07.09.2026, 10:54
Der Petitionstext sowie die Erklärung, warum die Petition wichtig ist, wurden um Quellenangaben ergänzt.
Neuer Petitionstext:
Sehr geehrter Herr Linnemann,
ich schließe mich der Petition zur Zuckersteuer durch Foodwatch an. Zu viel Zucker macht nachweislich krank und kostet das Gesundheitssystem Milliarden.[1] Eine Zuckersteuer könnte bis zu 16 Milliarden Euro an gesamtgesellschaftlichen Kosten einsparen.[2]
Allerdings ist eine Ausweitung der Zuckersteuer auch auf Milchalternativen aus sozialer und nachhaltiger Perspektive kontraproduktiv, wie folgende Beispiele erläutern: Pflanzliche Drinks sind nicht nur bereits durch den erhöhten Mehrwertsteuersatz von 19% im Gegensatz zu den 7% bei Kuhmilch benachteiligt. So fallen bei der Kuhmilchproduktion 4x mehr Klimagase an und die Produktion eines Liters Hafermilch verbraucht z.B. 90% weniger Wasser.[3] Der Umstieg auf planzliche Alternativen stellt somit ein Weg zu einem geringeren ökologischen Fußabdruck der Menschen dar [4] und sollte durch die Politik demnach nicht erschwert werden. Da Klimafolgen sozial-benachteilgte Menschen überdurchschnittlich treffen [5], ist eine Verzögerung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen zudem auch unsozial.
Ich fordere Sie daher auf, pflanzliche Milchalternativen nicht in die Zuckersteuer mitaufzunehmen.
Mit freundlichen Grüßen,
Susanne Müller
Umweltwissenschaftlerin
Bildquelle:
Foto von Nikolai Chernichenko auf Unsplash
Textquellen:
[1] Cobiac LJ, Rogers NT, Adams J, Cummins S, Smith R, Mytton O, et al. (2024) Impact of the UK soft drinks industry levy on health and health inequalities in children and adolescents in England: An interrupted time series analysis and population health modelling study. PLoS Med 21(3): e1004371. doi.org/10.1371/journal.pmed.1004371
[2] Emmert-Fees KMF, Amies-Cull B, Wawro N, Linseisen J, Staudigel M, Peters A, et al. (2023) Projected health and economic impacts of sugar-sweetened beverage taxation in Germany: A cross-validation modelling study. PLoS Med 20(11): e1004311. doi.org/10.1371/journal.pmed.1004311
[3] Poore J, Nemecek T (2018) Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers.Science360,987-992. DOI: 10.1126/science.aaq0216
[4] Albert-Schweitzer-Stiftung (2018) Umweltvergleich: Vegan vor Öko-Tierprodukten
URL: albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/umweltvergleich-vegan-vor-oeko-tierprodukten (Stand: 07. September 2026)
[5] UNFCCCWorld (2022):Inequality ALab Billion(2023) ofClimate theInequality World’sReport Most2023. Climate-Vulnerable People Live in Informal Settlements – Here’s What They Face. climatechampions.unfccc.int/a-billion-of-the-worlds-most-climate-vulnerable-people-live-in-informal-settlements-heres-what-they-face/wid.world/news-article/climate-inequality-report-2023-fair-taxes-for-a-sustainable-future-in-the-global-south/
Neue Begründung:
Die sozial-ökologischen Krisen werden Europa durch die stärkere Erwärmung z.T. stärker treffen als viele andere Kontinente.[6] Umso wichtiger ist es, in vielen Bereichen die richtigen Hebel zu bedienen, um die Nachhaltigkeitstransformationen voranzutreiben: Ernährung, Mobilität, Wohnen, etc.[7]
Im Bereich Ernährung und individueller Konsum ist der Umstieg auf pflanzliche Milchalternativen leicht für viele Menschen zu bewältigen [8] und sollte nicht durch eine Ausweitung der Zuckersteuer torpediert werden.
Textquellen:
[6] Copernicus Climate Change Service (C3S) (2024): European State of the Climate 2023, Summary: doi.org/10.24381/bs9v-8c66
[7] Abson,Abson DJ, Fischer,Fischer J, Leventon,Leventon J et al. Leverage points for sustainability transformation. Ambio46, 30–39 (2017). doi.org/10.1007/s13280-016-0800-y
[8] Müller,Müller S, Surrey,Surrey C, Kanske,Kanske P et al. (2025) Exploring the fosterage of individuals’ resonances with nature through a 5-week-long ritual: findings, limits and outlook of a feasibility study for sustainability transformations. Discov Sustain6, 894. doi.org/10.1007/s43621-025-01399-z
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 6 (6 in Deutschland)