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NS-Zwangsarbeit Lemmerz-Werk/Wintermühlenhof in Königswinter - Erinnerungs- und Gedenkkultur

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Neuigkeiten

29.09.2026, 01:30

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Zu meiner letzten Meldung kann ich zwei weitere Namen ergänzen. Nach einer Meldung der AOK Siegkreis von 1949 waren auch die beiden Polen Eugenius Niziotek (geb. 24.12.1920) und Metscheslaus Pschekze (geb. 19.6.1923) „beschäftigt bei Lemmerzwerk in Koenigswinter“. Beide kamen am 22. April 1944 ums Leben; das Ordnungsamt vermerkte „verschüttet“.

Metscheslaus Pschekze war 20 Jahre alt und erst seit 19 Tagen bei Lemmerz. Am selben Tag starb auch Iwan Kuchan, ebenfalls bei Lemmerz beschäftigt – er war 17 Jahre alt. Niziotek und Pschekze wurden zunächst in einem Sammelgrab auf dem Friedhof Königswinter beigesetzt und 1949 nach Ittenbach umgebettet.

Damit sind sechs verstorbene Zwangsarbeiter der Lemmerzwerke namentlich bekannt:

Vier Bürger der Sowjetunion (in den Akten als „Russen“ geführt):

– Petro Beatkowski (geb. 1907, gest. 17.8.1943)
– Iwan Kuchan (geb. 1926, gest. 22.4.1944)
– Georg Kostiw (geb. 1922 in der Ukraine, gest. 21.5.1944)
– Sawa Brel (geb. 1923, gest. 28.12.1944)

Zwei Polen:
– Eugenius Niziotek (geb. 1920, gest. 22.4.1944)
– Metscheslaus Pschekze (geb. 1923, gest. 22.4.1944)

Ergänzend zu den bereits genannten Zahlen (Landesarchiv NRW, NW 1049 Nr. 61701, Bl. 168): Die Körperschaftsteuer des Werks stieg von 24.934 Reichsmark (1933) auf 1.565.371 Reichsmark (1942), die Gewerbesteuer im selben Zeitraum von 8.000 auf 378.000 Reichsmark – rund um das 47-Fache. Auch 1944 lag die Gewerbesteuer noch bei 367.000 Reichsmark.

Die Stadt Königswinter schrieb selbst im Mai 1950, bei den beurkundeten ausländischen Toten in Ittenbach handle es sich um „solche, die hier als Zivilarbeiter beschäftigt waren und durch Kriegseinwirkung gefallen sind“. Sie ruhen auf der Kriegsgräberstätte Ittenbach, die im Volksmund bis heute „Soldatenfriedhof“ heißt.

Zum Download beigefügt:
– Meldung der AOK Siegkreis von 1949 zu Eugenius Niziotek und Metscheslaus Pschekze (Arolsen Archives, ITS 077)
– Britischer Ermittlungsbericht vom 30.9.1947 mit der Angabe „400–500 Mann Gefangene und Fremdarbeiter“ bei 900 Beschäftigten (Landesarchiv NRW, NW 1049 Nr. 61701, Bl. 59)
– Steuertabelle der Lemmerz-Werk GmbH 1933–1945 (Landesarchiv NRW, NW 1049 Nr. 61701, Bl. 168)
– Hinweis auf Gaudiplom der Deutschen Arbeitsfront unten links
– Hinweis auf Verlagerungsanordnung des Oberkommandos des Heeres (OKH) 1943 (beide Dokumente aus dem Kreisarchiv Altenkirchen)

Danke für Ihre Unterstützung

Helmut Speckheuer


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