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  • Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen 2013: Brandenburger Flüchtlingsfrauengruppe fordert einen Schritt gegen Gewalt gegen Frauen : „Keine Lager für Frauen!“

    22-11-13 18:56 Uhr

    In einer „Gemeinschaftsunterkunft“ für Asylsuchende in Brandenburg Ende September: Eine junge Frau wird von ihrem Ex-Partner, der in derselben Unterkunft lebt, schwer misshandelt und bedroht. Sie wendet sich hilfesuchend an MitarbeiterInnen des „Heims“ und bekommt den „Rat“, sie solle sich zu ihrem Schutz in ihrem Zimmer einschließen. Für ihren Schutz während der Benutzung der Gemeinschaftsküche und der Sanitärräume fühlt sich vom Personal der Unterkunft niemand zuständig. Aktivistinnen von ‚Women in Exile’, einer Brandenburger Selbstorganisation von Flüchtlingsfrauen, erfahren davon und handeln: Sie holen die Frau in der Unterkunft ab, sorgen dafür, dass im Krankenhaus ihre Verletzungen versorgt werden, ihre Anzeige auf einer Polizeiwache aufgenommen wird und bringen sie schließlich in eine Frauenschutzwohnung.
    Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall und in Deutschland gibt es Gesetze und Hilfsorganisationen zum Schutz von Opfern „häuslicher Gewalt“. Die Frau wäre in einer anderen Situation gewesen, wenn sie mit ihrem 2 Monate alten Kind in einer eigenen Wohnung gewohnt hätte: Sie hätte die Polizei gerufen und diese wäre für ihren Schutz verantwortlich gewesen. In Absprache mit ihr wäre entweder der Gewalttäter „weg gewiesen“ worden oder die Polizei hätte sie in eine Schutzwohnung gebracht.
    Elisabeth Ngari, eine der Aktivistinnen von Women in Exile: „Dieses Erlebnis hat uns wieder einmal deutlich gemacht, dass wir Flüchtlingsfrauen durch den Mangel an Privatsphäre in Sammelunterkünften noch mehr als andere Frauen Gewalt ausgesetzt sind.“

    Deshalb haben 'Women in Exile and Friends' den "Aufruf zu einem Schritt gegen Gewalt gegen Frauen: Keine Lager für Frauen!" initiiert. Sie fordern von allen EntscheidungsträgerInnen, alle Lager abzuschaffen oder zumindest es möglich zu machen, dass Flüchtlingsfrauen Wohnungen bekommen. 36 antirassistische, feministische und Menschenrechtsorganisationen unterstützen die Initiative als ErstunterzeichnerInnen und die noch laufende Online-Petition wurde bisher von rund 1300 Einzelpersonen unterzeichnet. Der Aufruf kann noch bis zum 23. 11. 2013 hier unterzeichnet werden: www.openpetition.de/petition/online/aufruf-zu-einem-schritt-gegen-gewalt-gegen-frauen-keine-lager-fuer-frauen

    Am 25.11.2013, dem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, übergeben Women in Exile & Friends den Appell und die Liste der Unterzeichner/innen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und tragen mit einer Kundgebung vor dem Ministerium ihre Forderungen lautstark in die Öffentlichkeit.
    Die Übergabe des Apells wird um ca 11:30 erfolgen.


    Mehr über die Kampagne 'Keine Lager für Frauen! Alle Lager abschaffen!' hier: women-in-exile.net/2013/10/18/die-kampagne-keine-lager-fuer-frauen-alle-lager-abschaffen/

  • Petitionsbeschluss: Der Petition wurde nicht entsprochen oder überwiegend nicht entsprochen

    15-02-13 00:01 Uhr

    DEMO 8.3.2013
    12°° POTSDAM-HBF

    Überall in der Welt feiern Frauengruppen den Internationalen Frauentag, den achten März und diskutieren die Lebensbedingungen von Frauen, um ihre Situation zu verbessern. Unter ihnen sind auch wir, die Flüchtlingsfrauen, die von der Gesellschaft isoliert in Sammelunterkünften in den Außenbezirken leben. Wir sind die vergessenen Frauen. Wir sind die Frauen ohne Perspektiven. Wir sind die Frauen, deren Lebens­bedingungen unsichtbar sind, verborgen im Lager.
    Wir Frauen in den "Gemeinschaftunterkünften" ringen um etwas, was wir in einer "Gemein-schaftsunterkunft" nicht finden können: Ein Zuhause für uns und unsere Kinder, das für uns ein sicherer Ort sein kann. Es ist unmöglich, die Lebensbedingungen in "Heimen" so zu verbessern, dass sie zu annehmbaren Unterkünften werden, in denen unsere Privatsphäre geschützt wird. Deshalb fordern wir seit langem 'Frauen raus aus den Lagern! Alle Lager schließen!

    In Brandenburg erleben wir seit dem Frühjahr 2011 immer neue Versprechungen von Sozialminister Baaske und immer neue Beschlüsse des Landtags, die die Landes­regierung auffordern, die Unterbringungsituation von Flüchtlingen menschenwürdiger zu gestalten. 1
    Aber nichts davon wird in die Realität umgesetzt:
    Die Lager sind total überfüllt, die Wohnsituation ist katastrophal und die Enge führt zu enormen Belastungen und Spannungen unter den BewohnerInnen. Die "Mindestbe­dingungen für den Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften", die seit April 20011 geändert werden sollen, gelten unverändert bis Ende 2013 fort. Und immer noch werden neue Sammelunterkünfte nach den gleichen Vorgaben eingerichtet.
    Wir fragen, wie das in einer funktionierenden Demokratie geschehen kann? Ist es nicht die Aufgabe eines Ministeriums die Entscheidungen des Parlaments umzusetzen?
    Deshalb demonstrieren wir vor dem Sozialministerium, um Minister Baaske und seine MitarbeiterInnen zu fragen: Wie viel mehr müssen wir noch ertragen? Wie lange dauert es noch, bis Ihre Versprechen eingelöst werden?

    KOMMT ALLE* UND DEMONSTRIERT MIT UNS!
    FORDERT GEMEINSAM MIT UNS:
    FRAUEN RAUS AUS DEN LAGERN!
    ALLE LAGER ABSCHAFFFEN!

    *MIT FRAUENLESBENTRANS-BLOCK

    Mehr über die Situation in Brandenburg und die Kampagne von Women in Exile& friends: womeninexile.blogsport.de