gmbh, die Wichtigkeit des Erhalts des Taubenhauses Lampertshof betont und die Beteiligten zu einer tragfähigen und tierschutzgerechten Lösung aufgefordert:

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich die aktuelle Diskussion um das Taubenhaus im Parkhaus Lampertshof in Saarbrücken.
Hierzu haben mich auch die sehr engagierten Mitglieder des Stadttaubenvereins Saarbrücken kontaktiert. Ihnen zufolge ist im Zuge geplanter Sanierungsmaßnahmen eine Entfernung des dort seit über 20 Jahren bestehenden Taubenhauses geplant. Dass das Thema auf ein größeres öffentliches Interesse stößt, zeigt die eingereichte Petition mit mehreren tausend Unterstützenden deutlich.
Das Taubenhaus ist ein zentraler Bestandteil des Saarbrücker Stadttaubenmanagements nach dem sogenannten „Augsburger Modell". Es ermöglicht eine kontrollierte und artgerechte Versorgung der Tiere, eine tierschutzgerechte Regulierung der Population sowie eine Verbesserung der Stadthygiene. Aktuell wird die Anlage von mehreren hundert Tieren genutzt und erfüllt damit eine wichtige Funktion für Mensch und Tier gleichermaßen.
Eine Entfernung an dieser Stelle würde nicht nur erhebliche tierschutzrechtliche Fragen aufwerfen, sondern auch praktische Probleme nach sich ziehen, da sich die Tiere über 20 Jahre an diesen Platz gewöhnt haben. Durch den Abbau des Taubenhauses wären die Stadttauben „sich selbst überlassen“, was tierschutzrechtlich einer "Aussetzung" gleichzusetzen ist. Alle Stadttauben sind Nachkommen von verwilderten Haus- und Zuchttauben und sind deshalb nicht in die Kategorie "Wildtiere" einzustufen - Stadttauben sind also keine Wildtiere! Eine Aussetzung hätte durch die Standorttreue der Tauben einen unkontrollierbaren Populationsanstieg vor Ort zur Folge, was sich nachteilig auf die Stadthygiene und den Infektionsschutz auswirken würde - eine Verelendung wäre die unwiderrufliche Folge. Das Resultat wäre ein sog. Taubenhotspot, der in aller Regel auch Bürgerbeschwerden auf die Tagesordnung rufen würde. Dies widerspräche ganz und gar dem öffentlichen Interesse und den Interessen der Stadtverwaltung.
Darüber hinaus hat der Umgang mit diesem Thema auch eine klare Außenwirkung. Ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit urbanen Tieren wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung wahrgenommen. Der Erhalt des Taubenhauses könnte somit auch ein positives Signal für das Engagement Ihres Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit und Tierschutz darstellen.
Übrigens setze ich mich auch auf europäischer Ebene für nachhaltige und tierschutzgerechte Lösungen im Umgang mit Stadttauben ein. In diesem Zusammenhang habe ich einen Antrag für das Pilotprojekt „Unterstützung von Kommunen für das Zusammenleben mit und das bessere Management von in Städten lebenden (Wild-)Tieren“ eingereicht. Ziel dieses Projektes ist es, praxistaugliche Ansätze zu entwickeln, die Konflikte reduzieren und gleichzeitig das Tierwohl stärken, etwa durch betreute Taubenschläge als sichere Nist- und Rückzugsorte. Taubenhäuser sind in diesem Zusammenhang ein unverzichtbarer Bestandteil, um das Zusammenleben von Menschen und Tieren in Städten effektiv, tierschutzfreundlich und konfliktfrei zu gestalten. 
Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie höflich, die Entscheidung zur Entfernung des Taubenhauses nochmals zu überdenken und gemeinsam mit der Stadt sowie den beteiligten Initiativen nach einer tragfähigen Lösung zu suchen, die sowohl den Anforderungen der Sanierung als auch dem Tierschutz gerecht wird.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe auf eine verantwortungsvolle Entscheidung. Gerne stehe ich Ihnen auch in meiner Funktion als Mitglied des Europäischen Parlaments und Vizepräsidentin der Tierschutzgruppe des Europäischen Parlaments als Ansprechpartnerin für Fragen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Manuela Ripa, MdEP


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