• Erste Korrespondenz zum Thema mit dem Studentenwerk Halle

    at 02 Aug 2015 17:14

    Hallo zusammen,
    nach etwas hin und her mit Urlaubsvertretungen & Co gibt es endlich eine Neuerung zu berichten. Ich habe am 28.07. die Antwort von einem Vertreter des Studentenwerk Halle's erhalten, welche sich als Vertragspartner bereit erklärt hat, zur Petition Stellung zu nehmen. Da ich keine explizite Erlaubnis habe, den Schriftverkehr von Herrn Faust zu veröffentlichen, fasse ich die Aussagen hier kurz zusammen, gefolgt von meiner Antwort.

    1. Verweis auf www.hs-merseburg.de/rechenzentrum/das-rechenzentrum/ordnungen/#c6051 und im Speziellen als Zitat "§ 2 Benutzerberechtigung und Zulassung zur Nutzung „Die Zulassung erfolgt ausschließlich zur Erfüllung von Aufgaben in Studium, Lehre und Forschung […]“"

    2. Hinweis auf den durchschnittlichen Datenverbrauch von 6GB/Wohnheimsplatz über 28 Wohnheime.

    3. 100GB/Monat in Merseburg im Vergleich zu 30 GB/Monat in Halle oder 20GB/Monat an der Hochschule Anhalt

    4. Verweis auf www.hs-merseburg.de/rechenzentrum/netzzugang/im-wohnheim/ (im Speziellen, Regel 3 - Volumenregel / Solidaritätsregel)

    Abschließend wurde auf die 710 Unterzeichner hingewiesen, die von openpetition.de als Minimum festgelegt wurden.

    ### Antwort von heute, 02.08. ###

    Sehr geehrter Herr _,
    erst einmal Danke für die ausführliche Stellungnahme und dass Sie sich als Ansprechpartner anbieten. Zunächst möchte ich auf die angemerkten Punkte noch einmal genauer eingehen.

    1. Die vertraglichen und technischen Richtlinien und Vorschriften sind mir bekannt. Allerdings lassen diese die Neuerungen der letzten Dekade komplett außen vor - Im Detail gehören hierzu Online Lectures. Diese Art der Fortbildung und Prüfungsvorbereitung gehört zum Alltag eines jeden Studentens und ist absolute Grundlage um ein Studium einigermaßen vernünftig zu absolvieren. Folgendes Beispiel:
    www.youtube.com/channel/UCPtUzxTfdaxAmr4ie9bXZVA
    Doppelintegrale mit Grenzen und Brüchen sind leider ohne HD bei den heutigen Auflösungen nicht mehr zu entziffern. In einem Studium ist das Internet als Hilfmittel unerlässlich, ebenso gehören Nachhilfe bzw. Lerngruppen per Skype und Videokonferenzen zu diesem Paket.

    2. Zu den von Ihnen erwähnten durchschnittlichen ~6GB Traffic pro Bewohner hätte ich gern aktuelle und detaillierte Auskünfte. Ein durchschnittlicher User mit normaler Internetnutzung verbraucht etwa 1 bis mittlerweile 2 GB pro Tag. Sollten hierzu noch die unter 1 erwähnten zusätzlichen Belastungen anfallen wird der Rahmen leicht gesprengt.

    4. Hier sind wir nun beim wichtigsten Punkt und Ausgangssituation der Petition angekommen. Die Petition soll, wie eine Gesetzesänderung, eine Änderung der vertraglichen Modalitäten erwirken. Dies geschieht in den allermeisten Fällen, wenn die gegebene Regelung nicht mehr zeitgemäß ist.
    Das monatliche Trafficvolumen in den Wohnheimen wurde innerhalb der letzten 7 Jahre nicht angepasst. Die Drosselung auf ISDN Geschwindigkeit ist heute noch in Kraft. Mein komplettes Argument lässt sich in ein Bild des deutschen Internetexchanges DE-CIX fassen, das die Bandbreitenauslastung allein der letzten ~4,5 Jahre darstellt:

    Quelle: vpierre.it/wp-content/uploads/2014/04/DE-CIX-5-Jahre.jpg

    Hier ist klar zu erkennen, das sich in ~4,5 Jahren die Bandbreite versechsfacht hat. Die Forderung der Petition ist lediglich 50% in sieben Jahren.

    Wenn Sie mir eine ähnliche Statistik zwischen 2013 und heute über den Verbrauch von 6GB/Monat/Bewohner in den Wohnheimen entweder übergreifend über alle Wohnheime des Studentenwerk Halle oder über die Wohnheime der HS Merseburg vorlegen können, wird die Forderung über die Aufstockung des monatlichen Trafficvolumens fallen gelassen, dann handelt es sich tatsächlich um ein geringfügiges Problem.

    Was allerdings unausweichlich ist, ist die Anhebung der Mindestgeschwindigkeit auf 100 KBps (~1 Mbit/s). Die Wohnheime stellen akademische Arbeitsplätze dar.

    Abschließend sei noch zu erwähnen, dass die Hochschule Merseburg in welcher diese Petition abgehalten wurde, keine 710 Wohnheimsbewohner hat. Dies war eine fiktive Grenze, die vom Portal openpetition.de als Untergrenze vorgegeben wurde. Die so hergeleitete Bagatellpetition ist somit hinfällig.

    Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern jederzeit unter _ zur Verfügung.

    Vielen Dank & Schönen Sonntag,
    i. A. Rainer Knabenbauer

    Sobald es neue Infos gibt, werden Sie über diese Kanal weitergeleitet. Danke für eure Unterstützung & schönen Sonntag!

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