09.10.2026, 07:26
Ludwig-Jahn-Sportplatz: Wer spricht hier Halbwahrheiten?
Wenn Bürgermeister Christoph Dellmans die Kritik an der geplanten Bebauung des Ludwig-Jahn-Sportplatzes öffentlich als „falsche Zahlen und Halbwahrheiten“ bezeichnet, stellt sich eine einfache Frage: Welche konkreten Zahlen und Aussagen meint er damit?
Wer solche Vorwürfe erhebt, muss konkret werden. Bislang bleibt offen, welche Aussagen der Initiative falsch sein sollen. Wir sind bereit, unsere Argumente und Zahlen transparent zu belegen. Das erwarten wir umgekehrt auch von der Stadt.
Uns geht es um eine sachliche Auseinandersetzung mit einer weitreichenden Entscheidung. Es geht um den Verlust einer bestehenden Sportfläche und damit um Lernen, Erholung und Gesundheit, alter Bäume und eines wertvollen, unversiegelten Freiraums – und um die Frage, ob die Alternativen zur Bebauung ausreichend geprüft und nachvollziehbar miteinander verglichen wurden.
Wo sind die nachvollziehbaren Zahlen und Unterlagen?
Wir möchten wissen, wo eine Standortanalyse nachzulesen ist, auf die zwei Machbarkeitsstudien folgten. Welche Standorte (z.B. aus einer Stellungnahme zum Bebauungsplan) wurden geprüft und welche nicht, jeweils mit Begründung.
Welche Ergebnisse aus den Beteiligungen der Schulen sind tatsächlich in die Entscheidung eingeflossen, nicht nur wie sich die Zahl der verfügbaren Räume und Sportflächen vor und nach der Umsetzung verändert, sondern welche pädagogischen Konzepte dadurch besser verwirklicht werden können und welche Kosten für Neubau und mögliche Alternativen gegenübergestellt wurden. Ebenso muss transparent sein, wie die Interessen der Schulen, der Sportfachschaften und der Sportvereine berücksichtigt wurden.
Auch der Klimaschutz darf nicht als Randthema behandelt werden. Ein gewachsener Sportplatz mit Bäumen und unversiegeltem Boden lässt sich nicht einfach durch eine neue Sportanlage ersetzen. Seine Bedeutung für Kühlung, Regenwasserversickerung und das Stadtklima muss bei der Bewertung berücksichtigt werden.
Dass die Planung inzwischen weit fortgeschritten ist, ist für sich genommen kein Beleg dafür, dass die ursprüngliche Entscheidung richtig war. Gerade bei einem Vorhaben mit langfristigen Folgen für Schulen, Sport, Klima und städtische Finanzen muss es möglich sein, Fragen zu stellen und neue Erkenntnisse ernsthaft zu prüfen.
Eine Anregung nach § 24 der Gemeindeordnung NRW von Bürgern wurde im Ausschuss einstimmig zur Stellungnahme an die Schulverwaltung weitergeleitet. Das ist noch keine inhaltliche Klärung der aufgeworfenen Fragen.
Unsere Petition hat bereits mehr als tausend Menschen erreicht. Diese Bürgerinnen und Bürger pauschal als Teil einer Stimmungsmache abzutun, wird ihrem Anliegen nicht gerecht. Sie erwarten nachvollziehbare Informationen und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Argumenten.
Wir fordern deshalb keine Entscheidung nach Stimmung, sondern eine Entscheidung auf Grundlage offengelegter Zahlen, überprüfbarer Fakten und eines transparenten Vergleichs der Alternativen.
Wenn unsere Angaben falsch sein sollen, möge die Stadt diese konkret benennen und richtigstellen. Wenn die Entscheidung auf einer soliden Faktenbasis beruht, sollte es möglich sein, diese Grundlage öffentlich darzulegen.
Es geht um die Zukunft unserer Schulen, um ausreichend Sportmöglichkeiten, um den Erhalt von Grünflächen und um einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern.