• Petition in Zeichnung - Eingabe: Strukturmaßnahmen aussetzen - runden Tisch einsetzen

    30.11.2018 19:18 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    "zwischen den Kirchenjahren“ hat sich die Initiativgruppe „Zurück auf Los“ getroffen. Wir haben uns über die aktuelle Situation ausgetauscht und uns auf folgende
    Eingabe an die Kirchenleitung verständigt. Die Eingabe ist öffentlich. Einzelpersonen, Kirchenvorstände, etc. können sie sich zu eigen machen, sie verbreiten und in Briefen oder Mails an die Kirchenleitung (kirchenleitung(at)evlks.de) unterstützen.

    STRUKTURMASSNAHMEN AUSSETZEN - RUNDEN TISCH EINSETZEN

    „Es wird auch gelehrt, daß allezeit eine heilige christliche Kirche sein und bleiben muß, die die Versammlung aller Gläubigen ist,…“ (Augsburger Bekenntnis, Art. 7, Ev. Gesangbuch Nr. 807). Eine wichtige Erkenntnis der Reformation ist also, daß die Kirche die Gemeinde derer ist, die sich tatsächlich gemeinsam versammeln, um Gottesdienst und Sakramente zu feiern. An diese geistliche Größe, die an sich keine besondere Organisationsform verlangt, knüpfen die evangelischen Kirchen von jeher ihre juristische Struktur an. Die evangelische Kirche baut sich von unten auf. In der spezifisch deutschen Form der Landeskirche ist die Gemeinde dann eine „Körperschaft des öffentlichen Rechts“. Daß die Ortsgemeinde selbständig ist und ihre organisatorischen Angelegenheiten selbst regelt, ist tief im Erbgut evangelischer Christen verankert. Deshalb - und weil es aus der Logik der Gemeindearbeit nicht erklärt werden kann - trifft die Regionalisierung auf Ablehnung und Widerstand. Vorgaben werden nicht umgesetzt, weil man sie einsieht, sondern weil man sich fügt.
    Die beschlossene Strukturreform ist handwerklich schlecht gemacht. Sie verbessert das Konzept „Kirche mit Hoffnung“ nur unzureichend. Zwar werden die Schwesterkirchverhältnisse auf sechs erweitert und der Kirchgemeindebund wird eingeführt. Der Synodenbeschluß „Konzept der Nähe und Flexibilität“ (DS 135) vom Herbst 2017 war gut und vielversprechend. Allerdings hat das vom Landeskirchenamt ausgearbeitete Gesetzeswerk diese Vorgabe gerade noch nach dem Buchstaben, nicht aber nach dem Inhalt, erfüllt.
    Die zunächst in der Theorie erkennbare Problematik zeigt sich nun in der Praxis beim Umsetzen der Regionalisierung. Niemand will dieses bürokratische Monstrum. Entweder sind die örtlichen Kirchenvorstände dagegen oder sie machen mit, weil es nicht anders geht. Es gibt Gesprächsrunden, in denen „Schwarzer Peter“ gespielt wird, welche Gemeinden fusionieren müssen, um die sechs Schwestergemeinden zu erreichen. Kirchgemeinden kümmern sich um Einrichtungen und Friedhöfe, deren Mitarbeiter werden dann aber Arbeitnehmer des Kirchgemeindebundes. Soll das Zeit und Geld sparen? Werden so Mitarbeiter motiviert?
    Wir wollen nicht schweigend zusehen, wie unsere Landeskirche schlechte Strukturen schafft, die die Gemeindearbeit langfristig behindern und die Mitarbeiter entmutigen.
    Deshalb rufen wir die Kirchenleitung auf: Halten Sie den Prozeß der Regionalisierung an und richten Sie einen RUNDEN TISCH mit Vertretern der Gemeinden ein!
    Gemeinsam können wir eine gute Struktur erarbeiten. Die Ideen sind da. Ohne motivierte Gemeinden geht es nicht.

    Für die Initiativgruppe „Zurück auf Los“
    Conny Greiner,Ev.-Luth. St. Michaelis-Kirchgemeinde Plauen, Kbz. Plauen
    Falk Gilbricht, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Reinsberg, Kbz. Meißen-Großenhain
    Jan Merkel, Ev.-Luth. Peter-Paul-Kirchgemeinde Vielau, Kbz. Zwickau
    Stephan Nacke, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Adorf/Erzgeb., Kbz. Annaberg
    Friedhelm Zühlke, Ev.-Luth. St. Ursula-Kirchgemeinde Auerswalde, Kbz. Chemnitz

    NEU: Bitte weisen Sie andere Unterstützer darauf hin, daß man seit kurzem die Neuigkeiten der Petition abonnieren kann, wenn man sie nicht erhält. Man kann sie natürlich auch wieder abbestellen.

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