Region: Berlin
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NICHT SCHON WIEDER ... das Kindertheater retten

Petition is addressed to
Sarah Wedl-Wilson, Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Stefan Evers, Senator für Finanzen und an Bürgermeister Kai Wegner

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  1. Launched June 2025
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01/09/2026, 08:30

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer des FELD-Theaters,

wir bedanken uns herzlich für Eure Unterstützung. Die Unterschriften sind übergeben und der Senat hat auch aufgrund der Petition Kontakt zum FELD-Theater aufgenommen.

Und wir haben: Eine gute und eine schlechte Nachricht:

Zuerst die gute Nachricht:
Durch die Korrekturen im Berliner Haushalt für 2026 ist die finanzielle Not im Kulturbetrieb deutlich abgeschwächt. Die Kürzungen fielen geringer aus als zu Beginn der Haushaltsberatungen.
Als kleiner Tropfen auf den heißen Stein kann auch die Unterstützung der BVV des Bezirks Schöneberg-Tempelhof angesehen werden: In einem Schreiben an die Senatskulturverwaltung hatte der Bezirk darauf hingewiesen, dass die Region Schöneberg Nord seit dem Wegzug des „Theaters Strahl“ als ‚kulturell unterversorgt‘ gelten muss. Jetzt kann das FELD-Theater auch Fördermittel aus dem KIA-Programm einwerben. Es handelt sich um Prämien von max. 1.700 Euro pro Aufführung.
Aus der Zusammensetzung all dieser Mittel und unterstützt durch den Theaterpreis des Bundes aus 2024, ist für dieses Jahr eine annähernd reguläre Programmplanung möglich.

Und jetzt die schlechte Nachricht:
Die große Freude wurde leider getrübt und hat uns gehörig aufgeschreckt: Es gibt einen Briefwechsel zwischen Cerstin-Ullrike Richter-Kotowski (CDU), Staatssekretärin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Abgeordneten Peer Mock-Stümer, Vorsitzender im Ausschuss für Kultur, Engagement- und Demokratieförderung vom 17. Dezember 2025. Es geht um die wirtschaftliche Situation des FELD-Theaters. Darin wird auch eine Konfliktsituation mit dem Eigentümer der Immobilie des FELD-Theaters erwähnt. Er wolle den bis 2029 laufenden Mietvertrag mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) nach aktuellem Stand nicht verlängern und das Haus anderweitig nutzen.

Damit stellt er sich jedoch gegen das öffentliche Interesse. Das Haus und das einmalige Umfeld haben die Anwohner 1984 bis 1992 mit Hilfe des Architekten Hinrich Baller hart erkämpft: Das Ergebnis: eine Kita mit Turnhalle, ein kleiner Park mit großem Spielplatz – dazu ein Kulturangebot für Kinder – Umbau der Remise zur Theaternutzung mit einer Freifläche für die Allgemeinheit. Ohne das Bürgerengagement sähe die Ostseite des Platzes aus wie die Westseite gegenüber: Eine monotone Randbebauung mit tristen 80er Jahre Zweckbauten, ohne Kita, ohne Theater, und keine geschützte Grünfläche davor, nichts ...
2012 lief der 20jährige Mietvertrag aus. Der Senat lehnte den Eigenerwerb ab. Es ging um etwa 800.000 Euro. Ende Dezember 2013 wurde die Spielstätte an einen Privatinvestor verkauft. Dabei unterlief der Verwaltung ein schwerwiegender Fehler: Sie versäumte die Sicherung des Gebäudes als „Spielstätte“. Sonst wäre der dauerhafte Erhalt des Theaters schon damals gelungen.
Die Folgen waren fatal: Der neue Eigentümer kündigte dem Theater unverzüglich.
Erst nach langen zähen Verhandlungen hatte der Senat – auch mit der Unterstützung von fast 16.000 Unterschriften der Petition „Rettet das Theater am Winterfeldtplatz“ erreichen können, dass der neue Eigentümer in die Verlängerung des Theaterbetriebs bis Ende 2029 einwilligte. Dafür sind wir dem Eigentümer, der das Gebäude ursprünglich ausschließlich für sich privat als Wohnung und Tonstudion umbauen wollte, sehr dankbar!

Doch fragen wir uns, ob so ein Veranstaltungsort, in dieser Lage, mit einer Leitung, deren Konzept 2024 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet wurde, dessen Ruf mittlerweile bis weit in nationale Theaterlandschaft hineinreicht, ab 2030 tatsächlich in private Hände gehen darf. Die Folge: Das Gebäude und der Vorplatz würde der Öffentlichkeit vollständig entzogen!
Wohnraum für eine Person und ein Tonstudio kann man an vielen anderen Orten in Berlin realisieren. Dieses einzigartige Ensemble dagegen nicht! Ein seit über drei Jahrzehnten eingespielter Ort als Kindertheater, preisgewürdigt für sein innovatives und inklusives Konzept, seine Kooperationen mit den umliegenden Kitas, Schulen, Altenheimen in einem gut funktionierendem Kiez, der öffentliche Vorplatz mit dem netten Café, der große Spielplatz und der kleine Park nebenan, mittwochs und samstags der Wochenmarkt, die sehr gute Nahverkehrsanbindung ist ein einmaliges Kleinod in der Stadt Berlin!

Wir bitten den Senat daher, sich erneut für diesen besonderen Ort, für diese Spielstätte mit seiner langen Geschichte von bürgerschaftlichem Engagement für eine gesicherte Finanzierung einzusetzen und sich rechtzeitig mit dem Eigentümer über Alternativen für sein Vorhaben oder gar über den Rückkauf des Gebäudes ins Benehmen zu setzen
Zu allen Punkten werden wir um weitere Gespräche mit dem Kultursenat ersuchen.

Wir wünschen Ihnen allen ein gutes Ankommen im neuen Jahr und vor allem Zuversicht, dass der rigorose Sparkurs durch vernünftiges politisches Handeln ersetzt wird.

Initiative Kiezkultur zur Rettung des Theaters am Winterfeldtplatz


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